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Kundenrezension

78 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Krisen des Kapitalismus ähneln sich, 5. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Sieg des Kapitals: Wie der Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen (Kindle Edition)
Ich befürchte das Buch wird viele negative Bewertungen bekommen, denn Frau Herrmann argumentiert gegen den Mainstream.
Es ist die Geschichte des Kapitalismus, bei der aufgezeigt wird unter welchen Bedingungen Krisen entstehen bzw. der Kapitalismus Wohlstand erzeugt.

Frau Herrmann setzt den Beginn des Kapitalismus Mitte des 18. Jahrhunderts in Nordwest England an. Vorher gab es durchaus freie Marktwirtschaft, was aber nicht mit Kapitalismus zu verwechseln ist. Aber erst in England begann man menschliche Arbeitskraft konsequent durch Maschinen zu ersetzen - und das obwohl die Technologie wie die Dampfmaschine schon den Römern bekannt war. Die Ursache für den Beginn des Kapitalismus in England sieht die Autorin darin dass die Löhne sehr hoch und Energie sehr billig war.Zuvor gab es Jahrtausende kein kontinuierliches wirtschaftliches Wachstum. Die Lebensqualität hängte in erster Linie von der Ernte ab.

Die Autorin beschreibt die Geschichte des Kapitalismus, ohne den Bezug zur Gegenwart zu verlieren. Die Ursachen für die Krisen des Kapitals in seinen frühen Zeiten bis heute zur Eurokrise hat immer ähnliche Strukturen. Während vor dem Kapitalismus der Mangel an Gütern insbesondere Lebensmittel die Menschen verarmen lies, ist der Hauptgrund der Krisen die Überproduktion bzw. Absatzschwierigkeiten.

Die Regierungen verschärfen die Krisen weil sie Volks- und Betriebswirtschaftslehre verwechseln. Der Wohlstand des Volkes ist alleinig abhängig von der Realwirtschaft. Wächst das Kapital schneller als das reale Wirtschaftswachstum entstehen Blasen. Die Menschen glauben noch Sie seien reich weil sie viel Geld haben. Die Unternehmen investieren verstärkt auf dem Kapitalmarkt anstatt in die reale Wirtschaft weil dort die Rendite deutlich höher ist. Sobald die Blase platzt beginnen plötzlich alle zu sparen was die Realwirtschaft weiter schwächt.

Was die Autorin postuliert ist in den Augen der Konservativen ein wahrer Giftschrank. Ich konzentriere mich auf das was die Gegenwart betrifft, was vielleicht das Buch falsch wiedergibt da ein grosser Teil des Buches sich mit der Vergangenheit beschäftigt. Aber die Fehler der Vergangenheit wiederholen sich bei den heutigen Krisen:

- Sie zeigt dass der Kapitalismus am besten bei hohen Löhnen funktioniert. Bei niedrigen Löhnen lohnt es sich nicht Maschinen einzusetzen und die Firmen bekommen Absatzschwierigkeiten.
- Gute Sozialsysteme schwächen die Krise ab. Als Hinweis gilt u.a. das Kurzarbeitergeld und Abwrackprämie in Deutschland. Gute Sozialsysteme sorgen dafür dass die Menschen auch in der Krise noch konsumieren. Das Problem dass in der Rezession alle Sparen wird gemildert.
- Wenn die Menschen und Unternehmen sparen, darf es der Staat nicht tun. Der Kapitalismus benötigt Wachstum und wenn alle gleichzeitig sparen wird das Wachstum abgewürgt.
- Die Autorin plädiert für höhere Steuern bei den Reichen, da dessen Sparquote höher ist.
- Der Arbeitsmarkt ist kein echter Markt, aufgrund des Machtgefälles zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer
- Die Riesterrente ist eine Vermögensvernichtungsmaschine
- Da die Zinzen nie unter 0 fallen können, ist eine niedrige Inflation sinnvoll um in einer Rezzession noch reagieren zu können. Die Angst der Deutschen vor der Inflation ist unbegründet. Typisch für die Krisen waren immer deflationäre Entwicklung.
- Die Agenda 2010 ist mit verantwortlich für die Eurokrise, und die Austeritätsprogramme verschärfen diese.
- Es war richtig dass die EZB Staatsanleihen kauft.
- Bei andauernden Exportüberschüssen ist es nur eine Frage der Zeit bis sich das Auslandsvermögen in Null auflöst.
- Der Kapitalismus ist nicht zu verwechseln mit Marktwirschaft. Wir haben heute nur noch in den Nischen freie Marktwirtschaft. z.B Handwerk und Gaststätten. Die grossen Konzerne haben keine echte Konkurrenz.
- Der Staat muss ein ein sehr wesentlicher Teil des Kapitalismus sein, sonst bricht dieser sofort zusammen
- Die Globalisierung ist kein neues Phänomen.

Aber auch einiges wird den Linken nicht gefallen:

- Der Kapitalismus hat den Menschen Wohlstand gebracht.
- Zinzen sind kein Problem, solange die Realwirtschaft (+ Inflationsrate) entsprechend wächst
- Auch die Geldschöpfung aus dem Nichts durch Kredite muss nicht zwingend zu Krisen führen
- Das Wunder von Wörgl entstand nicht aufgrund des Freigelds sondern aufgrund der Nachfragepolitik
- Es war richtig die Banken zu retten.

Gelacht habe ich als sie die Autorin Ronald Reagon Politik als Keynesianismus für Reiche betitelte.

Die Autorin glaubt dass die ökologischen Probleme das Ende des Kapitalismus einläuten werden. Der Kapitalismus funktioniert nur unter Wachstum und endloses Wachstum kann es in einer endlichen Welt nicht geben. Aber das Ende des Kapitalismus wird nicht das Ende der Menschheit sein.

Ich bewerte das Buch mit 5 Punkten, weil es einfach geschrieben ist, und die Argumente gut begründet und mich zum Nachdenken gebracht haben.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.01.2014 18:13:35 GMT+01:00
Wasservogel meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 09.06.2016 21:33:27 GMT+02:00
Ein Suchender meint:
- Der Kapitalismus hat den Menschen Wohlstand gebracht.
Mit Chips und Bier Harz4 TV gucken bringt keinen Wohlstand. Wohlstand kommt durch Tun. Wenn tüchtigen Menschen dann noch Geld zu Verfügung gestellt wird gehts um so schneller. Technischer Fortschritt in Richtung erneuerbarer Energieen und Kreislaufsystemen zerstört doch keine Welt. Kapitalismus und Erdölverbrauch ist nicht das Selbe. Technischer Fortschritt ist doch nicht für alle Zeiten ans Erdöl gebunden. Aber das wird hier suggeriert.
- Zinzen sind kein Problem, solange die Realwirtschaft (+ Inflationsrate) entsprechend wächst
Hier liegt die Wurzel des Übels. Ein Schneeballsystem lebt nur solange wie es Neuschuldner gibt. Zinsen sind absolut unschädlich. Wenn sie aber nach der Geldschöpfung verlangt werden obwohl nicht mitgeschöpft, führt das unwiderruflich in die Katastrophe.
- Auch die Geldschöpfung aus dem Nichts durch Kredite muss nicht zwingend zu Krisen führen.
Richtig. Aber nur wenn das neue Geld zinslos ans Volk verteilt (verschenkt) wird. Könnte über ein Grundeinkommen gemacht werden. Werden aber Schuldzinsen verlangt, führt das zwingend in die Katastrophe.
- Das Wunder von Wörgl entstand nicht aufgrund des Freigelds sondern aufgrund der Nachfragepolitik.
Nachfrage gibts aber nur wenn Geld vorhanden ist. Das ist ja das Problem bei der Deflation. Kein Geld - keine Nachfrage. Wie Nachfragepolitik ohne Geld funktionieren soll und wie diese Aussehen soll darf gerne erklärt werden.
- Es war richtig die Banken zu retten.
Damit wurde das Problem nur nach hinten verschoben. Die Probleme unseren Kindern aufhalsen ist an Perfidität nicht zu überbieten.

Marktgesetze, Kapitalismus und Geldsystem so zu verwusteln das die pure Verblödung rauskommt ist dennoch eine Leistung. Wer hier 5 Sterne vergibt hat offensichtlich gar nichts verstanden.
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