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Kundenrezension

75 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die gute Ära ist zurück, 25. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Era Vulgaris (Audio CD)
Queens of the stone age – Era vulgaris

Josh Homme ist ein zäher Bursche. Anno Domini 2003 ein übermütiger Boxer der dachte, nach einem grandiosen Uppercut aus dem Nichts, der jegliche Ungläubige, Gegner, Kritiker und Zweifler auf die Matte schickte, sich alles erlauben zu können. Und Zwei Jahre später auch mal (natürlich für seine Verhältnisse!) einfach schlechte Lieder auf ein Album zu packen, Songskizzen („You’ve got a killer scene there, man“) wenn man will, es war ja egal, die Fans und alle anderen lagen am Boden, dachte er. Umso überraschter war er als plötzlich Kritik laut wurde, dem Wunderkind mitsamt der wunderbaren Band würden so langsam die Ideen ausgehen, da konnte auch die illustre Besetzungs-hütchenspielerei nichts daran ändern, dass so manches auf „Lullabies to paralyze“ arg gezwungen klang, immer den Druck-Zweizack des Vorgängers im Rücken, zu konstruiert und irgendwie gleich klangen No one knows-Nachfolger („Little Sister“) und irgendwie schon zu monotone Songs („Burn the witch“). Der Tiefschlag schickte ihn nicht auf die Bretter, aber zurück auf den Boden der Tatsachen. Und wie sagt der Volksmund schon? „Was dich nicht umbringt macht dich nur härter“, bzw. bringt es dazu sich wieder mehr anzustrengen und mehr auf seine „Arbeit“ zu konzentrieren (ja, ich gehe davon aus Rockmusiker ist eine Arbeit).

Was macht man also als Joshua? Richtig, man geht zurück dahin wo alles angefangen hat, in die Wüste (Hey, es ist eine Queens-Rezi, irgendwann MUSS man ja entweder Kyuss oder die Wüste erwähnen), genießt das Leben, lässt alles hinter sich, findet in der scheinbaren Einöde Inspiration (ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung ob er das wirklich getan hat, aber es klingt stark danach) und musiziert mit Freunden einfach drauf los. Genauso klingt das erste Stück, nicht nach Welt-tournee und Promo-tour, sondern „Wer war dieses mal dran mit Bier kaufen? Ist das Tape an? Ok,los…“. Und dann kommt man in seinem Falle nach 2 Jahren plötzlich, wie der Messias ins Einkaufszentrum, zurück mit einer unglaublich kraftvollen Platte die so klingt wie man es wirklich(!) nicht erwartet hätte. Natürlich sind das die Queens, natürlich sind die Bratgitarren, die geradezu spöttischen Ein-Ton-als-Melodie-reicht-vollkommen Lieder („Sick,sick,sick“) und es sind auch wieder viele Gaststars vertreten (Julian Casablancas auf eben erwähntem Stück, Trent Reznor, wobei es der Titel-track von ihm & Homme aber nicht aufs Album geschafft hat, und natürlich Mark Lanegan) aber MAN, so eine stetige Neudefinierung im Rock-universum die trotzdem immer wieder gewissen Motiven treu bleibt hätte ich nicht erwartet oder, gemessem am Vorgänger auch nicht mehr für möglich gehalten. Die Kreativität, das quirlig-liebenswürdige ist zurück. Erweitert durch viele elektronische Elemente und viele genüsslich psychedelische Gitarrenläufe (Hört euch nur den Opener an) verspricht das 5. Qotsa-Album so einiges.

Es sind Lieder, die oft trotz der brillianten Gesangslinien und Harmonien nicht sofort ins Ohr gehen, sondern wie eine Goldmünze auf ihre Echtheit überprüft werden wollen (glaubt mir ihr werdet genüsslich eure Zähne an „Battery acid“ ausbeißen), euch anzicken und euch 6-saitige Querschläger um die Ohren hauen („3’s and 7’s), festgehalten und verstanden werden wollen, für Qotsa-Verhältnisse fast schon proggig gibt es auf dieser Platte immer wieder Momente die einen ins angenehm ungläubige Staunen á la „Moment, WAS war das gerade?“ versetzen und einen dazu bringen die CD immer und immer wieder anzuhören, geht ja auch nur 45 Minuten. Dinge die man auf einer Queens Platte nie erwartet hätte, Songs die solche abrupten Wendungen und obskuren Wandel („Run, pig, run!“) durchmachen als würde LOST jetzt als Platte erscheinen und schlussendlich doch auf ihre eigene geniale Weise doch wieder Sinn machen.

Und vielleicht ist gerade diese Unbekümmertheit, die „Scheiß drauf“ Attitüde das Geheimnis dieser Platte. Es ist wieder diese relaxte Lockerheit die Hommes Hände wie von einer höheren pharmazeutischen Macht solche selbstironischen Kleinode wie „I’m designer“ ausspucken lässt („I’m one of a kind, I’m DESIGNER!!!“)und kurz darauf in „Misfit love“ breitbeinig zusammen mit Reznor-schen Elektronik-Spielereien den unwiderstehlichen Siegertypen gibt, der noch engere Jeans anhat als String Emil (sic!) und beim Falsett-gesang trotzdem cooler und gelassener wirkt als ein Mike Patton mit Haarnetz. Als würde er mit der XXXL-Limousine aus Aphex Twins „Windowlicker“-Video vorfahren verkündet er wieder selbstsicher „Ain’t born to lose, I’m born to win“ und es gibt spätestens an dieser Stelle nicht den leisesten Zweifel, dass das a) sicherlich der Wahrheit entspricht und b) diese 11 Songs (12 mit UK-Bonustrack „Running joke“) gemeinsam etwas verdammt großes sind, mindestens Top 3 sowohl im Rockjahr 2007 als auch in der gesamten Queens-Disco gesehen.

So folgt einer wunderbar hypnotisierenden ruhigen Gänsehaut-Nummer („Into the hollow“) das bereits erwähnte pure Testosteron „Mistfit love“, schmiegt sich ein stoisch grinsender Rocker mit psychedelischem Gitarrenslide-Zwischenspiel im Refrain („Battery acid“) an die ultimative Beischlaf-Beichte „Make it witchu“ die wir schon von den Desert sessions kennen, und wir schmelzen dahin wie billige Duftkerzen als wenn Josh Homme als die Flamme von den Fantastic Four an uns vorbeigehen würde. Immer wieder werden Dinge gewagt, versucht, etwas was man in letzter Zeit immer wieder misste und immer wenn man sich bei der Frage „Ist das Wah² jetzt noch zu verkraften?“ hören sie damit auf.

Era vulgaris ist Eingestehen von Fehlern, selbstironische Erkenntnis, Neudefinition, Entspannungskur durch kreative Wiedererstärkung beim Treff mit Freunden und schließlich die triumphale Rückkehr in den Ring inklusive „Um den Gegner tänzeln“ und das coole Umstupsen des, ob der neu gewonnenen Einflüsse und Ideen, versteinerten Kontrahenten der eigentlich nie dauerhaft zu besiegen ist. Und so klingt die Platte als würde sich ein Guru mit seinen Freunden in der Garage, die mitten in der Wüste mit offenem Tor steht, treffen um halluzinogene Wüstenluft einzuatmen und die Atmosphäre auf Band zu spielen. Kein Song klingt auch nur ansatzweise gleich, bei welcher Queens Platte war das schon der Fall? Aber dieses mal gibt es keine Ausfälle, Elf Rock-Matroschkas warten darauf immer wieder auseinander- und zusammengenommen und im Regal täglich nach Beliebtheit geordnet zu werden.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.11.2007, 16:18:55 GMT+1
Andreas meint:
Dieser Beitrag ... einfach nur klasse!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.01.2008, 18:40:39 GMT+1
Danke danke :)

Veröffentlicht am 18.09.2008, 13:05:46 GMT+2
UncleP meint:
Alter, was ham se dir denn ins frühstück getan? ;-)
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