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Kundenrezension

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erniedrigt, 12. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Eden (DVD)
(Kinoversion)

Die Regisseurin Megan Griffiths hat sich für ihren dritten Langfilm die wahre Geschichte von Chong Kim, einer koreanischstämmigen Amerikanerin, ausgesucht, die von 1995-97 von einem Mädchenhändlerring gefangen gehalten und zur Prostitution gezwungen wurde. Erst zehn Jahre nach den traumatischen Erlebnissen konnte Chong Kim überhaupt darüber sprechen, was ihr zugestoßen ist. Sie hat ein Buch geschrieben und sich entschieden, am Drehbuch für den Film mitzuwirken. Darüber hinaus hat sie eine Hilfsorganisation für Mädchen gegründet, denen Ähnliches wie ihr widerfahren ist. Chong Kim ist mittlerweile verheiratet und Mutter und lebt in Texas. „Eden“ erzählt ihre Geschichte.

Die 19jährige Jae (Jamie Chung, „Hangover 2“) lebt bei ihren hart arbeitenden Eltern in New Mexico, bis sie eines Abends von einem gutaussehenden Feuerwehrmann in einer Bar angesprochen wird. Als sie jedoch entdeckt, dass der gar kein Feuerwehrmann ist, ist es bereits zu spät. Sie wird in den Kofferraum geworfen und irgendwo in der Wüste Nevadas abgeladen. Dort führt Polizeichef Bob Gault (Beau Bridges, „The Descendants“) in einer riesigen Lagerhalle eine Art Minderjährigen-Bordell. Aus allen Teilen des Landes hat sich Gault junge Mädchen heranschaffen lassen, die er nun zur Prostitution zwingt. Dazu werden die Mädchen stets irgendwohin gefahren, wo die Kunden auf sie warten. Ansonsten vegetieren sie in abschließbaren Lagerräumen vor sich hin. Jae, die von Gault in Eden umgetauft wurde, kann sich nur schwer an ihr neues Leben gewöhnen und begehrt teilweise heftig dagegen auf. Als sie daraufhin allerdings gefoltert wird, beschließt sie, sich bei Gaults Stellvertreter Vaughan (Matt O’Leary, „In Time“) beliebt zu machen und ihm ihre Fähigkeiten als Buchhalterin für das „Unternehmen“ anzubieten. In den folgenden zwei Jahren kann Eden so vermeiden, weiter missbraucht zu werden und gleichzeitig ihre Flucht planen…

„Eden“ ist nicht nur Martyrium für die arme Jae, sondern auch für den Zuschauer. Megan Griffiths zeichnet erschreckend genau nach, wie weit nach oben sich die Spirale aus Gewalt, Entführung und Missbrauch mittlerweile in Amerika und natürlich auch vielen anderen Ländern gedreht hat. Es ist problemlos möglich, zuhauf junge Mädchen zu entführen und an geheimen Orten gefangen zu halten. Sie werden erniedrigt, gefoltert und zur Prostitution gezwungen, um möglichst viel Geld mit ihnen zu verdienen. Einige werden bei nicht erbrachter Leistung erschossen, andere werden jahrelang gequält und ausgenutzt, ohne dass sich ihnen je die Möglichkeit zur Flucht bietet. Sie werden unter Drogen gesetzt, eingeschüchtert und geschlagen, um sie für ihren neuen „Job“ gefügig zu machen. All dies zeigt „Eden“ mit beängstigender Intensität. Für Authentizität dürfte dank der Mitwirkung der echten Eden am Drehbuch gesorgt sein.

Allerdings verliert der Film sich auch ab und an in seiner Detailverliebtheit. Da, wo man gerne noch mehr über die einzelnen Schicksale der Mädchen erfahren hätte, schwenkt Griffiths ab in unbedeutende Szenen der Lager-Routine oder das Leben von Polizeichef Gault. Auch das Erzähltempo des 98minütigen Films lässt sie manchmal sehr schleifen, so dass das Entsetzliche hier fast zur Routine verkommt, die den Zuschauer abstumpfen lässt. Glücklicherweise weiß Griffiths dies meistens aber wieder zu konterkarieren, etwa, wenn Eden zur Strafe in eine Wanne mit Eiswürfeln gelegt wird, in der sie stundenlang ausharren muss. Als sie merkt, dass sie mit dem Aufbegehren gegen ihre Situation nichts auszurichten vermag, besinnt sie sich auf ihren Opportunismus und versucht, Aufseher und rechte Hand von Gault, Vaughan, für sich einzunehmen. Der cracksüchtige Choleriker lässt sich dann auch tatsächlich von Edens Geschäftstüchtigkeit überzeugen und gewährt ihr gewisse Freiheiten innerhalb, später auch außerhalb des Lagers.

Doch auch hier gerät die Geschichte erneut ins Stocken. Edens Fluchtvorbereitungen nehmen fast zwei Jahre in Anspruch und manchmal ist einfach nicht ersichtlich, warum das alles so lange dauert und sie keine frühere Möglichkeit zur Flucht genutzt hat. Wahrscheinlich gab es keine, aber dies wird im Film nicht so recht deutlich. Daher ist der Prozess des sich Hocharbeitens innerhalb der Organisation manchmal etwas zäh und langweilig geraten, weil der Film hier sein dramatisches Potenzial nicht ausschöpfen kann.

Etwas enttäuschend ist dann auch das Ende des Films, dass man sich irgendwie ein bisschen spektakulärer und auch grausamer gewünscht hätte. Griffiths hat so gekonnt den Hass des Zuschauers gegenüber Edens Peinigern geschürt, dass man sie einfach ein bisschen mehr leiden sehen möchte für das, was sie diesem armen Mädchen über Jahre hinweg angetan haben. Doch dazu kommt es leider nicht, was dem Film erneut etwas von seinem hochbrisanten Drive nimmt. Nun gut, Griffiths hält sich hier wahrscheinlich an die von der echten Eden vorgegebenen Fakten, andererseits hätte ein bisschen mehr künstlerische Freiheit dem Film spannungstechnisch besser zu Gesicht gestanden.

Die Darsteller hingegen füllen ihre Rollen perfekt aus. Jamie Chung als Eden ist so überzeugend in ihrem doppelten Spiel, dass man manchmal gar nicht mehr weiß, ob sie wirklich noch aus Opportunismus handelt oder tatsächlich zu einem funktionierenden Mitglied der Organisation geworden ist. Aus dem schüchternen, folgsamen Mädchen ist eine überlebensmutige, clevere Frau geworden, die alles versucht, um wieder frei zu sein. Chungs intensives Spiel lässt an ihrer authentischen Darstellung keinen Zweifel aufkommen. Auch Matt O’Leary als egoistischer, kaltherziger Crackhead weiß zu überzeugen. Seine cholerischen Anfälle wechseln sich ab mit fast normalen Phasen, in denen er sich mit Eden unterhält und ihr fast so etwas wie Respekt entgegenbringt. Dennoch ist dieser Wahnsinnige besser nicht zu unterschätzen. Beau Bridges als abgebrühter und schmieriger Polizeichef und Oberhaupt des Mädchenhändlerrings ist so widerlich, wie man es für so eine Rolle sein muss. Und auch die Nebendarsteller, die vielen jungen Mädchen, die Freier und Komplizen von Gault & Co. liefern hervorragend ab.

„Eden“ ist ein Film, der dahin geht, wo es weh tut. Er zeigt dem Zuschauer, in was für einer Welt er lebt und wie viel Grausamkeit, Leid und Ungerechtigkeit Tausende ertragen müssen, ohne, dass die Welt davon etwas mitbekommt. Er zeigt aber auch, dass man die Hoffnung niemals aufgeben sollte und es, zumindest manchmal, ein Happy End geben kann. Ein wenig verzettelt „Eden“ sich in den Abläufen und Strukturen innerhalb des Mädchenhändlerrings, was zu Lasten von Spannung und Empathie geht. Und auch den Showdown hätte man sich wesentlich intensiver und ja, rachsüchtiger, gewünscht, da man dem Mädchen einfach wünscht, sich für entstandenes Unrecht, Folter und Missbrauch wenigstens ein bisschen rächen zu dürfen. Dennoch ist „Eden“ ein sehr intensives Drama, das einen erschüttert und fassungslos macht. Deshalb sehr gute drei von fünf Happy Ends, zu denen es glücklicherweise immer mal wieder kommen kann.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.04.2013 19:29:49 GMT+02:00
The Prisoner meint:
Grundsätzlich eine sehr gute Beschreibung! Aber es ist nur eine primitive Rachdurstigkeit des Zuschauers, die hier nicht erfüllt wird, sonst wäre das doch nur ein besseres Torture-Drama aus Hollywood geworden. In Wahrheit scheint Chong Kim am Ende sogar etwas für Ihren Peiniger empfunden haben, nur die Gründe dafür vermitteln sich uns nicht, wenn zwei Jahre zu zwei Stunden komprimiert werden...
Daher halte ich vier Sterne für angebrachter.
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