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Kundenrezension

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie ähnlich sind wir uns eigentlich?, 15. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Herkunft und Geschichte des Menschen (Gebundene Ausgabe)
Die DNA unserer Mitochondrien stammt von den Mitochondrien einer einzigen Frau, die vor etwa 150.000 Jahren in Afrika lebte. Ergo, alle Menschen sind Brüder? Bedeutet dieses Buch das Ende allen Rassismus, wie der Klappentext behauptet?

*Erst auseinander, dann wieder zusammen*
Wenn man DNA Sequenzen verschiedener Menschen miteinander vergleicht, kann man den Verwandtschaftsgrad feststellen und abschätzen, vor wie vielen Generationen zwei Menschen die gleichen Eltern gehabt haben müssen. Auf den ersten Blick scheint die "Mitochondrien-Eva" (von der die Mitochondrien-DNA aller Menschen abstammt) die Bibel zu bestätigen, welche alle Menschen auf Adam und Eva zurückführt. Aber unsere Mitochondrien-Eva war vor 150.000 Jahren nicht allein. Es lebten damals bereits viele Menschen; diese hatten ihre Mitochondrien-DNA jedoch von anderen Müttern. Nur die DNA unserer Mitochondrien-Eva hat bis heute überlebt.

Der Wissenschaftsautor Steve Olson zeigt die zum Teil aus den DNA-Analysen abgeleiteten Reiserouten, auf denen unsere Vorfahren alle Kontinente der Welt erkundet haben. Wandernde Gruppen kamen immer wieder miteinander in Kontakt und es gab immer wieder Romeos und Julias die dafür sorgten, dass die Genpools der Gruppen durchmischt wurden. Trotz sichtbarer Verschiedenheit im Aussehen sind alle Menschen genetisch so eng verwandt, dass man sie nicht in Subspezies oder Rassen untergliedern kann.

Neben wissenschaftlichen Problemen gibt es noch andere Schwierigkeiten, welche die DNA-Analysen bei Menschen komplizieren. Genetische Studien treffen nicht selten auf großen Widerstand in Bevölkerungsgruppen. So haben Afroamerikaner in den USA nicht vergessen, dass sie aus Krankenversicherungen flogen, weil sie Träger von Sichelzellmutationen waren. Andere ethnische Gruppen wollen ihre Herkunft nicht wissen oder sie befürchten, dass ihre Gene "gestohlen" (sprich "patentiert") würden. Manche haben Angst, ihre genetische Ausstattung könnte zu ihrer Unterdrückung missbraucht werden.

Steve Olson sieht eine neue Phase der genetischen Menschheitsgeschichte auf uns zukommen. Die im geschichtlichen Vergleich beispiellos rapide Zunahme von Mischehen (Hawaii nimmt er als Muster) führt dazu, dass physiologische Unterschiede, die während tausenden von Generationen ausdifferenziert wurden, nun innerhalb weniger Generationen durch Mischehen wieder eingeschmolzen werden. Olsons Vision: Menschen werden sich nicht mehr auf Grund biologischer Voraussetzungen einer bestimmten Gruppe zuordnen, sondern sich die Gruppe aussuchen, der sie angehören wollen.

*Es wird eng*
Steve Olson fasst umfangreiche wissenschaftliche Literatur anschaulich zusammen. Dabei geht allerdings bisweilen der Einblick in die Gedankengänge verloren, die zu den präsentierten Schlussfolgerungen führen. Der Leser ist auf die Interpretation des Autors angewiesen. Typisch für die Verhältnisse in den USA überstrapaziert er die "political correctness" (wer dagegen verstößt, wird leicht zu saftigen Strafen verdonnert). So wird manches künstlich gleich gemacht, was nicht gleich ist. Aber Gleichmacherei verhindert nicht den Rassismus. Rassismus ist nicht logisch, sondern irrational. Da hilft auch das Wissen wenig, dass es zwischen einzelnen Menschen mehr genetische Unterschiede gibt, als statistisch zwischen den jeweiligen ethnischen Gruppen. Im September 2007 publizierte der DNA-Sequenzpionier Craig Venter sein persönliches Genom. Dabei wurde klar, dass die genetischen Unterschiede zwischen Individuen sogar bis zu einem Prozent betragen könnten (bislang schätzte man 0,1 Prozent). Jetzt wird's eng: Von der Gattung Homo zur Gattung Pan (Schimpansen) sind es läppische zwei Prozent.

Auch wenn im Halbjahrestakt Wellen neuer Ergebnisse aus Sequenzanalysen anrollen, so gibt dieses Buch doch einen Überblick darüber, was "Gene über unsere Vergangenheit verraten". Dazu kommen genetische Details zu einigen Bevölkerungsgruppen und die Problematik von Genscreenings. Wer tiefer einsteigen will, findet an die 300 Quellenangaben zu Originalartikeln und zu weiterführender Literatur.
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