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Kundenrezension

NR. 1 HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 14. Oktober 2012
Publikumsbeschimpfungen haben Tradition. Aber es braucht in der Regel besondere Umstände, um sich stundenlang anzuhören, was man nicht gerne hört. Und weil Gruppendruck dazu gehört, strömten wir damals ins Theater, als uns Peter Handke durch vier namenslose Personen die Leviten lesen ließ. Aber das war’s dann. Endlich wieder im Freien, schnauften wir tief durch und fragten uns, was ihm das Recht zu diesen Tiraden gab.

Wenn ich mich während der Lektüre von Claudia Langers Streitschrift an diese Geschichte erinnerte, ist das kein Zufall. Denn auch die ehemalige Werberin und Gründerin der Münchner Stiftung Utopia nimmt kein Blatt vor den Mund. Nur vertritt sie ein Anliegen, das sehr viel grösser und wichtiger ist als die Abschaffung des bürgerlichen Theaters.

Nach der Widmung und dem Inhaltsverzeichnis heißt es gleich „Meine Anklage“. Damit tritt Claudia Langer in die Fußstapfen von Emile Zola, der seinem berühmten offenen Brief an den französischen Präsidenten der Französischen Republik den Titel „J’accuse...!“ gab. Doch was am 13. Januar 1898 für einen Skandal sorgte, hatte einen klaren Gegner und ein ebenso klares Ziel. Aber einen politisch movierten Justizirrtum aufzudecken ist etwas völlig anderes als die ganze Welt zu retten. Und genau darin liegt der Schwachpunkt von Claudia Langers Streitschrift.

Ihre zehn Paragraphen wecken keine großen Widerstände. Dass Eltern, Großeltern, Jugendliche, Eliten, Konsumenten, Manager, Investoren, Politiker, Wissenschaftler und die Menschen der „Man müsste Mal-Generation“ Verantwortung übernehmen sollten, löst beruhigendes Kopfnicken aus. Aber mehr nicht. Vor allem nicht, wenn das Publikum gleich auf die Anklagebank gesetzt wird und 184 Seiten lang dort verharren muss.

Auch wer kein Psychologiestudium hinter sich hat, ahnt die Wirkungslosigkeit von Claudia Langers Konzept. Ohne der Autorin diese Absicht unterstellen zu wollen, fördert sie mir einer solchen Streitschrift einen Ablasshandel, der wirklichen Veränderungen sogar im Wege stehen kann. Man unterstützt die Stiftung „Utopia“ mit eigenem oder fremden Geld, reinigt damit sein Gewissen und zieht vielleicht den Ersatz der alten Ölheizung etwas vor. Das ist zwar polemisch formuliert und tut vielen Lesern Unrecht, aber wird allzu oft eintreffen.

Mit der Rettung der Welt beschäftigen sich außer Claudia Langer und ihr Team von Utopia auch zahlreiche renommierte Verhaltensforscher. Von ihren in der Praxis bereits erprobten Strategien erfährt man in diesem Buch viel zu wenig. Dafür nimmt der Leser zur Kenntnis, dass sich die Autorin jeden Flug zuerst zweimal überlegt statt konsequent ökologischere Beförderungsmittel zu benutzen. Verzicht ist eben nicht einfach, wenn es einem selber betrifft.

Mein Fazit: Gute Absicht hin oder her, mich überzeugt der Ansatz von Claudia Langer wenig. Gerade weil es so wichtig ist, eingeschliffene Verhaltensmuster zu ändern, sollte man dort ansetzen, wo bereits etwas in Bewegung geraten ist. Und das ist auf der Anklagebank am wenigstens der Fall. Ob wir uns mit einer Streitschrift wie dieser schon bald in Utopia sehen, bezweifle ich. Daher meine ich: Man könnte sich vielleicht auch damit anfreunden, wie sich Menschen wirklich verhalten. Und dann mit diesem Wissen Strategien entwerfen, die kleine und große Veränderungen bewirken.
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