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Kundenrezension

am 29. Dezember 2009
Die ersten fünf Minuten dieses Films sind in meinen Augen die mit Abstand besten: Nach einer - eigentlich irrelevanten - netten kleinen Kamerafahrt durch das Stargate Center werden wir Zeuge, der geplanten Hinrichtung des letzten Goa'uld Systemlords, Ba'al (Cliff Simon) auf der Tok'ra-Heimatwelt. Anwesend sind nicht nur alle Mitglieder des SG 1-Teams, also Mitchell (Ben Browder), Carter (Amanda Tapping), Daniel (Michael Shanks), Teal'c (Christopher Judge) und Vala (Claudia Black), sondern auch Jack O'Neill (Richard Dean Anderson), der selbstverständlich seinen Kuchen vermisst. Die Sprüche hauen zwar niemanden aus den Socken, sind aber schön locker, die Tok'ra-Heimatwelt ist eine nette Idee und der Chor im Hintergrund hat durchaus Stil - alles toll, also? Noch. Als mehr und mehr Personen verschwinden fliehen Mitchell, Carter und Daniel durch das Tor auf die Erde... und erleben eine unangenehme Überraschung. Was sich dann entwickelt ist allerdings nicht nach meinem Geschmack: eine eigentlich Stargate-typische Zeitlinienveränderungsgeschichte, die wir Ba'al zu verdanken haben.

Ich habe zwar alle SG 1-Folgen gesehen, aber als Stargate-Fan würde ich mich nicht bezeichnen. Sicher ist: ich war nie ein Freund der Zeitreisen, der alternativen Zeitlinien (oder Paralleluniversen), nicht bei Stargate und nicht anderswo. Abgehen von "2010" empfand ich ehrlich gesagt alle Folgen, die sich mit dieser Thematik befassten - von "1969" bis "Moebius" - als überflüssig bis lästig.

Steht "Stargate: Continuum" also konsequent in der Tradition der Serie? Meine Antwort lautet eindeutig: Nein. Nach dem Bruch am Ende der achten Staffel war ich, um ehrlich zu sein, nie so richtig warm geworden mit dem neuen SG 1-Team und den Ori, die den Goa'uld und den Replikatoren einfach nicht das Wasser reichen konnte. Dennoch war der diesem Film vorangegangene Abschluss des Ori-Plots, "The Ark of Truth", in meinen Augen ein durchaus gelungenes Stück Stargate. Und auch dieser abschließende Salut vor den Anfängen des Stargate-Franchise hat seine Stärken: einen gelungenen Soundtrack, einige gelungene Action-Sequenzen, tolle Aufnahmen aus der Arktis und jede Menge Potential, das mich mindestens bis zur Hälfte des Films bei Laune und in der Hoffnung auf Besserung hielt. Doch diese Hoffnung erwies sich als vergeblich, die Laune wurde nicht besser sondern schlechter, und das nicht ohne Grund; denn ich behaupte:

1. Trotz der "soliden" Idee, ist dies eben kein traditionelles Stargate.

Vielfach war zu lesen es handele sich bei Continuum um traditionelles Stargate - eine These, die durch das altbekannte Handlungsgerüst unterstützt wird. Doch ich für meinen Teil konnte an diesem Machwerk nicht viel von dem erkennen, was ich über die Jahre als "normales" Stargate schätzen gelernt hatte. Am schmerzlichsten vermisste ich, neben der Freude am Spiel, auf die ich später noch kurz eingehe, den über die Jahre liebgewonnenen oft etwas trockenen Humor, den insbesondere Teal'c verkörperte. Nicht eine hochgezogene Augenbraue, ein klägliches "In der Tat" ganz am Ende der 95 Minuten... stattdessen markiert er den braven ersten Primus - ich dachte das hätten wir hinter uns. Die ganze Szenerie wirkte auf mich extrem verkrampft, es fehlte die Selbstironie und irgendwie auch das Feuer. Außerdem hätte ich persönlich mir ein paar mehr Effekte gewünscht, eine Weltraumschlacht, zumindest die ein oder andere F-302, vielleicht die Asgard (oder wer auch immer in dieser Zeitlinie übrig geblieben ist) - stattdessen werden dem Zuschauer irgendwelche Miltärjets vorgesetzt, die vielleicht zu Independence Day" gehören, bei Stargate aber für meine Begriffe nichts verloren haben - der veränderten Zeitlinie sei Dank. Und schließlich wäre da noch das titelgebende Leitmotiv: Stargate, die Reise durch's Sternentor - in diesem Film nicht mehr als eine Randnotiz.

2. "Stargate: Continuum" ist zu eigenständig.

Zudem ist die ganze Chose überflüssig. Nach "The Ark of Truth" (der Film wurde komischerweise nach "Continuum" gedreht) war die Ära SG 1 doch eigentlich abgeschlossen; die Ori besiegt, die Replikatoren endgültig vernichtet und Mitchell konnte wieder Kekse essen. Warum hat man es nicht einfach dabei belassen? Aber egal, der Film wurde eben produziert. Aber an Stelle eines nostalgischen Ausklangs, eines Resümees der vergangenen zehn Jahre kommt hier eine weitere x-beliebige Weltrettungsstory bei raus, die weder den Charakteren noch dem Franchise als ganzem irgendwie weiterhilft und obendrein nicht einmal sonderlich unterhaltend ist. Der Film hat absolut nichts mit den vorangegangenen Ereignissen der letzten Staffeln zu tun, erlaubt keine Anspielungen an bestimmte Folgen und ist meiner Meinung nach auch kein befriedigender, runder Abschluss.

3. In diesem Film wimmelt es vor tölpelhaften Stilfehlern und grässlichen Dialogszenen.

Doch auch ohne diese grundlegende Abneigung stieß mir einiges wirklich sauer auf: Das Outfit unserer Rachsüchtigen Qetesh - alias Vala Mal Doran - ist bestenfalls ein Witz, ihre Dialogszenen vielfach am Rande des Erträglichen ("Diese Welt ist nicht genug." [buhaha]) und tatsächlich spannungserzeugende Wortwechsel (wie etwa im Eis oder im Hangar) eine Rarität. Das Meiste ist hingegen bestenfalls vorhersehbar, schlimmstenfalls peinlich (siehe hierzu z.B. das Wortgefecht" zwischen Ba'al und Apophis). Ein weiteres, geradezu exemplarisches Beispiel: Ba'al zückt nach der Ankunft seiner gigantischen Flotte im Erd-Orbit kurzentschlossen ein... Funkgerät, oder ist es ein antikes Handy?, und ruft im Weißen Haus an um sich für den Nachmittagstee mit Mr. President zu verabreden - wirklich eine ganz tolle Idee.

4. Die Darsteller wirken seltsam unmotiviert.

Last but not least: die Schauspieler. Um es kurz zu machen: keiner von ihnen ereicht Normalform. Besonders augenscheinlich war die fehlende Motivation für mich auf den Gesichtern von Claudia Black und Christopher Judge, die, in letzterem Fall wohl auch regiebedingt, keinerlei Akzente setzten konnten, während Michael Shanks immerhin annehmbar spielte und die meisten anderen schlichtweg nichts zu sagen haben. Sehr nervig fand ich auch die veränderte Synchronstimme des leider verstorbenen Don S. Davis und die Tatsache, dass sich auch in diesem Film in punkto zwischenmenschliche Beziehungen einfach nichts getan hat.

Die DVD ist, soweit ich das beurteilen kann, bild -und tontechnisch gut gelungen. Die Extras sind ganz nett, aber nicht weltbewegend; im Einzelnen: ein Making-of, ein obligatorischer Audio-Kommentar von Brad Wright (Produzent/ Drehbuchautor) und Martin Wood (Regisseur), die 22-minütige Doku Stargate zieht in die Arktis" (eigentlich auch ein Making-of) und "Laymans Handbuch über Zeireisen".

[ACHTUNG: SPOILER!!!] Mysteriös erschien mir auch das Ende: Mitchell kommt im Jahre 1939 (1929?) aus dem Tor und wenig später ist er wieder bei Ba'als Hinrichtung zu sehen. Ist dies nicht die selbe (nun reparierte) Zeitlinie? Wenn ja, wieso hat sich Mitchell in den 70 folgenden jahren nicht verändert. Denn wenn man Laymans Handbuch über Zeitreisen" glaubt, kann die Zeitlinie der ersten Hinrichtung doch nicht die der zweiten sein, oder?

Fazit:

Bei aller Liebe, dieser Film ist kein würdiger Abschluss für die SG 1-Ära. Ich kann mich nur an wenige Folgen erinnern, die - angesichts eines solchen Potentials und eines Budges von 7 Millionen US-Dollar - so fehlerhaft und enttäuschend, so leblos waren. Viele scheinen das aber offensichtlich anders zu sehen und so bleibt mir nur eine Empfehlung für echte Fans abzugeben - alle anderen sollten besser die Finger von "Stargate: Continuum" lassen.
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