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Kundenrezension

am 23. Juli 2013
Dies ist ein Filmbuch, wie es leider nur selten produziert wird:
Der Autor Georg Seeßlen ist ein echter Kenner und kompetenter Autor zum Thema Kino, der schon unzählige Bücher zu diesem Theme veröffentliocht hat. Im vorliegenden Buch liefert er eine umfassende Analyse von Quentin Tarantinos Kriegsepos ,Inglourious Basterds', samt genauer Angabe der Vorbilder in Kinofiktion und der Realität des Dritten Reichs samt dessen Kriegspropaganda.

Das Buch ist sehr textlastig, ist also keine dieser überflüssigen Publikationen, die nur lustlos bekannte Details aneinanderreihen und den Umfang des Buches mit großformatigen Photos künstlich aufblasen.

,Quentin Tarantino gegen die Nazis - Alles über Inglourious Basterds' ist akademisch und anspruchsvoll geschrieben, dennoch auch verständlich. Dieses Buch liefert einen Einblick in die Inspirationen und Vorbilder, die Quentin Tarantinos Kriegsfilm beeinflusst haben und schafft auch ein tieferes Verständnis. Verwundert muss man erfahren, dass der Nationalsozialismus auch abseits der Leinwand ein eigenes Genre bildet samt einprägsamen, einzigartigen und unverwechselbaren Symbolen.

Überrascht stellte ich am Ende des Buches fest, dass der Autor nur sehr wenig andere Bücher und Artikel für sein Buch genutzt hat, er also einen weiten Teil des Buches tatsächlich selbst verfasst hat.
Beim Lesen des Buches wird auch klar, dass sich den Zuschauern wohl nur ein geringer Teil von Quentin Tarantinos Zitatenschatz vollständig erschließt - dieses Buch hilft weiter. Und bei der Lektüre habe ich mich auch gefragt, warum wir Deutschen uns derart die Butter vom Brot nehmen lassen:Die Amerikaner haben doch schließlich oft genug vorgemacht, wie man eine zweifelhafte Angelegenheit durch moderne Medien doch noch gut verkaufen kann:Die Eroberung des Westens samt Unterwerfung der Indianer wurde in unzähligen Western portraitiert und auch der verlorene Vietnamkrieg in den 1980ern an den Kinokassen in bare Münze verwandelt! Man stelle sich nur mal einen Film wie ,Inglourious Basterds' als deutsche Produktion vor mit den Nazis als Helden vor. Ganz so abwegig ist das nicht, denn die Satire ,Iron Sky' ging ja schon in diese Richtung ... Auch war Europa bereits in den Jahrhunderten zuvor wahrlich kein friedlicher Kontinent, sondern gezeichnet durch Verfolgung (Die Christen hatten unter den Römern nichts zu lachen und Römer und Germanen sollen nicht zimperlich gewesen sein! Auch die französische Revolution war nichts für Pazifisten!), Kriege, Konflikte, Eroberungen, Revolutionen u.ä. gezeichnet.
Überhaupt vermittelt das vorliegende Buch anschaulich, dass der zweite Weltkrieg nie ganz weg war, aber seit Ende der 1990er eine regelrechte Renaissance erlebt:Die Literatur lieferte (teils unbequeme) Analysen (,D-Day - Die Schlacht um die Normandie' von Antony Beevor) oder auch eine bissige Satire wie der aktuelle ,Er ist wieder da' von Timur Vermes, fürs Kino entstanden ,Der Soldat James Ryan', ,Windtalkers', ,Der schmale Grat', fürs Fernsehen nicht nur Serien wie ,Band Of Brothers' und ,The Pacific', sondern es vergeht auch kaum eine Woche, in der nicht irgendeine WWII-Doku gesendet wird und auch die Welt der Videospiele griff das Thema WWII dankbar auf und schuf diverse Egoshooter-Reihen (,Call Of Duty', ,Medal Of Honor'), die Großvaters Kriegserzählungen ersetzten, da diese Kriegsgeneration aus verständlichen Gründen nicht mehr so zahlenmäßig hoch vertreten ist wie noch vor 40 Jahren. Erfolgt diese Renaissance, weil die Auswirkungen des WWII auch heute noch spürbar sind? Vielleicht ist es auch die Sehnsucht der Menschen nach einer Zeit, die zwar hart, aber überschaubar war und Freund und Feind klar erkennbar waren. Und nebenbei schufen wir einen Archetypus des Schurken, den Nazi. Dagegen versinken wir heute, wie viele andere westliche Länder auch, in Beliebigkeit und Austauschbarkeit der internationalen Anpassung und Globalisierung.

Ich würde mich freuen, wenn öfter derlei anspruchsvolle Filmbücher veröffentlicht werden würden, aber zu welchen Filmen denn? Bei der Lektüre dieses Buches wurde mir einmal mehr klar, wie oberflächlich und belanglos die meisten, besonders die modernen Mainstream-Filme geworden sind. Ich kann mir ein solches Buch nur schwer zum letzten ,James Bond'-Film ,Skyfall' vorstellen, ich meine, die Dialoge in ,Inglorious Basterds' finden in vier verschiedenen Sprachen statt. Allein derlei würden sich die Produzenten der ,James Bond'-Filme nie trauen, weil sie fürchten würden, ihr Publikum damit zu überfordern!
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