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Kundenrezension

am 10. Februar 2011
Haydns Trompetenkonzert ist einer der großen Dauerbrenner und Evergreens der klassischen Musikliteratur. Und das völlig zurecht. Haydn stand als Concerto-Komponist in der öffentlichen Wahrnehmung lange Zeit völlig im Schatten von Mozart. Zu überwältigend sind v.a. die Klavierkonzerte und das Klarinettenkonzert, aber auch die Violinkonzerte und übrigen Bläserkonzerte des Salzburgers. Doch mindestens 3 Stücke stehen als ebenbürtige Meisterwerke des in Wahrheit gar nicht veralteten und verzopften Haydn Mozarts Stücken an der Seite: neben den beiden Cellokonzerten ist dies vor allem sein Trompetenkonzert.

Ende des 18. Jahrhunderts baute Anton Weidinger die ersten Klappentrompete, die es, anders als ihre Vorgänger auch ermöglichte, nicht nur die Naturtonreihe zu spielen, sondern Melodien in tiefen Tonbereichen und chromatische Läufe. Sicher ist es schade, dass Weidinger diese Möglichkeiten nicht schon zu Mozarts Zeiten ermöglichte, aber Haydn lieferte 1796, also 5 Jahre nach Mozarts Tod, ein brillantes Konzert für das neu konstruierte Instrument. Meines Erachtens handelt es sich hierbei um eines der schönsten Werke der klassischen Musik überhaupt.

Da die Zahl der Trompetenwerke bis heute überschaubar ist, kommt niemand, der dieses Instrument auf professionellem Niveau erlernt an diesem Konzert vorbei. Die Anzahl der Einspielungen ist dementsprechend auch nicht gerade gering. Die seinerzeit gerade mal 20jährige Norwegerin Tine Thing Helseth bewies Mut und Unbekümmertheit als sie dieses Werk für ihre erste CD-Publikation wählte.

War das eine gute Entscheidung? Für meinen Geschmack, ja! Frau Helseth ist dem vertrackten Meisterwerk technisch voll gewachsen, hat einen schönen Ton, zeigt sich in in allen Lagen sicher und bietet auch eine sehr ansprechende Interpretation. Die Begleitung durch das Norwegische Kammerorchester ist für meinen Geschmack solide, feinfühlig und sehr gut was das Zusammenspiel mit der Solistin betrifft. Allerdings muss ich mindestens bei der Orchesterbegleitung darauf verweisen, dass es hier auch noch ein wenig schwungvoller und temperamentvoller geht. Hören Sie die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen als Begleitung für Alison Balsom Trompetenkonzerteoder die Virtuosi Saxoniae Berühmte Trompetenkonzerte bei Ludwig Güttler und Sie werden hören, dass da noch mehr geht.

Was die Solistin betrifft, so gefällt mir allerdings Tine Thing Helseths Spiel besser als das von Alison Balsom. Sie wirkt souveräner und hat einen ausgeglicheneren Ton. Interpretatorisch nehmen sich die beiden nicht viel. Sowohl Balsom als auch Helseth können mit dem oftmals als aktuell bester Trompeter bezeichneten Hakan Hardenberger gut mithalten. Wer nach der besten Haydn-Aufnahme sucht, muss vielleicht Sergej Nakarjakow berücksichtigen (das steht bei mir zugegebenermaßen noch aus!) und kommt aus meiner Sicht an Ludwig Güttler nicht vorbei. Güttler hat einfach noch einmal mehr Schwung in seiner Interpretation, intoniert noch einmal eine Spur sicherer, hat dadurch den satteren Klang und spielt einfach herausragend.

Alles gesagte lässt sich aus meiner Sicht auch auf das Hummel-Konzert übertragen. Auch dieses Konzert wurde für Anton Weidingers neues Instrument, das dieser auch formidabel zu spiel wusste, geschrieben. Auch dieses ist wunderbar gelungen und auch dieses ist eines der großen Monumente der klassischen Musik.
Und auch diesem Konzert zeigt sich Tine Thing Helseth voll und ganz gewachsen. Sowohl in den ersten beiden Sätzen als auch im legendären Rondo vermag der jungen Shooting-Star voll zu überzeugen. Sie wählt gemeinsam mit dem Orchester eher moderate Tempi, intoniert sehr schön weich, ist technisch bestens, phrasiert sehr schön. Doch auch hier gilt, dieses Mal sowohl was das Orchester als auch was das Spiel betrifft, ich ziehe Ludwig Güttler vor. Seine relativ alte und nur schwer zu bekommende Aufnahme mit dem Trompetenkonzerte Berliner Kammerorchester unter Max Pommer ist einfach brillant - furiose, aber adäquate Tempi, ein deutlich präsenteres, temperamentvoll spielendes Orchester. Aber das soll die exzellente Leistung Helseths nicht schmälern!

Das B-Dur-Konzert des Barockkomponisten Tomaso Albinoni (1671-1751) ist natürlich noch für die alte Naturtrompete komponiert worden. Sicherlich muss man diese beschränkten Möglichkeiten berücksichtigen, wenn man es mit Haydn und Hummel vergleicht. Ein unfairer Vergleich, aber dennoch muss ich sagen, dass ich dieses Konzert vergleichsweise langweilig finde. Was Tine Thing Helseth und das Orchester hier bieten ist im Rahmen dessen was das Konzert möglich macht allererste Güte! Man merkt dem Orchester an, dass es sich im Barockrepertoire auch sehr wohl fühlt, es bietet einen feinen und klaren Streicherklang. Die Solistin spielt exzellent. Ich kenne zugegebenermaßen nicht viele Aufnahmen dieses Konzerts, aber Helseth ist hier meine Favoritin.

Ähnliches wie für Albinoni gilt für meinen Geschmack für Johann Baptist Neruda (1707-80). Das ursprünglich für Corno da Caccia geschriebene Trompetenkonzert des böhmischen Geigers und Komponisten ist gut anzuhören, gefällig, fällt aber gegen Haydn und Hummel deutlich ab. Doch wie auch bei Albinoni kann ich der Solistin und dem Orchester hier nur Respekt zollen. Sie spielen wunderbar.

Bleibt als Gesamteindruck, dass mit dieser CD das riesige Talent einer großen und für mein Dafürhalten auch schon sehr reifen Künstlerin dokumentiert wurde. Ich wünsche ihr, dass sie sich im Konzertbetrieb dauerhaft so gut hält wie es derzeit der Fall zu sein scheint. Hervorragende Trompetensolisten gibt es nicht so massenhaft, Frau Helseth bereichert die Klassikszene für meinen Geschmack sehr.

Was die CD betrifft, so muss ich sagen, es ist wirklich eine sehr gut gelungene CD, aber speziell für Haydn und Hummel gibt es noch besseres.
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