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Kundenrezension

am 23. Juni 2011
Eigentlich ist mir der Name Joe Bonamassa erst seit der Gründung von Black Country Communion ein Begriff. Der knapp vierunddreißig jährige Kalifornier genießt in den USA seit etlichen Jährchen einen fabelhaften Ruf als Gitarrist und Komponist im Blues/Country Genre und kann neben einer stattlichen Diskographie (insgesamt zehn Studioalben) seiner eigenen Solotaten ebenso Live Auftritte mit solch Legenden wie Eric Clapton oder B.B. King (bereits im zarten Alter von 12!) vorweisen. Als großer Inspirator nennt der Meister selbst Rory Gallagher.

Hohe Chart-Einstiege in Amerika sind inzwischen nicht mehr der große Aufreger für Bonamassa und seine Mitstreiter, so schielt man dieser Tage mehr und mehr nach Europa, um auch hier fest Fuß zu fassen, speziell in Deutschland hat sich jedoch schon eine solide Fanbase entwickelt. Insider dürften mit solch Werken wie "Blues Deluxe" oder "The Ballad Of John Henry" den Vergleichstest bislang abgeschlossen haben, während mein persönlicher Einstieg eben nun mal "Dust Bowl" lautet '

Blues ist nicht gleich Blues. Speziell wegen der hier vorherrschenden Bandbreite von "Dust Bowl" wird dies dem wenig voreingenommenen Hörer bald offenkundig und lässt ihn ein ums andere mal Kopf nickend zurück. Denn mit welch einfachen Mittelchen da brillante Effekte erzielt werden, ist mitunter erste Sahne. So z. B. beim coolen Opener "Slow Train", der selbstredend völlig relaxed heran schnaubt, um dich auf die Reise zur "Dust Bowl" einzuladen. Und genau dieser Titeltrack ist dann ein derart hinreißender Ohrwurm, der einen Tage lang verfolgt: düster sein Grundton, verfeinert von Mundharmonika Sequenzen und Klampfensoli in unmittelbarer G-Punkt Nähe (oder so ähnlich); meine Herren, so etwas das nenne ich mal wirklich geschmeidig zum Quadrat! Mit dem fluffigen Gute-Laune-Rocker "Tennessee Plates" (featuring John Hiatt) wird die leicht gedämpfte Stimmung neutralisiert, ehe der Tross mit dem folkloristisch gezierten Epik-Stampfer "Black Lung Heartache" wiederum Bauklötze Größe XXXL staunen lässt. Zwangsläufig müssen hier solch Kaperzunder wie Gary Moore (R.I.P.) oder Led Zeppelin genannt werden, um nur eine vage Vorstellung davon zu bekommen, auf welchem Songwriting-Level hier gezaubert wird.

Dramaturgische Vibes kommen weiters in "The Last Matador Of Bayonne", "No Love On The Street" und in "Heartbreaker" vor, wobei wenig überraschend, dass Bonamassa's engem Freund Glenn Hughes die Ehre zukam, den letztgenannten einzusingen. Das ist Passion in Reinkultur. Mit "The Meaning Of The Blues", "You Better Watching Yourself" und "Sweet Rowena" (feat. Vince Gill) finden sich ebenso Mitläufer auf Silberling, was angesichts der klaren Dominanz der erwähnten Glanzpunkte nicht groß ins Gewicht fällt. Beendet wird die Silberscheibe durch das fantastische, wahrlich Herz zerreissende "Prisoner".

Grundsätzlich bleibt zu sagen: Joe Bonamassa hat den Dreh locker heraus, aus wenigen Ideen Songs mit Vielfalt und Langzeitwirkung zu kreieren ... ob jetzt Blues, Country, Folk oder Rockabilly ist dabei völlig schnurz. Und langweilig dürfte es dem jungen Gentleman des modernen Blues ohnehin nicht werden, denn gerade als ich die ersten Klänge von "Dust Bowl" vernahm, war bereits von der Fertigstellung des zweiten Black Country Communion Albums zu lesen. Also dann, meine Herren Sherinian, Bonham, Hughes & Bonamassa ' legt hier gleich einen drauf!

Zusatzinfo: als weiteren Kaufanreiz muss man das edel gestaltete und nicht minder fette Digibook erwähnen, ein ähnlich tolles Ding wie die letzte Steve Lukather Scheibe "All's Well That Ends Well" (ebenso auf Mascot Records erschienen).
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