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Kundenrezension

am 25. März 2014
ACHTUNG! SPOILER!
Diese Rezension verrät viel über den Inhalt!
Denn meiner Meinung nach kann man „Katzendämmerung“ nicht bewerten, ohne auf den Inhalt einzugehen.
Wer also nicht erfahren möchte, worum es hier im Detail geht, der halte sich bitte lediglich an meine Sterne-Wertung.

Der Klappentext:
»Das, was ich bislang für die wirkliche Welt, die Realität, gehalten hatte, war nichts weiter als eine plumpe Täuschung, eine dünne Haut, hinter der sich das wahre Grauen verbarg.

Es gibt Geheimnisse, die besser für alle Zeiten im Verborgenen bleiben. Zu dieser Erkenntnis gelangt der Fotograf Thomas Trait jedoch etwas zu spät. Hals über Kopf verliebt er sich in eine junge und überaus attraktive Übersetzerin antiker Schriften. Natascha hat jedoch nicht nur einen ungewöhnlichen Beruf; etwas Mysteriöses, ja Düsteres, scheint ihr anzuhaften; wild und bedrohlich. Doch es sind gerade diese Schattenseiten, die sie für Trait noch anziehender werden lassen.
Als er versucht, das Geheimnis seiner Geliebten zu ergründen, bezahlt er einen hohen Preis. Und der Tod ist nicht das Ende …«

Formale Bewertung des Buches:
Arthur Gordon Wolf beherrscht das Handwerk des Schreibens, ohne Frage. Seine Sätze sind flüssig, seine Erzählungen gradlinig.
Er hat sehr gut recherchiert, auch wenn ich als Profi an seinem „Fotografenjargon“ hin und wieder etwas zu bemängeln gehabt hätte.
Soweit kann ich das Buch guten Gewissens mit vier Sternen bewerten.

Zum Inhalt:
Was hat sich der Autor dabei gedacht? Ist die Wirkung beabsichtigt, die bei mir angekommen ist?
Thomas Trait ist der federführende Ich-Erzähler, der ab dem zweiten Kapitel des ersten Buches „Bastet“ die Hauptrolle übernimmt.
Leider war mir diese Person beinahe von Anfang an unsympathisch.
Der Autor nutzt hier das Stilmittel der Rückblende, über die er uns in die Vergangenheit führt, zur Ursache des derzeitigen Gemütszustandes des Erzählers.
Dieser ist todunglücklich über den Tod seiner Geliebten, den er verursacht hat – wenn auch nur indirekt.
Dabei kommt Thomas von Anfang an sehr selbstbemitleidend und dadurch leider auch sehr unsympathisch herüber.
Recht schnell erfahren wir zudem, daß Thomas‘ Geliebte (sie wird nie als seine Freundin, Lebensgefährtin o.ä. bezeichnet, immer nur als Geliebte) offenbar nicht wirklich tot ist. Darauf deutete ja der Klappentext auch schon hin.
Zusammen mit den Zeitungsberichten aus dem ersten Kapitel sollte dem geneigten Leser hier schon klar sein, wohin der Hase läuft: Thomas‘ Geliebte „Natascha“ war die altägyptische Göttin Bastet. Zu früh ihres irdischen Körpers beraubt, flüchtete sie sich in die zeitweise Existenz als Katze.
Diese quartiert sich bei Thomas ein und nimmt mehr und mehr Raum ein, wird irgendwann sogar sexuell zudringlich.
Womit wir einen Schlenker zur „Erotik“ dieses Buches machen wollen.
Der Autor hat von Anfang an immer wieder Sex eingestreut. Im ersten Kapitel in Form einer Vergewaltigung, später dann zwischen Thomas und Natascha. Selbst im Körper der Katze als „Tascha“ findet eine irgendwie geartete Form der Sexualität statt, als die Katze Thomas mit der Zunge an seinen Geschlechtsteilen leckt.
An meiner Formulierung mag man erahnen, wie wenig ich mit dieser gesamten Form der „Erotik“ anfangen kann. Für mich hat der Autor hier leider gar keinen Weg gefunden, die von ihm beschriebenen Handlungen in irgendeiner Art und Weise erotisch zu machen. Sie lasen sich allesamt hölzern und blutleer, so daß sie eher ein Gefühl von Öde als Erotik hinterließen.
Das streiche ich so heraus, weil leider die gesamte Beziehung, die Thomas zu Natascha und ihrer späteren Form Mia führt, auf Erotik basiert. Vielmehr auf ungezügelter Geilheit, die in sehr vielen Fällen für mich schlichtweg als Motivation nicht mehr nachzuvollziehen gewesen ist. Thomas läßt sich viel zu bereitwillig auf etwas ein, für das reines Begehren kein glaubwürdiger Antrieb ist.
Aber der Reihe nach.
Thomas erfährt von einem Geistwesen oder besser einem Dämon namens Ach, daß seine Geliebte Natascha die Göttin Bastet ist. Diese ist nun im Körper einer Katze gefangen und will wieder einen menschlichen Körper besetzen. Dafür braucht sie wohl oder übel Thomas‘ Hilfe, der die Rolle eines Hohepriesters im sogenannten Sarx-Ritual übernehmen soll.
Hier kommt der Leser zum ersten Mal mehr mit dem Glauben des alten Ägypten in Berührung, was ich sehr interessant fand. Trotz ihrer Bösartigkeit war Ach auch der einzige Charakter, der mich im gesamten Buch hat überzeugen können. Sie blieb immer ihrer Rolle treu und war stets nachvollziehbar.
Während der Vorbereitungen auf die Sarx-Werdung hat Thomas nur noch seine Wiedervereinigung mit seiner Geliebten im Sinn. Er mutiert hier völlig zum sabbernden Idioten, nachdem er sich vorher als selbstmitleidiger Depp dem Alkohol hingegeben hatte. Er ist in seiner Gesamtheit vollkommen abstoßend.
Am Schlimmsten war hier für mich, daß er nur zu bereitwillig eine Art „Fleischbeschau“ abhält, um zusammen mit der Katze den neuen Körper auszusuchen. Obwohl er sich zu dem Zeitpunkt bereits darüber im Klaren war, daß Bastet diesen Körper mehr oder weniger gewaltsam in Besitz nehmen und den derzeitigen Besitzer vertreiben würde. Er machte sich ganz bewußt keine Gedanken darüber, was mit der Seele der Frau geschehen würde, der dieser Körper gehörte.
Hier vertut der Autor eine riesige Chance, die er durch die gewählte Perspektive des Ich-Erzählers gewonnen hat. Er hätte hier die Möglichkeit gehabt, den inneren Konflikt des Erzählers herauszuarbeiten. Sein Ringen mit sich selbst, seine Zweifel, seine Ängste, aber auch seine Hoffnungen und Träume.
So bleibt nichts weiter als ein notgeiler Mann, der alles dafür tut, wieder eine wilde, willige Gefährtin in sein Bett zu bekommen.
Spätestens an diesem Punkt hat mich der Autor vollkommen verloren. Ich fühlte mich nur noch von Thomas abgestoßen und angewidert.
Aber es wird noch schlimmer.
Die Sarx-Werdung gelingt, wobei uns der Autor tief in die Rituale des alten Ägyptens mitnimmt. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Stimmung war gut herausgearbeitet, alles paßte gut zusammen.
Im Anschluß daran soll Thomas aber die kleine Katze „entsorgen“, die bisher das Gefäß für Bastet gewesen war. Nun wohnt ihr die unfreiwillige Körperspenderin inne, wie Thomas sehr schnell erfaßt.
Hier zeigt er zum allerersten Mal Skrupel, aber viel zu spät.
Immerhin bringt er es nicht über sich, die Katze tatsächlich zu töten, sondern er setzt sie nur weit entfernt aus.
Ruhe kehrt allerdings nicht mehr in sein Leben ein.
Seine neue/alte Geliebte ist wilder und ungezügelter, als jemals zuvor. War bereits Natascha fremd gegangen – am Ende sogar mit einem Liger, was ihr Tod gewesen war -, so ist die neue Bastet nicht nur extrem promiskuitiv, sondern auch noch bösartig.
Sie tötet in ihrem eigenen Schlafzimmer eine Geschäftspartnerin von Thomas, nachdem sie sich mit ihr vergnügt hatte.
Und was tut Thomas? Nimmt er schreiend Reißaus? Ruft er am Ende gar die Polizei?
Nein! Er hilft Bastet, die Tat zu vertuschen, vergräbt die Leiche und glaubt ihr sogar, daß das die Tat ihrer „bösen Seite“ gewesen war.
Dabei geht er nicht einmal so weit, den Tatort gründlich zu reinigen, sondern sie schlafen nach wie vor auf den blutgetränkten Matratzen, die sie nur umgedreht haben.
Ab da entwickelt sich auch Bastet zu einem verachtenswerten Wesen. Ihr einziges Ziel scheint es zu sein, mit möglichst vielen Partnern Sex zu haben. Sie macht aus Thomas einen armseligen Deppen und zeigt nicht den Hauch von der Würde und Erhabenheit, die man von einer so uralten Gottheit erwarten würde.
Alles gipfelt darin, daß sie Thomas „Frischfleisch“ mit nach Hause bringt, damit sie sich zu dritt vergnügen können.
Selbst das macht der arme Trottel so lange mit, bis sein Körper erste Ausfallerscheinungen zeigt. Dann verlegt er sich „nur noch“ aufs Zuschauen.
Ich konnte Thomas‘ Motivation und sein Handeln nie verstehen. Selbst wenn ich davon ausgehe, daß ich als Frau andere Ansichten habe, war das alles für mich doch immer viel zu platt.
Es war zwar immer wieder die Rede von Liebe, aber keine Liebe – und nicht einmal fast krankhaftes Begehren – bringt einen Menschen ernsthaft dazu, solch ein Leben als normal zu akzeptieren.
Als es dann zum Eklat kommt und Bastet erneut mordet, betrachtete ich das alles nur noch amüsiert von außen. Ich gönnte Thomas seine Auseinandersetzung mit Ach, die ihn fast getötet hat, ebenso wie seine grausame Erkenntnis, mit einer wahnsinnigen Massenmörderin zusammen zu sein.
Einzig das Tagebuch, das Thomas „zufällig“ in die Hände bekam, konnte mich wirklich fesseln. Hier begleiten wir einen jungen Archäologen 1880 nach Ägypten und kommen zum ersten Mal mit Natascha in Berührung.
Hier verknüpfen sich dann auch die Fäden vom Beginn, wo die Zeitungsberichte der „Flammenden Jenny“ eine Spur gelegt hatten.
Das es sich dabei um Natascha handelt, war mir schon seit der ersten Begegnung mit ihrer Wohnung klar. Hier begreift aber auch Thomas so langsam, auf wen er sich da wirklich eingelassen hat. Denn Natascha hatte keine Hemmungen, ihre eigenen Eltern zu töten. So, wie sie es wahrscheinlich schon seit tausenden von Jahren getan hatte: Sie gebärt sich selbst, um dann in einem Ritual den Körper zu wechseln. So bleibt sie auf ewig jung.
Hätte Thomas nicht eingegriffen und der Liger sie nicht getötet, wäre das wohl auch diesmal ihr Vorgehen gewesen.
Hier hat der Autor in meinen Augen Spannung verschenkt. Da der Leser bereits sehr früh wußte, worum es hier überhaupt geht (altes Ägypten, Bastet/Sachmet), hat er seinen Ich-Erzähler als weit dummer ins Rennen geschickt, als den Leser. Dadurch nimmt er dem Leser die Spannung, die Thomas empfinden muß, als er endlich dahinter kommt, was hier im großen Ganzen vonstatten geht. Der Leser bleibt unbeteiligter Zuschauer, der unruhig auf dem Stuhl herumrückt und wartet, wann der Trottel denn endlich begreift, was der Leser schon lange weiß.
Thomas sinnt nun - sehr spät - auf Rache. Er gibt sich der naiven Illusion hin, einer Gottheit gegenüber treten und sie sogar vernichten zu können.
Da er als Mensch allein einer Gottheit natürlich nicht gewachsen ist, hat der Autor hier zum Deus ex machina gegriffen, als er die „Körperspenderin“ in ihrer jetzigen Form als Katze erscheinen ließ. Dieser Kunstgriff ist leider wenig gut gelungen, da er zum einen recht unwahrscheinlich und zum anderen nicht überraschend war. Der Autor hatte die kleine Katze bereits sehr deutlich mit dem Holzhammer angekündigt, so daß der Überraschungseffekt vollkommen verpuffte und lediglich ein „Ah, nett“ übrigblieb.
Die Leichenkammer am Ende hatte ich nicht erwartet, das muß ich zugeben. Das übersteigt dann doch meine eigene Fantasie, obwohl es mich bei Bastets Benehmen nicht wunderte.
Thomas kann den derzeitigen Körper der Göttin zerstören, aber sie selbst hat wohl Zuflucht in einer alten Katzenmumie gefunden.
Für ihn ging die Geschichte gerade noch mehr oder weniger glimpflich aus, immerhin war er in der Lage, die Geschichte als Ich-Erzähler zu Ende zu bringen.

Mein Fazit: Der Autor konnte mich leider nicht überzeugen. Der Hauptdarsteller war nicht nur unsympathisch, sondern für mich auch durch und durch unlogisch.
Und auch Bastet hatte nichts an sich, mit dem man sich hätte identifizieren mögen.
So blieb ich als Leser außen vor, betrachtete das Ganze wie durch eine dicke Glasscheibe, die keine Emotionen an mich herangelassen hat.
Schade. Der Autor hat hier eine große Idee für mich leider vertan. So hat die Geschichte für mich nicht funktioniert.
Ich kann hier unterm Strich nur 2,5 Sterne vergeben.
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