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Kundenrezension

am 17. September 2008
Wir haben es bei diesem Buch mit einem ganz schlechten Versuch der Widerlegung der Evolutionstheorie zu tun. Der Autor bewegt sich dabei zu grossen Teilen auf "Bild"-Niveau und rein emotionalen Ansprachen (wie beispielweise: wollen sie wirklich von einem Affen abstammen?). Er zweifelt Datierungsmethoden generell(!) an, nur um sie als gesichert zu verwenden wenn ihm ein Datum so in etwa in den Kram passt. Das Werk ist von einem wissenschaftlichen Anspruch extrem weit entfernt.

Als Beleg für den mangelnden Anspruch habe ich im folgenden nur auszugsweise(!) und sehr kurz einiges herausgegriffen.

So beschwert er sich z.b. über stratigraphische Methoden: "...Warum spielten Fossilien von Landtieren in Bezug auf die Stratigraphie [des Tertiärs] keine Rolle ?..." die Antwort liegt darin dass sie zu selten sind und zu unzuverlässig auftreten um als Leitfossilien verwandt werden zu können. Diese Stelle steht stellvertetend für viele andere in denen Zillmer eine Wissenschaftsposition angreift, ohne etwas von der Wissenschaft zu verstehen, die er angreift. Stattdessen betrachtet er die Wissenschaftler als mafiöse Bande, die eigentlich nie auf ihre Ergebnisse gucken, sondern nur vorgefasste Meinungen wiedergeben. Ich werde darauf weiter unten nochmals zurückkommen.

Zillmer stellt zahlreiche Behauptungen ohne fachliche Grundlage auf, wie z.b.: "...die Freisetzung von Methangas ist eine bisher noch unterschätzte Ursache von Katastrophen..." wohlgemerkt, ohne eine Quelle für seine Behauptung nennen zu können, ohne überprüft zu haben ob das überhaupt funktionieren könnte.
Nicht vorhandene Fachkenntnis beweist der Autor auch an einer Stelle in der er einen artikel zitiert in welchem steht, dass viele vorhandenen Säugerordnungen schon vor 100 Millionen jahren existiert haben. Zillmer versucht dem leser weiszumachen, alle Arten(!) hätten bereits seit dieser zeit existiert, tatsächlich gilt das jedoch nur für die Ordnungen was zwei völlig verschiedene Dinge sind.

An einer anderen Stelle schreibt er "...aber ein Fisch kann nicht mehr als einige Minuten ausserhalb des wassers leben..." ,die Gattung der Schlammspringer demonstriert daß diese Aussage Unsinn ist, diese Fische verbringen bis zu 90% ihres lebens ausserhalb des Wassers. Er versteht auch in keiner Weise die Evolutionstheorie was unter anderem anhand folgender Aussage zu erkennen ist: "... da die natürliche auslese nicht über ein Bewusstsein verfügt, kann auch keine willentlich Auswahl zur Erreichung höherer Komplexität erfolgen...". In der Evolutionstheorie ist aber zu keinem Zeitpunkt die Rede von einer willentlichen Auswahl oder einer Zunahme der Komplexität.

Erschreckend ist auch, daß der Autor bewusst Sachverhalte unterschlägt(!) bzw. verändert und so seinen Standpunkt stärken möchte. So behauptet er zum Beispiel daß Gebirge fortlaufend jünger datiert werden müssen und gibt zur Begründung dann das Alter auf Vorland des Himalaya gefundener Glimmerkörnchen mit 36-40 Millionen Jahre an. Er wertet dies als Beleg dafür dass der Himalaya unmöglich bereits vor 60 Millionen Jahren entstanden sein kann. Dumm nur daß die Autoren im Artikel auf den er verweist, verschiedene Gesteinsalter vorfinden unter anderem auch Steine mit einem Alter bis zu 1000 Millionen Jahre, was der Autor Zillmer dem geneigten Leser sicherheitshalber verschweigt, da das seine Schlussfolgerungen gefährden würde. Ein weiteres Beispiel ist die Behauptung, daß Vögel nicht von den Dinosauriern abstammen(der Autor zitiert dazu eine Quelle). In dieser Quelle steht aber lediglich daß Confuciornis also lediglich eine(!!) Art als direkter(!) Vorfahre der Vögel ausscheide. der Autor demonstriert entweder seine erschreckende Unkenntnis oder er versucht unumwunden und direkt den Leser zu belügen. Man mag sich aussuchen, was in diesem Kontext schlimmer ist.

An anderer Stelle zitiert er einen Artikel der besagt, daß sich die Drehachse der Erde kurzfristig geringfügig(!) geändert haben könnte. Die zitierten Autoren geben dafür ein Alter von 82 Millionen Jahren an. Diese Datierung komplett ignorierend macht Zillmer das als Ursache für das Sterben der Dinosaurier aus (fand vor 65 Millionen Jahren statt). Da er dem Leser diese 17 Millionen Jahre-Diskrepanz vorenthält (er erwähnt die Datierung nicht) handelt es sich um einen bewussten Täuschungsversuch.
Er zitiert auch Eingeborenenmythen als Beleg(!) für ein Flutereignis: "...der Gott des Bösen bedeckte die Erde mit einer grossen Flut..." ohne auch nur im geringsten zu berücksichtigen, daß man aus der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Erzählungen von Eingeborenen weltweit so ziemlich alles absurde was man möchte ableiten könnte. Im übrigen könnte man dann auch schlussfolgern, daß Gott der Gott des Bösen ist.

Seine eigenen Ideen weisen enorm viele Fehler auf und ausserdem fälscht(!) Zillmer auch hier wieder Daten. So behauptet der Autor in seiner Erdexpansionstheorie daß sich die Erde einfach ausgedehnt hätte. Alle heutigen Landmassen haben als Zusammenschluss demnach damals die Oberfläche der Erde gebildet. Diese Theorie ist aus mehreren Gründen lächerlich: man setzte die heutige Landfläche gleich der Oberfläche einer fiktiven Kugel, dann bekommt man heraus daß sich der erdradius um ca. 83% vergrössern hätte müssen(der autor lügt auch hier, indem er nur 40% ansetzt). Der Planet wäre unter diesen Umständen ungefähr 6-mal dichter gewesen und seine Durchschnittsdichte wäre gleich der dreifachen von blei gwesen! Die Wassermassen der Ozeane sollen damls in der Athmosphäre gebunden worden sein. Die Athmosphäre wäre damit aber vielfach übersättigt gewesen und hätte das Wasser gar nicht halten können.
An anderer Stelle berichtet der Autor dass seine Erdexpansionstheorie erkären würde daß die Dinosaurier ausgestorben sind, die Gravitation hätte zugenommen, damit wären sie ausgestorben da sie schlichtweg zu schwer geworden seien. Der Haken an sich ist wieder mal, daß der Autor keine Ahnung hat: die Graviation hätte sich in der Tat geändert sie hätte allerdings abgenommen(!) und es wäre für Dinosaurier wenn man dem Argument folgt nur noch leichter geworden die Tiere hätten also nach Zillmer bestenfalls schwerer werden müssen.

Eine seiner vielen absurden Rechnungen ist die das Alter mithilfe des Magnetstärkeabfalls berechnen zu wollen. Tatsächlich hat das Feld eine Feldstärke-Einbusse von etwa 5% innerhalb der letzten 150 Jahre verzeichnet (Zillmer macht daraus lieber 15%, muss ja mit der rechnung gut hinkommen). Die Überprüfung auskristalliserten Gesteins hat jedoch ergeben daß das Feld im Laufe seiner jahrmillionen-währenden Geschichte seine Feldstärke aufrecht erhalten hat. Es handelt sich also um eine aktuelle Erscheinung, doch Zillmer benutzt die 15% lieber um abenteurlich hohe feldstärken für die Vergangenheit auszurechen und damit zu ermitteln, daß die Erde extrem jung sein müsse.

Gegen Ende des Buches packt Zillmer an Lächerlichkeit noch einiges drauf: er macht die Evolutionstheorie für Terrorismus,Rassismus,Gewalt und Krieg verantwortlich. Das ist derart schlecht ich glaube, dazu muss nicht mehr viel gesagt werden. Ich wünsche dem Autor also direkt eine Zeitreise ins spassige Mittelalter, wo alles so friedlich und freundlich war...

Diese Rezension ist insbesondere an jene gerichtet, die hoffen ein ernsthaftes buch kaufen zu können. Das Buch von Zillmer scheidet zu diesem Zweck vollkommen aus und ist nichts als eine wirre Aneinanderreihung von absurden Behauptungen, Beleidigungen(!) und Unterstellungen. Es sollte noch angemerkt werden, daß dieses Buch keinen Stern verdient hat, aber leider ist mindestens ein Stern Pflicht.
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