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Kundenrezension

am 25. August 2013
Dimitry Tscherniakov ist bekannt für seine neuzeitlich verorteten Inszenierungskonzepte, die für den traditionellen Geschmack eher nicht empfehlenswert sind.

Hier entkernt der Regisseur Macbeth von der geschichtlichen Ebene, entmystifiziert ihn durch einen neuzeitlich, örtlich begrenzten Schauplatz, der die Plattform eines von der Personenführung glänzend gemachten Interaktionsdramas abgibt.

Moderne Kostüme des Alltags bestimmen die 0ptik, es wird das Grauen des Alltags in der Mitte der "Normalität" inszeniert. Diese örtlich, neuzeitliche Fixierung steht oft diametral zum Libretto. Die Wahrnehmungs- und Bewertungsebenen der Jetztzeit sind einfach zu wenig Libretto kongruent. Jedenfalls aus meiner Sicht. Das muss nicht generell der Fall sein, bei in die Moderne assoziierten Konzepten. Letztlich ist das natürlich subjektiv in der Wertung, wo die Grenze verläuft.

In einer hierarchisch gegliederten Gesellschaft einer Kleinstadt platziert sich das facettenartig, charakterspezifisch aufgeschlüsselte Geschehen. Es gibt bei Tscherniakovs Konzept kein schwarz und weiss, sondern die Ambivalenz der Charaktere. Der Zuschauer soll bewußt mit dieser Ambivalenz konfrontiert werden.
Die Stärke dieser Inszenierung ist die schauspielerische Interaktion, die "Schwäche" die historische Entkernung, die Distanzierung von der mystischen Ebene.

Singschauspielerisch ist diese Inszenierung gekennzeichnet durch sehr gute schauspielerische Leistungen, während die rein sängerischen aus meiner Sicht so zu werten sind.

Violetta Urmana als Lady Macbeth für mich von der Timbrestruktur nicht affin, aber das ist Geschmacksache.
Dimitris Tiliakos singt einen schauspielerisch überzeugenden Macbeth, mit "rauhem" baritonalem Timbre, Geschmacksache.

Solide, Stefano Secco als Macduff und Alfredo Negro als Malcolm.

Ferrucio Furlanetto als Banco, wie immer eine ausgezeichnete Besetzung.

Teodor Currentzis dirigiert.

Diese Inszenierung kann alle begeistern, die das Hauptaugenmerk auf die interaktionistisch schauspielerische Gestaltung legen. Wer das so sieht, kann zu einem anderen Urteil kommen.
Mich hat Tscherniakovs Don Giovanni sehr überzeugt, dieses Macbeth Konzept wenig, weil es aus meiner Sicht zuviel der Grundsubtanz des Stoffes weg inszeniert und zudem die sängerischen Leistungen mittelprächtig sind.
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