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Kundenrezension

TOP 1000 REZENSENTam 8. August 2014
Vorsicht einige Spoiler: Pike Bishop (William Holden) und seine Gang kommen im Jahr 1914 als Soldaten verkleidet in die texanische Grenzstadt San Rafael, um dort das Lohnbüro der Eisenbahngesellschaft auszurauben. In den Straßen der Stadt geht es an diesem Tag recht turbulent zu, denn bei einem gut besuchten Erweckungsevent entsagen die Bürger gerade dem Alkohol und absolvieren dazu eine Parade. Den Männern zu Pferd mit den Kavallerieunfiormen schenkt man keine große Beachtung. Auch die Kinder der Stadt sind mit etwas anderem beschäftigt. Sie spielen ein grausames Spiel mit einigen Skorpionen, die sie immer wieder in einen Ameisenhaufen werfen, damit die größeren Tiere von den viel kleineren bei lebendigem Leib aufgefressen werden. Sie sind sichtlich begeistert von dem Naturspektakel über das Fressen und Gefressenwerden. Sie beachten die vorbeireitende Bande nicht, sondern zünden nachdem die Skorpione schon Opfer wurden für die siegreichen Täter ein Feuer an, so dass auch die Ameisen verbressen. Währenddessen überfallen Pikes Männer das Lohnbüro, alles scheint gut zu gehen. Sie wissen aber nicht, dass die Bahngesellschaft skrupellose Kopfgeldjäger engagiert haben, um Pike und seine Gang zu jagen. Unter den Killern ist auch Deke Thornton (Robert Ryan), der frühere beste Freund von Pike und ehemals Bandenmitglied, der durch die Festnahme von Pike die Möglichkeit hat, dass ihm seine eigene hohe Gefängnisstrafe erlassen wird. Die Kopfgeldjäger (Strother Martin und L. Q. Jones) haben bereits Position auf dem Dach des Nachbargebäudes bezogen, bereit dafür sofort zu schießen, wenn die Räuber die Bank verlassen. Die Bande muss sich den Weg aus der Stadt freischießen - es kommt zu einem blutigen Massaker mit vielen Toten, darunter auch unbescholtene Bürger. Mit Dutch Engstrom (Ernest Borgnine), den Brüdern Lyle (Warren Oates) und Tector Gorch (Ben Johnson) sowie dem Mexikaner Angel (Jaime Sanchez) kann Pike fliehen, doch viele seiner Männer werden erschossen. Sie treffen sich ausserhalb der Stadt mit Freddie Sykes (Edmund O'Brien), dem ältesten Mitglied der Bande - dort soll die Beute geteilt werden und mit neuen Pferden die Flucht nach Mexiko angetreten werden. Dort machen sie Bekanntschaft mit dem Banditengeneral Mapache (Emilio Fernandez), der mit seinen Männern das Dorf von Angel geplündert hat, dessen Vater ermordet und Angels Mädchen als Geliebte mitgenommen hat. Der Despot macht den "Gringos" das Angebot für 10.000 Dollar in Gold, wenn sie für ihn einen amerikanischen Munitionszug ausrauben. Die Männer willigen ein. Immer verfolgt natürlich von Deke Thornton und seiner Handvoll zwielichter Gestalten....
Sam, Peckinpah zelebriert diesen Ritt in den Tod mit einer extrem blutigen Spur, aber auch mit dieser eigentümlichen traurigen Romantik, die ihn schliesslich zu einem der besten Western aller Zeiten machte. Der Spätwestern wurde wegen seiner Gewaltszenen schnell berüchtigt und berühmt, er ist der zweite amerikanische Klassiker nach Arthur Penns "Bonnie and Clyde", der Slowmotion zum konsequenten Stilmittel des Blutrausches macht. Die Toten wirbeln wie in einem Ballett durch die Luft. Luvien Ballards Kamera erzeugt diese heroische Verlorenheit, die die ganze Geschichte als roter Faden durchzieht. Unvergessen bleibt der Showdown, der automatisch funktioniert, ohne dass die vier Männer dazu einen Dialog bräuchten - sie gehen wortlos zu ihren Pferden, nehmen die Knarren und laufen dann gemeinsam in Richtung Mapache, der sich von seinen Untergebenenen und den deutschen Verbündeten feiern lässt. Neben "Sacramento" ist dies Sam Peckinpahs größter Regietriumph, alleine schon die unglaublich intensive Eingangsszene mit dem Gegenschnitt von Banküberfall und den draussen spielenden Kindern lässt sich sowohl Vielschichtigkeit und Thema schon erkennen. Die Gewaltszenen werden immer wieder gebrochen durch versöhnliche Bilder und durch die Präsenz der männlichen Freundschaft. Der alte Mexikaner sagt dann auch einmal "Wir träumen alle davon, wieder Kind zu sein, selbst die Schlimmsten von uns". Doch es gibt in Peckinpahs düsterem Abgesang kein Zurück zu den guten alten Zeiten geschweige denn zu einer hoffnungsvolleren Zukunft, sondern alle Männer sind zum Untergang verdammt. Ähnlich wie der Überlebenskampf am Anfang des Films mit den Skorpionen, die sich verzweifelt gegen die Übermacht der Ameisen wehren, aber durch die Kinder immer wieder daran gehindert werden, dem Ameisenhaufen zu entrinnen. Bis dann das ganze Kampf-Szenario selbst in Flammen aufgeht durch die Hand des Menschen, eben einer mächtigeren Spezies. Der Kreis ist geschlossen und selbst die übrig gebliebenen Leichenfledderer, die im Film oft auftauchen, sind des Todes. Eine Anspielung auf die höhere Macht, auf Gott, der alles steuert ? Die gebrochenen Figuren, die Peckinpah hier zeigt und von den großartigen Darstellern Holden, Borgnine, O'Brien und Ryan so intensiv dargestellt werden, sind weder Gut noch Böse, auch keine Helden - sie haben lediglich ihren Männerbund, denn nur gemeinsam gelingt ihnen ein Halt in einer feindlichen Umgebung. Man merkt auch die enge Identifkation des Regisseurs mit seinen tragischen Hauptcharakteren. Sie versuchen sich in dieser feindlich gesinnten Welt zu behaupten, in der kein Platz mehr für sie vorhanden ist. Es sind diese letzten amerikanischen Outlaws des alten Wilden Westens, die mit einer neuen Zeit und mit neuen Generationen konfrontiert sind. Ein Thema, was ja auch in seinem vorher gedrehten Meisterwerk "Sacramento" vorherrschend war. Doch der großartige Western "Wild Bunch" hat noch viele weitere Subtexte zu bieten. So spielt Peckinpah geschickt mit den Erwartungen des Zuschauers, der eigentlich caovn ausgeht, dass die Soldaten Männer des Gesetzes sein müssten und eben nicht diese Galgenvögel auf dem Dach des Gebäudes, die auf der Seite der "Guten" verweilen bzw. sich hier her verirrt haben. Die Welt ist nicht immer so wie sie erscheint, so sind auch die kleinen Ameisen zumindest für einen trügerischen Moment Sieger über die Skorpione. Es ist hervorragend gemacht, da Peckinpah gar keine Position einnimmt, sondern immer nur präzise zeigt und dem Zuschauer die Schlußfolgerung selbst überlässt. Und spätestens wenn sich die Outlaws der tödlcihen Übermacht der Mexikaner gegenüberstellt, ist klar, dass wir uns hier im obersten Western-Olymp befinden.
Die Gewalt folgt auch immer einer melancholischen Choreografie. Es ist weder Heldenepos noch Banden-Western. Es ist - durch viiele Szenen belegt - die Geschichte über das ganz große persönliche Scheitern und darüber, dass man in dieser Lage noch ein Stück über sich hinauswachsen will, es aber dennoch gründlich vermasselt. Als Pike am Ende die junge mexikanische Prostituierte verlässt, meint man an seinem müden Blick in ihre Richtung zu erkennen, dass er sich in diesem Moment eingesteht, nichts mehr von Wert weitergeben zu können, keine Familie zu haben und die Frage im Raum steht, welchen Sinn das alles hatte - im Angesicht des nahen Todes. Diese Verzweiflung wird dann in der Sequenz noch weiter auf die Spitze getrieben, in dem Moment als Mapache von Pike erschossen wird und ein paar Sekunden Stille herrscht, die dann durch ein sonderbares Lachen von Dutch aufgelöst wird - dann erst wird weiter geschosssen, obwohl es so aussah, als hätte für diese paar Sekunden die Welt und das irdische Dasein eine himmlische Eingabe empfangen. Wow, was für ein Film.
Aufnahmen und Einstellungen von Kindern hat Peckinpah immer wieder in seine Handlung eingeschnitten. Sie sind Zeugen der Gewalt, sie üben dann selbst Gewalt aus. Peckinpah war interessiert daran die Frage zu stellen, woher die Gewalt kommt, wie sie funktioniert und wohin sie am Ende fürht. Erwachsene als Vorbilder lassen sich in dieser von Peckinpah gezeigten Welt überhaupt nicht ausmachen, es sieht so aus, als würde sich die Gewalt fortpfanzen. Da Erwachsene zwangsläufig Vorbilder sein müssen, sieht man die Kinder, wie sie die Schießerei mit mehreren Toten, gleich nach der Flucht der Banditen, nachahmen. Genauso deutlich wird diese katastrophale Vorbildfunktion in der Szene, als der kleine mexikanische Kindersoldat seinem Hauptmann Mapache einen Nachricht überbringt.
Die Zeit wandelt sich in "The Wild Bunch" - die alte Wild West Epoche geht zu Ende, es gibt moderne und vernichtendere Waffen wie bspw. ein automatisches Maschinengewehr, mit dem Mapache fast wie ein Kind zu spielen beginnt - wohlwissend, dass es eine totbringende Waffe ist, die durchs Rumballern ohne das Gerät im Griff zu haben wieder einige Menschenleben in der näheren Umgebung fordert. Macht ja nix, das Leben scheint keinem hier - weder in Mexiko, noch beim großen Nachbarn Amerika, viel Wert zu sein. Und ein moralisches Gerüst, aus dem sich ein positiveres Handeln entwickeln könnte, ist weit und breit nicht in Sicht. Somit sind die Zukunftsaussichten auch nicht rosiger. Der Mensch bleibt wohl in diesem zwanghaften Gerüst namens Überlebenswillen wohl oder übel gefangen. So gesehen haben sich die Männer des Wild Bunch auch einigermassen harmonisch eingerichtet, denn zu wissen, dass man sich auf den anderen verlassen kann, sofern man sich an den über allem stehenden Regelkodex hält, gibt schon etwas Sicherheit und vor allem auch so etwas wie Familie, die gemeinsam gute und schlechte Zeiten bewältigen will. So ist auch interessanterweise die Entdeckung, dass man für wertlose Dichtungsringe sein Leben riskiert hat, Zeit für einen entpannten Moment. Denn nach dem kurzen Ärger verfliegt das Ganze in ein befreiendes Gelächter.
Bezogen auf das Genre selbst hat es Peckinpah mit diesem Film geschafft den damals erfolgreicheren ItaloWestern wieder zu überflügeln und das Genre wieder in seine Heimat zu holen. Darauf aufbauend boomte dann in den frühen 70er Jahren der Spätwestern, der auch immer wieder das Vietnam Trauma spiegelte.
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