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Kundenrezension

102 von 107 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf sicherem Boden gelandet, 9. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Meddle (Audio CD)
Nach ,Piper At The Gates Of Dawn' mit Syd Barrett schien die Band darum bemüht zu sein, sich ohne ihren Songlieferanten frei zu schwimmen - was ihr nur manchmal gelang. Die letzten Jahre der Sechziger haben dem Hörer ein paar unvergessliche Songperlen und atmosphärische Instrumentals beschert, die Waters, Gilmour, Wright und Mason aufgenommen haben: ,Remember A Day', ,Set The Controls For The Heart Of The Sun', ,Cirrus Minor', Cymbaline' sind reiner Psychedelic-Pop, ,Careful With That Axe, Eugene', ,A Saucerful Of Secrets' und ,More - Main Theme' eine neue Form von instrumentaler Musik, die weder Klassik noch Jazz ist und Rock erwachsen werden lässt.
Mit ,Meddle' scheint sie einen neuen Schritt für sich zu vollziehen. Die Erfahrung mit dem Orchester-Werk ,Atom Heart Mother' wird mit einem ähnlich angelegten Long-Song verarbeitet: ,Echoes', der eine ganze Vinyl-Plattenseite ausfüllt. Um den Kern eines dreistrophigen Songs baut die Band ein experimentelles, episches Stück Musik. Schon das Intro ist fast so lang wie normalerweise ein ganzer Song und dazu noch selbständig und unglaublich atmosphärisch - vor allem durch das markante Keyboard-Tropfen am Anfang (das sich in der Mitte vor der Wiederaufnahme des Songthemas wiederholt). Der Song selbst besitzt zwei einfache Teile und eine ruhige, vor sich hin plätschernde Melodie, die bewusst introspektiv wirken soll. Als Zwischenteil das bekannte Hauptthema mit den chromatisch auf- und absteigenden Basstönen. Im Intermezzo spielen die vier wieder ihren Haupt-Trumpf aus: Sound-Experimente, die Fantasie anregen sollen, bevor sie durch ein ständig wiederholtes Akkord-Riff zum Song zurückkehren. Das Outro versandet als Improvisation über dem Song-Thema.
Bei ,Echoes' bemühten sich die Jungs gezielt um die Geschlossenheit, die ,Atom Heart Mother' nicht hatte, und die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt. ,Echoes' ist ein Höhepunkt ihrer Bandgeschichte.
Die erste LP-Seite beinhaltete kürzere Songs und ein Intrumental, mit dem sie eröffnet wird. Die Stürme am Anfang von ,One Of These Days' stellen einen Bezug zu ,Echoes' her, was aber folgt, ist ungleich brachialer und unheimlicher. Auf zwei Akkorden improvisiert die Band eine Fahrt durch die Finsternis. Der Gipfel ist die verfremdete, fast satanische Stimme: ,One of these days I'm going to cut you into little pieces'. Warum denn plötzlich so böse, Jungs? - Vielleicht ist es ja einfach nur ,The Dark Side Of Echoes'?
,Pillow Of Winds' folgt direkt und absichtlich schroff als bewusstes Kontrastprogramm. Schläfrig träumt der Song vor sich hin und scheint irgendwo in den Wolken zu hängen, dem ,Kissen der Winde'. ,Fearless' formuliert als Folk-Song die Band-Philosophie: ,You'll climb the hill in you own way'. Sie haben nie etwas anderes getan. ,San Tropez' zeigt eine jazzige Seite der Band (wie schon ,Biding My Time') und kam deshalb wohl Rick Wright ziemlich entgegen, der im Solo-Teil auf dem Piano improvisieren durfte, für Floyd selten locker-flockig. ,Seamus' mit dem jammernden Hund geht als Musiker-Witz durch, der Blues selbst ist standardmäßig. Man wollte wohl einfach den sich anbietenden Effekt ausnutzen und sich einen kleinen Scherz erlauben. Deshalb darf das kleine Machwerk den Abschluss der ersten Seite bilden, bevor die Band zum Hauptwerk "Echoes" kommt.
Sagte ich schon, dass ich jedes Stück auf der Platte liebe? Vielleicht sind Floyd nie so konsequent sie selbst gewesen wie auf ,Meddle' - vielseitig, experimentell, humorvoll und atmosphärisch. Zum ersten Mal haben sie kein völliges Neuland mehr betreten, sondern die inzwischen erarbeiteten Erfahrungen ausgebaut. Die üblichen technischen Ausrutscher und Spielfehler treten hier nicht auf oder werden so geschickt kaschiert, dass sie nicht auffallen und wie völlige Absicht wirken. Die Produktion ist sauber und liebevoll, wenn auch ein bisschen basslastig - doch das lässt mit der heutigen Technik leicht durch ein paar Reglerbedienungen ausgleichen. Die Remaster-Version auf CD bringt den Sound etwas klarer, verändert den dunklen Grundton aber nicht - wofür der Hörer und die Band dem Bearbeiter dankbar sein darf.
Ich meine, die Platte wartet noch auf ihre endgültige Entdeckung als Vorläufer der großen Alben aus den Siebzigern, ,Dark Side Of The Moon' und ,Wish You Were Here'. Alles, was dort den Ton angibt, ist in ,Meddle' schon formuliert. Pink Floyd hatten für die nächsten Jahre ihren persönlichen Stil gefunden.
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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.04.2009, 17:20:16 GMT+2
L. Schulz meint:
tolle rezension, eine anmerkung muss ich allerdings machen, den abschluss der platte bildet eigentlich "echoes", denn es ist nicht auf der ersten sondern auf der zweiten seite der platte ;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.09.2010, 22:44:06 GMT+2
ToniK meint:
Die genialste Scheibe von Pink Floyd. Ich durfte die Band komplett mit Alan Parsons am Mischpult in
Dortmund , Live erleben. Toll, man glaubt kaum das Live gespielt wird. Jeder Ton passt, wie auf meiner LP Vinyl.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2010, 23:18:52 GMT+1
tryacc meint:
weiß er doch eh, er meinte wohl eine art zwischenabschluss.

tolle rezension übrigens für eine der großartigsten platten mit zwei der beeindruckendsten songs aller zeiten.

Veröffentlicht am 14.12.2011, 13:49:11 GMT+1
H. Noll meint:
Nur eine kleine Korrektur: es heisst bei "One of these days": "I'm going to cut you ..."

Veröffentlicht am 16.11.2012, 18:01:33 GMT+1
Arne Tank meint:
Der Rezensent beschäftigt sich zunächst mit "Echoes" und schreibt dann: Die "andere" LP-Seite beinhaltete kürzere Songs... Und die andere (Nicht-Echoes-)Seite beschließt tatsächlich "Seamus". Das hat L. Schulz wohl übersehen.

Veröffentlicht am 18.10.2014, 22:42:16 GMT+2
Michael C. meint:
Eine tolle, umfassende Rezension. Wer das Album jetzt nicht mit anderen Ohren hört ist selbst schuld.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.08.2015, 10:15:19 GMT+2
Hallo, danke für deinen Kommentar! Ich weiß natürlich, dass es sich bei "Echoes" um Seite 2 der LP handelt. Ich habe sie aber als erstes besprochen, weil ich den Longsong für das Hauptstück der Platte halte. Die Songs auf der "anderen" Seite" habe ich danach besprochen. Inzwischen habe ich es verdeutlicht. Danke!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.08.2015, 10:22:03 GMT+2
Hallo, danke für die Korrektur! Stimmt natürlich, ich hatte es wohl falsch im Ohr. Ist ja wegen der verfremdeten Stimme auch nicht so deutlich zu hören ...
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