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Kundenrezension

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen No more running (statt eines Nachrufs), 5. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Run for cover (1985) (Audio CD)
Wann mag wohl der Blues über Gary gekommen sein? Ist er in seiner Heimatstadt Belfast Van "The Man" Morrison über den Weg gelaufen und hat den zu einer gemeinsamen Jam Session überredet? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass da irgendwann plötzlich eine Single auftauchte, die so ziemlich jeden, der sie damals aufmerksam hörte, verdächtig an Lionel Richies "Hello, again" erinnerte. Ja, genau: an den Papa von Paris Hiltons Busenfreundin Nicole. Inwieweit man den Herrn für das Betragen seiner Adoptivtochter zur Verantwortung ziehen kann, weiß ich zwar nicht. Ich ahne aber, dass für einen Blueser der Vergleich mit Lionel Richie nicht unbedingt der schmeichelhafteste sein dürfte. Nicht, solange es Vorbilder wie Robert Johnson, B.B. King, Muddy Waters oder Albert Collins gibt - die Reihe ließe sich fortsetzen.

Blues sei Musik von Schwarzen, die vornehmlich von Weißen gespielt und populär gemacht werde, hat Monty Pythons-Mitglied Eric Idle in seiner weithin unbekannten Beatles Mockumentary "The Rutles - All You Need is Cash" recht treffend angemerkt, und streng genommen gilt das Gesagte natürlich auch für den Rock'n Roll. Und für Lionel Richies Soul natürlich erst recht (vgl. hierzu: "Don't you think we're maybe ... just a little whoite for that kind of music [i.e. Dublin soul, die Red.] ... ?" aus "The Commitments").

Was also mag damals nur mit Moore geschehen sein?

Hat er eifersüchtig auf die Erfolge geschielt, die Leuten wie Robert Cray ihre Blues-Alben bescherten? Und hat er dann den Wirt seiner Stammkneipe dazu gezwungen, sein rustikales irisches Pub in ein Speakeasy zu verwandeln, die Guinness-Werbung über Nacht zu demontieren und, frei nach der Devise "Moonshine statt Poitin!" fürderhin nur noch klammheimlich aus der Heizung gezapften Bourbon Whiskey auszuschenken? Irgendwas in der Richtung muss damals passiert sein, denn so ganz ohne Grund wird doch nicht über Nacht aus einem prima Hardrocker ein mittelmäßiger Bluesmensch. Oder steckt in Wirklichkeit irgendeine paramilitärische Organisation hinter dem Sinneswandel ... ?

Zur Wohlgeordnetheit der Welt im Jahre 1985 gehörten unter anderem klare Demarkationslinien: die Welt war fein säuberlich in Blöcke aufgeteilt, an den Grenzen standen Interkontinentalraketen mit Nuklearsprengköpfen, und weil dem so war, gehörte es in den 80ern für eine Band zum guten Ton, immer mal wieder darauf hinzuweisen, dass man Krieg irgendwie total doof finde. Gary Moore hat's nicht, wie viele seiner Musikerkollegen, bei nur einem Stück belassen, sondern gleich seine ganze 1985er LP in den Dienst der guten, weil friedensbewegten Sache gestellt und sie beziehungsreich "Run for Cover" genannt (die Nachfolge-Veröffentlichungen "Wild Frontier" und "After the War" stießen ins gleiche Horn).

Die Single-Auskopplung "Out in the Fields", das hat Bürgerkriegskind Gary Moore seinerzeit zwar auf Anfragen hin immer mal wieder zu verstehen gegeben, sei zwar in erster Linie als eine musikalische Anklage gegen den inneririschen Konflikt zu verstehen, aber den Text des Liedes kann man sicherlich auf jeden bewaffneten Konflikt münzen.

Konnte irgendwer von den Konfliktparteien Gary Moores beständiges Ansingen gegen den Krieg nicht mehr hören? Hat da wer befürchtet, die Mitstreiter könnten die Waffen niederlegen ("Lass' uns aufhören, bevor der Gary noch so ein Ich-finde-Krieg-scheiße-Album macht!") und hat deshalb Gary Moore die Pistole auf die Brust gesetzt? "Freundchen, du lässt jetzt mal diesen neumodischen ,Rock against War'-Zinnober bleiben, sondern schrammelst ab jetzt Blues, verstanden!?" Denkbar wäre das doch, oder etwa nicht?

Wenn ich, wie gerade jetzt, "Run for Cover" höre, wird mir jedenfalls aufs Neue schmerzlich bewusst, was für ein schwarzer Tag das damals doch war, an dem Gary Moore von einer tragenden Hardrock-Säule zum Möchtegern-Blues-Päule geworden ist.

Um ahnen zu können, dass hier Qualität geboten wird, genügt ein Blick ins Booklet - besser gesagt: auf die Listen der an den einzelnen Stücken beteiligten Musiker. Gary Moore-Intimus Phil Lynott ist einer der Köpfe von "Thin Lizzy", bei Gastsänger Glenn Hughes handelt es sich um ein Deep Purple-Urgestein, und mindestens Keyboarder Don Airey und Bassist Bob Daisley sind für Hardrock-Fans sicherlich auch keine Unbekannten. Das Ergebnis des gemeinsamen Wirkens sind zehn Stücke, unter denen sich so einige locker für jede "Best of Gary Moore" qualifizieren; wirklich schwache Stücke hingegen sucht man vergebens.

Der Auftakt "Run for Cover" bietet druckvollen, melodiösen Hardrock mit eingängigem Refrain, "Reach for the Sky" sticht allein schon durch Glenn Hughes' Gesang heraus. "Military Man" schlägt gekonnt den Bogen zwischen Rock und Pop; die Kuschelrock-Ballade "Empty Rooms", eines der bekanntesten Stücke aus Moores Prä-Blues-Ära, müsste nicht nur eingeschworenen Fans der gebrüllten Musik gefallen. Mein Favorit ist jedoch das seinerzeit als zweite Single neben "Empty Rooms" ausgekoppelte "Out in the Fields" - für mich eines der besten Stücke, die Gary Moore je gemacht hat; ich glaube, den Text kann ich heute noch auswendig mitsingen, und wenn ich die Augen schließe, ist mir, als sähe ich das Video zum Stück, in dem man für die Dauer von Moores Solo eine Kamera direkt an den Gitarrenhals montiert hatte.

R e s ü m e e

"Run for Cover" bietet Gary Moore in Bestform - die Nachfolger "Wild Frontier" und "After the War" mochte ich zwar auch noch, unterm Strich waren die aber m. E. nicht so gut wie die durchgängig hörenswerte "Run for Cover". Und was danach kam, hat mich dann leider gar nicht mehr überzeugt.

Wer melodiösen, ziemlich kommerziell produzierten Hardrock mag, wie ihn zum Beispiel Ozzy Osbourne, Van Halen und die späten Rainbow machten, der dürfte von "Run for Cover" nicht enttäuscht sein.
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