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Kundenrezension

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein russisches Märchen mit Science-Fiction-Elementen, 23. August 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Schneesturm: Roman (Gebundene Ausgabe)
Auf "Der Schneesturm" wurde ich über eine enthusiastische Vorschau der FAZ für den Literatur-Herbst vom 07.08.2012 aufmerksam. Der Roman beginnt zunächst sowohl inhaltlich als auch stilistisch wie eine Erzählung aus dem 19. Jahrhundert und kommt ein wenig wie ein Märchen daher. Allerdings wird dieser Eindruck im Roman dadurch revidiert, dass von den Figuren stellenweise futuristische Hightech-Geräte verwendet werden, weshalb ich "Der Schneesturm" als eine Art "Science-Fiction-Märchen" bezeichnen würde.

Garin, ein Landarzt, möchte nach Dolgoje, um die dortigen Bewohner gegen eine Krankheit zu impfen, die sie in Zombies verwandelt. Leider gestaltet sich die Reise nach Dolgoje mehr als schwierig, denn ein Schneesturm zieht auf, und das von fünfzig winzigen Pferdchen gezogene und von der vogelartigen Gestalt Krächz gelenkte Mobil, mit dem der Landarzt mitfährt, bleibt immer wieder im Schnee stecken. Auf dieser Fahrt begegnen Garin und der Krächz einer lüsternen Müllerin, die mit einem Zwerg verheiratet ist, zeltenden "Dopaminierern", die in aus eigenständig wachsendem Filz bestehenden Zelten leben und pyramidenförmige Drogen verkaufen, und fahren einem im Schnee steckenden Riesen mal eben mit den Kufen durchs Nasenloch. Doch es zeichnet sich langsam, aber sicher ab, dass Garin das Ziel seiner beschwerlichen und immer wieder durch äußere Zwänge unterbrochenen Reise niemals erreichen wird. Ganz am Ende bekommen sie es auch noch mit plündernden Chinesen zu tun...

Vladimir Sorokin gelingt mit dem Roman meines Erachtens eine amüsante und vor skurrilen Einfällen nur so sprudelnde Geschichte, die mit einer Reihe absurd-witziger Begebenheiten aufwartet. Sorokins Roman nimmt hier teilweise Anleihen an der Nonsense-Literatur Lewis Carrolls, auch erinnert der Roman durch seine immer wieder aufbrandende Skurrilität an Romane Herbert Rosendorfers. "Der Schneesturm" durchzieht ein warmer und leiser Humor, teilweise auch Sarkasmus, der den Leser für sich einnimmt. Unterschwellig wird jedoch deutlich, dass durch die Darstellung der aussichts- und perspektivlosen Reise durch den ewigen Schnee Kritik an den Zuständen des heutigen Russland geübt wird. Die Reise ist hart und beschwerlich, eine Kur für die menschlichen Leiden wird jedoch nicht gefunden. Wenn man etwas an "Der Schneesturm" kritisieren möchte, dann die zu große Statik im Handlungsverlauf. Einen großen Teil nehmen gerade Szenen ein, in denen gezeigt wird, wie Garin und der Krächz mit ihrem Mobil feststecken, etwas an diesem reparieren oder in etwas hineinfahren, um dann wieder liegen zu bleiben. Dies durchzieht beinahe den gesamten Roman, nur unterbrochen durch einzelne Highlights wie die Dopaminierer oder die Müllerin oder auch den im Schnee steckenden Riesen, was sich auf Dauer etwas nervenaufreibend ausnimmt. Insgesamt aber ist "Der Schneesturm" sehr lesenswert und hat mich vor allem durch seinen schrägen Humor überzeugt.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.09.2012 18:54:31 GMT+02:00
WickedRatHill meint:
Die "große Statik im Handlungsverlauf" ist hier mit Sicherheit ein von Sorokin ganz bewusst angewandtes Stilmittel, um die quälende Stagnation im Vorhaben des Doktors für den Leser umso deutlicher erfahrbar zu machen.
Je nach Intention versteht es Sorokin ebensogut ultrarasante Actionszenen hinzuwerfen (siehe z.B. seinen ziemlich durchgeknallten "Agentenroman" "Die Herzen der Vier").

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.09.2012 15:09:20 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.09.2012 16:28:56 GMT+02:00
MM1981 meint:
Ich stimme Ihnen zu, dass Sorokin die Vorhaben des Protagonisten bewusst immer wieder im Ansatz scheitern lässt, um Stagnation oder auch Perspektivlosigkeit auszudrücken. Allerdings hätte ich mir hier doch ab und zu mehr Drive im Erzählfluss oder ein Ausbrechen aus der etwas kalenderhaften Aneinanderreihung skurriler Episoden gewünscht. Auch wenn dies ein etwas hinkender Vergleich sein dürfte, gelingt es zum Beispiel Cormac McCarthy in "Die Straße", Perspektivlosigkeit erheblich variabler darzustellen.
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