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Customer Review

on September 15, 2006
Hexenverbrennungen sind an der Tagesordnung. Aberglaube durch Unkenntnis weit verbreitet. Die Reformation noch nicht in jeden Winkel Deutschlands vorgedrungen.

In dieser Zeit, lebt der Protagonist dieses Romans. Steinmetz von Beruf, wäre Leberecht standesgemäß nicht von allzu großer Bildung. Doch sein Vater, gibt ihm einiges Wissen, durch Aufenthalte in einem Kloster autodidaktisch erworben, weiter, bevor er früh stirbt und Leberecht und seine Schwester allein zurücklässt. Zu allem Überfluss wird der Vater postum von der Inquisition als Ketzer verurteilt.

Leberecht wächst bei Pflegeeltern auf. Zu seiner recht jungen, attraktiven Ziehmutter entwickelt sich ein intimes, sexuelles Verhältnis, das so gar nicht in die Zeit passt.

Leberecht wird durch die über die Stadt hereinbrechende Pest in dem Kloster, das seinem Vater viel Wissen beschert hat, festgehalten. Dort nutzt er die Zeit, sich in der Bibliothek über die verbotenen Bücher herzumachen und saugt förmlich das Wissen der Zeit in sich auf.

Es wird vermutet, dass in der Bibliothek das letzte noch nicht vernichtete Exemplar des Buches „De astro minante" von Nikolaus Kopernikus zu finden ist. Hier hat Kopernikus einen Zusammenstoß der Erde mit einem anderen Himmelskörper berechnet und für den 08.10.1582 vorhergesagt.

Die Kirche sieht sich durch das Buch in Ihrer Macht bedroht und verfolgt mit allen Mitteln dieses Buch. Die Inquisition ist Leberechts Liebe zur Ziehmutter Martha auf die Schliche gekommen. Leberecht wird bedrängt, das Buch zu beschaffen. Der klevere Steinmetz sieht in dem Buch jedoch eine einmalige Chance und macht sich zusammen mit Martha auf den Weg nach Italien. Sein großes Wissen und seine Erfahrungen mit der Kirche machen Ihn zu einem gefährlichen Gegner des korrupten Klerus.

Vandenberg versteht es, seinen Leser tief in die Welt des 16.Jhds eintauchen zu lassen. Er beschreibt detailliert einige Schauplätze und entwickelt die wichtigsten Charaktere ausführlich und kontinuierlich.

Die Geschichte kommt zunächst augenscheinlich nicht richtig in Schwung und auch zum Ende hin gerät der Leser in eine Leere, die er durch die enge Beziehung zu Leberecht aufgebaut hat. Erst rückblickend wird klar, dass es bei diesem Buch um etwas anderes ging, als das Abenteuer eines Steinmetzes in der Zeit der wissenschaftlichen Revolution und der Reformation.

Vandenberg prangert ein immer noch sehr aktuelles Thema an, den Umgang der katholischen Kirche mit der Sexualität und dem anders Denken. Er schildert das dunkelste Kapitel der Institution Kirche brutal und unverblümt: Inquisition, Ablassglaube und Selbstkasteiung. Der Leser wird in die Rolle des rebellierenden Querdenkers genommen, die Vandenberg mit Leberecht perfekt konstruiert hat.

Es wird deutlich, dass die Scheinheiligkeit der Römischen Kirche zum Ende Ihrer Blütezeit von fast jedem gebildeteren Menschen durchschaut und gehasst wird. Die heuchlerischen Methoden werden jedoch öffentlich nur selten angezweifelt, da das installierte Angstregiment der "heiligen" Inquisition hervorragend funktioniert.

Unterschwellig finden sich diese Methoden der Angstverbreitung in unserer Gesellschaft überall wieder. Selten hat man in den großen Unternehmen so mit dem Schreckgespenst Arbeitslosigkeit gespielt, wie heute. Manager werden dazu angehalten, nach oben zu glänzen und nicht mit schlechten Zahlen aufzufallen. Wenn doch, wird nicht der Missstand ausgemerzt, sondern der Mitarbeiter ausgewechselt. Das lässt sich in fast allen anderen Bereichen wie der Innenpolitik und vor allem der internationalen Politik endlos weiter spinnen.

Der Roman ist ein historischer, die Aussage topaktuell!

Ein Roman, dessen eigentliche Aussage nicht sofort deutlich wird. Trotzdem durchaus spannend erzählt und gut recherchiert.
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