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Kundenrezension

am 8. Mai 2010
Wie schon in ihrem grandiosen Erstling "Der Wald vor lauter Bäumen" demonstriert Maren Ade eine beeindruckende Präzision in der Beobachtung und Offenlegung menschlicher Verhaltensmuster in der Interaktion mit Anderen.
"Alle Anderen" ist zum Glück sonniger geraten als der Vorgänger - schließlich geht es hier auch nicht um eine in unentrinnbarer Isolation gefangene Einzelperson, sondern um ein auf den ersten Blick sympathisches, gut miteinander harmonierendes Paar.

Die Rollen in dieser Paarkonstellation sind immer im Wandel und auch die Sympathien, die man als Zuschauer hegt, tendieren mal zur einen und mal zur anderen Seite.
Wirkt Gitti (Minichmayer) anfangs vielleicht ein wenig zu laut, raubeinig und selbstsicher, offenbaren sich im Laufe der Geschichte ganz andere Seiten an ihr und man schließt sie recht schnell ins Herz.

Chris (Eidinger) ist zu Beginn die stille, sensible Schönheit - was in Verbindung mit der burschikosen Gitti einer interessanten Umkehrung der klassischen Geschlechterrollen gleichkommt. Alsbald legt der scheinbar so nette Chris jedoch manchmal eine abweisende Kälte an den Tag und man sieht ihn in einem ganz anderen Licht. So sehr unterscheidet sich der "neue",aufgeklärte Mann manchmal gar nicht vom Macho und Patriarchen alter Schule.

Bei vielen Szenen wird sich der Zuschauer denken: "Ja, genauso ist es!", "Diese Situation habe ich genauso erlebt!". Gerade im Zusammentreffen mit dem anderen Pärchen offenbart sich vieles über unsere Art der Kommunikation und auch über unsere allgemeinen Wertvorstellungen, die uns manchmal selbst dann im Griff haben, wenn wir uns eigentlich für unkonventionell halten.
Darin liegt der Trost des Films: dass es einem nicht nur selbst manchmal alles so ritualisiert und vorgezeichnet vorkommt. Kommunikation ist eben doch ein Minenfeld, das den Anderen auch nicht immer so mühelos gelingt.

Was der Film auch sehr schön zeigt: Manchmal gibt es einfach kein "richtig" mehr. Manchmal ist eine Situation so verfahren, eine Beziehung durch einen Fehler oder Streit so vergiftet, dass jedes Wort verletzt - das gesprochene, das unausgesprochene, das tröstlich gemeinte wie das anklagende.
Bleibt die Frage: Ist jede längerfristige zwischenmenschliche Beziehung zum Scheitern verurteilt? Der Film beantwortet diese Frage trotz aller Konflikte seiner Charaktere nicht mit einem eindeutigen Nein, was ja durchaus tröstlich ist.
Ein lehrreicher, erhellender Film. Abgerundet wird die DVD-Ausgabe mit einigen schönen Extras (Interviews/ Audiokommentar / Outtakes und mehr) und einem ebenfalls schönen Photo-Booklet. Kurz und knapp: Ich liebe diesen Film und empfehle ihn guten Gewissens auch allen anderen.
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