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Kundenrezension

36 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kommerzieller Erfolg - Na und?, 15. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Metallica (Audio CD)
In der Musikrichtung Heavy Metal (und all seinen verschiedenen Spielarten) gibt es ein sehr interessantes Phänomen: sobald eine Band kommerziell erfolgreich wird, verliert sie einen Teil ihrer Fanbasis. Die ansonsten sprichwörtliche, unbeirrbare Treue der Anhänger ist oft doch nicht so groß, wie man denkt, wenn plötzlich überall lauthals "Ausverkauf!" gebrüllt wird (zumindest "offiziell", denn ich bin mir sicher, dass viele "Fans der ersten Stunde", die plötzlich nichts mehr mit der Band zu tun haben wollen, im stillen Kämmerlein auch die erfolgreicheren Sachen mit Begeisterung hören).

Nun bin ich ebenfalls Heavy-Metal-Fan (hauptsächlich Thrash, Power und Black Metal, auch ein wenig Death Metal und Industrial), und das nicht erst seit gestern oder - um beim Beispiel dieser Rezension zu bleiben - seit ich zum ersten Mal "Enter Sandman" gehört habe. Trotzdem stellte sich mir niemals die Frage nach der musikalischen Qualität des schlicht "Metallica" betitelten schwarzen Albums. Das hat für mich zwei Gründe: zum einen verstehe ich nicht, was es für mich als Fan für einen Unterschied machen soll, wie viele Leute meine Lieblingsband gut finden. Mir ist es herzlich egal, ob die neue Metallica-CD auf Platz 1 oder Platz 100 der Charts liegt. Und genau dieser Ansatz führt mich zum zweiten Grund: die Sturheit mit der manche darauf pochen, wie Metallica zu klingen haben. Ich selbst bin - wie schon erwähnt - u. a. Thrash-Metal-Fan. Mit Thrash hat diese Platte aber nicht mehr viel zu tun. Das stört mich aber überhaupt nicht, wenn das Songwriting stimmt. In so einem Fall gibt es für mich auch keine Genre-Grenzen mehr, Lieder die mir gefallen, gefallen mir eben, egal in welchem Stil sie geschrieben sind und wie viele Leute sie sonst noch mögen. Insofern habe ich kein Problem damit, die ersten 5 (!) Alben von Metallica als sehr gut zu bezeichnen. Die Phase danach ist eine andere Geschichte - aber ich empfinde sie ebenfalls nicht als so durchgängig mies wie manch anderer.

Natürlich ist es merkwürdig, wenn beim Metallica-Konzert plötzlich ein ganz anderes Publikum auftaucht, als man das erwartet. Und natürlich ist man als Heavy-Metal-Fan lieber unter seinesgleichen, das gebe ich unumwunden zu. Aber dieses "Problem" reguliert sich meist von selbst, spätestens wenn es den nächsten Trend gibt, bleiben wieder die wirklichen Fans übrig, die nicht nur dorthin gehen, weil es gerade angesagt ist.

Eine etwas lange Einführung, die aber vielleicht denen zugute kommt, die das Album bzw. die Band wirklich noch nicht kennen (soll's ja auch geben) und sich fragen, wie die vielen Rezensionen eigentlich zu verstehen sind.

Das "Schwarze Album" selbst bietet in meinen Ohren eine sehr ausgewogene Mischung aus Härte und Melodie - zwei Faktoren, die für die Musik von Metallica schon immer bestimmend waren. Wenn man sich die musikalische Entwicklung der Band bis 1991 ansieht, kann man den Prozess recht gut erkennen, der zu "Metallica" führte. Die unkontrollierte Rasanz und Härte gab es meiner Ansicht nur auf dem Debüt "Kill 'Em All", alles was danach kam verschob sich doch eher in Richtung Kontrolle und Melodie (natürlich angereichert mit mal mehr, mal weniger Härte). Vor allem am Gesang ist das gut zu beobachten.

"Metallica" beginnt mit "Enter Sandman", einer Hymne sondergleichen, an der sich bereits die ersten Geister aus oben genannten Gründen scheiden. Nichtsdestotrotz habe ich bei einem Metallica-Konzert noch niemanden gesehen, der bei diesem Lied nicht mitsingt oder sogar so konsequent ist und die Halle verlässt, wenn das ach-so poppige Mainriff angestimmt wird. Ähnliches gilt für das Groove-Monster "Sad But True" und für die typische Halbballade "The Unforgiven", die sofort ins Ohr gehen und dort auch hängenbleiben. Auch "Wherever I May Roam", "Don't Tread On Me" (mit seinen "West-Side-Story"-Anleihen und kritischem Text) und "Of Wolf And Man" können auf ganzer Linie überzeugen, von Radiotauglichkeit kann ich hier jedenfalls nicht allzu viel erkennen. Ebenfalls gut gelungen sind "The God That Failed" und "My Friend Of Misery", einer der wenigen von Jason Newsted mitgeschriebenen Songs. Immerhin guter Durchschnitt sind die im Gesamtkontext etwas untergehenden "Holier Than Thou" und "Through The Never".

An Ausfällen bzw. Füllern kann ich lediglich "The Struggle Within" und vor allem "Nothing Else Matters", die einzige "richtige" Ballade von Metallica ausmachen (dieses Lied dürfte wohl den größten Anteil am "Ausverkauf-Geschrei" ausmachen, ich persönlich finde es im Vergleich zu den klassischen Halbballaden einfach langweilig, obwohl es live ganz gut Stimmung macht).

Alles in allem eine Platte, die sich sehr schnell erschließt, im Gegensatz zu "wirklicher" Radio-Pop-Musik aber dennoch nicht nach dem dritten Mal hören langweilig wird. Damit ist "Metallica" ein krasser Gegensatz zu seinem Vorgänger "...And Justice For All", der wesentlich schwerer zugänglich (aber trotzdem beileibe nicht schlechter) war.

Für mich wären das 4,5 Sterne, die ich nur deshalb auf 4 abrunde, weil mir die ersten drei Alben (jedes auf seine Weise) doch um ein Stückchen besser gefallen.
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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.12.2008 13:31:13 GMT+01:00
Child in time meint:
Stefan T., eine tolle Rezension, Glückwunsch! :-))
MfG Cit

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2008 16:02:30 GMT+01:00
Stefan T. meint:
Vielen Dank für die Blumen ;)

Veröffentlicht am 13.05.2009 19:57:50 GMT+02:00
---- meint:
Sehr gute rezension...
Aber en bischen lang vielleicht...
trotzdem respekt!

Veröffentlicht am 14.06.2009 15:32:43 GMT+02:00
Sehr gute Rezension! Ganz meine Meinung :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.06.2009 11:45:00 GMT+02:00
People24 meint:
Gut geschrieben und voll der Wahrheit...
... bis auf das ich sagen muss das Struggle Within und Through the Never zu meinen Lieblingsstücken auf diesem Album gehören.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.12.2009 12:30:26 GMT+01:00
Stefan T. meint:
@People24 - das ist ja das Schöne, vor allem im Metal-Bereich... jeder kann andere Stücke für die gelungensten halten und trotzdem bleibt alles irgendwie in der Familie. Vor allem sprechen wir hier ja nicht von den üblichen Radio-One-Hit-Wonders; auf einer Scheibe wie "Metallica" stehen keine schlechten Songs im engeren Sinne, wie das bei vielen Pop-Veröffentlichungen der Fall ist.

Veröffentlicht am 03.08.2012 22:15:00 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.08.2012 22:15:27 GMT+02:00
Drägen meint:
Gute Rezension, Metallica war bei diesem Album schon gut, aber die Qualität des tollen Metalwerks ...And Justice For All kann es aber trotz großer Hits wie "Enter Sandman" oder "Nothing Else Matters" nicht halten

MfG Drägen

Veröffentlicht am 04.09.2012 13:10:33 GMT+02:00
J. Pohl meint:
Auch mir ist es egal welchen Chartplatz meine "Lieblingsband" hat, allerdings frage ich mich, warum das Album dann so auf Kommerz poliert wurde? Doch nur um eine höchstmögliche Chartplatzierung zu erreichen. Ich denke mal nicht, dass der künstlerische Anspruch ausschlaggebend war. Auch Metallica woll(t)en Platten verkaufen um Geld zu verdienen, woraus man ihnen auch keinen Vorwurf machen darf, ich allerdings bevorzuge die künstlerische Ehrlichkeit wenn´s kompromisslos bleibt, bei einer Band die durch ihre Kompromisslosigkeit erst mal dazu in die Lage gekommen ist, ein solches Werk zu produzieren...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.09.2012 17:40:04 GMT+02:00
Drägen meint:
Eine Band sollte die Musik machen, die ihr Spaß macht. Da din ich ganz deiner Meinung, aber manchmal werden gerade diese Alben besser als die Anderen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.10.2012 14:10:07 GMT+02:00
Stefan T. meint:
@ J. Pohl:
Du sagst da natürlich was Wahres... Ich gebe zu, dass ich selbst oft so argumentiert habe, je nachdem wie es mir grad passt. Manchmal mache ich es immer noch so, siehe zum Beispiel "St. Anger". Ich denke, es liegt in unserer Natur, dass wir das sehen, was wir sehen wollen.

Zusammenfassend: Würde mir "Metallica" nicht gefallen, würde ich der Band wohl Anbiederung an den Kommerz vorwerfen und ich würde weniger Sterne vergeben. Mir gefällt die Platte, also sage ich: die wollten das so und haben nur ein bisschen ans Geld gedacht. Anspruch auf absolute Wahrheit hat keine dieser Aussagen und wie es wirklich ist, weiß keiner von uns. Es sei denn hier ist jemand, der gut Freund mit Hetfield oder Ulrich (kann man mit dem überhaupt befreundet sein?) ist.

Und mal ehrlich: Viel davon hat man trotz poliertem Klang nicht im Radio gehört, oder? "Nothing Else Matters" und Ende. Klingt alles weit hergeholt? Zugegeben, aber ich gehe einfach mal davon aus, dass die Jungs das nicht nur "mit den Dollarzeichen in den Augen" gemacht haben. Denn Superstars waren sie auch vor "der Schwarzen" schon. Jaja, klingt naiv, ich weiß.
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