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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENTam 23. Mai 2012
Kahnemann stellt im Buch die Frage, wie Menschen heute Entscheidungen treffen und welchen Irrtümern und Fehleinschätzungen sie dabei unterliegen. Er geht dabei von einem Zusammenspiel zweier Denk-Systeme aus: einem schnellen, intuitiven, dass häufig zu falschen Entscheidungen führt, und einem zweiten, analytischerem , dass wir erschütternd oft unbewusst umgehen.

Das schnelle, assoziative Denken nennt er System 1. Wenn zum Beispiel nach der Hauptstadt von Frankreich gefragt wird, hat man sofort Paris im Sinn. Und bei der Frage nach dem Ergebnis von 2 + 2 weiss man sofort: 4. Aber dieses schnelle, assoziative Denken hat eben auch seine Tücken, führt zu eingeschränkter Wahrnehmung. Hier sei der berühmte "Gorilla-Test" angeführt. Dabei sollten Probanten in einem Video sich nur auf die Spieler in Weiß konzentrieren. 50 % von ihnen bemerkten nicht den schwarzen Gorilla, der auch mit im Bild war. Oft übersehen wir also Offensichtliches.

Das langsame, wohlüberlegte, rationale Denken soll uns davor schützen. Der Autor nennt es das System 2. Auch hierzu nennt der Autor ein einleuchtendes Beispiel. Ausgehend von der bereits erwähnten Frage nach dem Ergebnis von 2 plus 2 macht er die Rechenaufgabe nun wesentlich schwieriger. Er fragt nämlich nach dem Ergebnis von 13 mal 18. Natürlich kommt man (ohne Taschenrechner) auch irgendwann auf das richtige Ergebnis von 234. Aber es ist schon wesentlich mühseliger.

Das langsame, analytische Denken (System 2) ist also anstrengend, kostet mentale Energie, so dass man unbewusst dazu neigt, es zu umgehen. Hierzu ebenfalls ein Beispiel aus dem Buch. Es wurden die Urteile von Richtern untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass die Urteilsspüche weniger mit den individuellen Fällen und stattdessen mehr mit dem Tagesablauf der Richter zu tun hatten. Die Richter haben viel mehr Leute auf Bewährung entlassen, wenn der Fall früh oder nach der Mittagspause dran kam. Die schlechtesten Chancen hatten Häftlinge, wenn ihr Fall verhandelt wurde und die Richter schon mehrere Stunden gearbeitet hatten. Hier wurden die meisten Bewährungsanträge abgelehnt.

Kahnemann erklärt dieses Phänomen mit mentaler Müdigkeit. Er sagt, dass die Arbeit von Richtern in erster Linie langsames, analytisches Denken beansprucht. Dies ist aber anstrengend und laugt die mentalen Energiereserven aus. Deshalb ist es eine menschliche Reaktion der Richter, irgendwann im "Standard-Modus" zu denken. In diesem Fall mit der Überlegung: er sitzt schon im Gefängnis, also lieber nichts dran ändern.

Fazit: Das Buch ist sehr wissenschaftlich und oft anstrengend. Schliesslich hat man es auch mit einem Nobelpreisträger zu tun. Aber die Lektüre lohnt doch aufgrund der vielen interessanten Fallstudien und der damit verbundenen Denkanstösse.
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