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Kundenrezension

14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn die Nacht am tiefsten ist..., 16. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Ram It Down (Audio CD)
...ist der Tag am nächsten (ist zwar von Ton Steine Scherben, passt hier aber perfekt).

Denn Ram it down muss erstmal ohne Umschweife als das schwächste Album von Priest bezeichnet werden (sieht man von dem Output mit dem anderen Sänger mal ab - das war nicht wirklich Priest). Dennoch, dass es in der Liga von British Steel, Screaming for Vengeance und Defenders of the Faith, aber auch Point of Entry und Turbo nicht wirklich mithalten kann, macht es noch lange nicht zu einem schlechten Album. Denn auch Ram it down enthält einiges vom Priest-typischen Qualitätslevel: das Songwriting, vor allem die Balance von Härte und Melodie, und die Solos sind größtenteil klasse, Halford ist in top Form, zudem gehören einige Songs zum Härtesten und Schnellsten, was Priest bis dahin herausgebracht hatten (der Titelsong und vor allem Hard as Iron - super).

Wo also liegen die Schwachpunkte? Auf den oft kritisierten Lyrics will ich hier nicht rumreiten. Denn ich sehe nicht, was so schlecht daran sein soll, wie hier die Atmosphäre eines Heavy Metal-Konzertes (in Ram it down) oder das HM-Lebensgefühl (Heavy Metal, I'm a Rocker) dargestellt werden. Lediglich Love Zone und Love you to death versinken zu sehr im Sumpf der Teenie-Thematik. Dafür gibt es mit Monster of Rock aber auch wieder einen wahren HM Hymnen-Text, wie er typischer für Priest kaum sein kann (man muss hier an Heavy Duty+Defenders of the Faith denken).

Der eigentliche Schwachpunkt des Albums ist der Gesamteindruck vom Sound, vor allem der Drumsound, der selbst die härtesten Songs irgendwie steril, unlebendig...fast schon un-metal-mäßig klingen lässt. Wie konnte Tom Allom nur zulassen, dass das Album in dieser Form an die Öffentlichkeit gelangte?

Die Antwort liegt in der Verfassung der Band zu jener Zeit begründet. Da war einerseits der Mangel an Begeisterung für Turbo im Lager der Fans, zudem hatte jenes Album nicht den erhofften Multi-Platinum Standard erreicht, andererseits markierten Turbo und die Fuel for Live-Tour dennoch mit die erfolgreichste Phase der Band. Das Livealbum von 1987 konnte die nach der gewohnten Härte verlangenden Fans allerdings nicht versöhnen, und so sah man sich - durch die jüngste Vergangenheit verunsichert - gezwungen, auf dem folgenden Studioalbum das Niveau zu erreichen, für das der Name Judas Priest eigentlich steht.

Doch schwerer noch als die Unsicherheit bezüglich der kommerziellen Interessen mag sich eine Unsicherheit innerhalb der Band selbst ausgewirkt haben. Denn was soll man machen, wenn man einen Drummer hat, mit dem man sich noch immer irgendwie verbunden fühlt, der aber letztlich nicht in der Lage ist, das zu bringen, was für die Umsetzung der musikalischen Zielsetzung nötig ist? Man lässt die Technik einspringen, die seinen Stil perfekt kopieren, aber zugleich auf das nötige Tempo hochschrauben kann (vergleicht mal die Drum-parts vom Song Ram it down mit Screaming for Vengeance!) ...und doch wird man sich mit dieser Lösung kaum gut fühlen, weder musikalisch noch im Hinblick auf die Chemie in der Gruppe. Und so spiegelt der Drumsound des Albums die Schwäche, in der sich die Band damals befand, ihre Ratlosigkeit, macht sie geradezu für alle hörbar. Und so, wie die Drums hier klingen, war die Ratlosigkeit der Band ziemlich groß...so groß, dass auch Tom Allom sie nicht mehr retouchieren konnte. Während sie auf den anderen Alben ihre Ziele ERREICHT hatten, laufen die Metal Gods ihnen hier HINTERHER - das ist es, was Ram it down trotz der klar vorhandenen Stärken zu einem für Priest-Verhältnisse schwachen, genaugenommen sogar völlig untypischen Album macht.

Dass jedoch ein unglücklicher Drumsound das äußerliche Symptom von bandinterner Schwäche ist, das ist allerdings ein Phänomen, das in der Rockmusik hier nicht zum ersten Mal auftritt. Man denke nur mal daran, was für einen Drummer sich Status Quo nach der Trennung vom Fellezauberer John Coghlan in die Band geholt hatten! Wie zugedröhnt mussten die da gewesen sein? Und was hatten Priest wohl geraucht gehabt, als sie auf Love Zone versuchten, den Drumsound von ZZ Top's Velcro Fly nachzuahmen?

Die Metal Gods haben zum Glück die Kurve gekriegt... der Drummer, den sie nach Dave Hollands folgerichtigem Ausstieg nach der Mercenaries of Metal-Tour bekamen, wirkte wie eine megamäßige Vitaminspritze und führte zur Entfesselung einer Kreativität, die wir in dieser Intensität noch nie so deutlich zu spüren bekommen hatten, abgesehen davon, dass man sie der Band nach Ram it down gar nicht mehr zugetraut hätte: Redemption roared across the burning (eigentlich müsste es natürlich heißen: the BLOOD RED) Sky ...the PAINKILLER!

(Zitat vom Painkiller-Albumcover)

Ob es diesen Power-Schub überhaupt gegeben hätte, wenn die Krise vorher weniger schlimm gewesen wäre? Vielleicht nicht...und somit hatte die Krise letztendlich auch etwas Gutes. Denn schließlich kommt ja auch der Painkiller erst dann, wenn fast nichts mehr zu retten ist.
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