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Kundenrezension

am 15. November 2013
Da sie sich selbst die Schuld an ihrer Gefangennahme gibt, kann Jacinda erst dann ein neues Leben mit Will beginnen, wenn sie Miram wieder aus den Fängen der Enkros befreit hat. Allerdings ist das kein leichtes Unterfangen und bisher ist keinem Draki je die Flucht gelungen.

Um Miram zu finden und auf den Ausbruch vorzubereiten, lässt Jacinda sich selbst ebenfalls als Gefangene in die Einrichtung bringen, aus der Will, Cassian und Tamra sie danach gemeinsam befreien sollen. Doch die Zustände dort sind noch schlimmer als erwartet und Jacinda muss schon innerhalb der ersten Stunden um ihr Überleben kämpfen - und zwar nicht nur gegen die Enkros, denn Miram und sie sind nicht die einzigen Drakis dort.

Abgesehen davon besteht die Schwierigkeit auch für die anderen nicht darin die Höhle des Löwen zu betreten, sondern sie wieder lebendig zu verlassen ...

Firelight - Leuchtendes Herz ist der würdige Abschluss einer Trilogie, die das Herz von Romantic Fantasy Fans höher schlagen ließ, was den endgültigen Abschied umso schwerer macht, weil man ihn während des Lesens gern noch etwas hinausgezögert hätte. Man beendet das Buch deshalb sowohl mit einem lachenden als auch mit einem weinenden Auge, da Sophie Jordan den Leser mit diesem packenden Finale zwar durchaus zufrieden stellt, man aber dennoch ein wenig traurig darüber ist, dass diese tolle Reihe damit nun zu Ende ist.

Der letzte Band schließt beinahe nahtlos an seinen Vorgänger an, sodass man sofort wieder mitten im Geschehen ist und weiß, wie der zweite Teil endete, selbst wenn man ihn nicht erst vor Kurzem gelesen hat. Es dreht sich, zumindest zu Beginn, weiterhin alles um die Rettung von Miram aus den Klauen der Enkros, wodurch die Handlung von Anfang an spannend ist, schließlich ist bisher noch kein Draki nach einer solchen Gefangennahme jemals wieder aufgetaucht. Außerdem hofft Jacinda dort endlich zu erfahren, was damals mit ihrem Vater geschehen und ob er vielleicht noch am Leben ist.
Da Jacindas riskanter Plan vorsieht, dass sie Miram ausfindig macht indem sie selbst vorgibt gefangen worden zu sein, erlebt man hautnah, was die Enkros mit den Drakis anstellen, wie sie sie behandeln und welches Leid diese dabei empfinden. Natürlich konnte man sich schon denken, dass sie mit ihnen experimentieren und sie sezieren um sie zu erforschen, trotzdem ist man schockiert von der gnadenlosen Kaltherzigkeit einiger Forscher und Wächter. Dass sie in diesen faszinierenden Wesen nur Tiere sehen, ist, zumal sie es nicht besser wissen, ja noch verständlich, immerhin hüten die Drakis dieses Geheimnis mit allen Mitteln, doch dass sie sie sogar misshandeln, ist keineswegs mehr nachvollziehbar und einfach barbarisch.
Man lernt zwar ein paar neue interessante Drakis kennen, von denen der eine oder andere im späteren Verlauf eine größere Rolle spielt, erfährt aber nur sehr wenig über die Enkros selbst, ihre Motive oder ihre Verbreitung, sodass diverse Fragen offen bleiben. Wie viele solche Einrichtungen gibt es wohl? Wie haben sie von der Existenz der Drakis erfahren? Kennen manche von ihnen ihr Geheimnis?
Außerdem wird die spektakuläre Flucht die Enkros garantiert nicht allzu lange von ihren Machenschaften abhalten, sodass die Drakis weder vor ihnen noch vor den Jägern fortwährend sicher sind. Dieser Umstand ist jedoch auch ziemlich realistisch, denn solange es Menschen gibt, die von den Drakis wissen, wird es unter ihnen leider immer solche geben, die Jagd auf sie machen.

Dieser Handlungsabschnitt umfasst allerdings nur etwa ein Drittel des Buches. Im Mittelpunkt steht nach wie vor die Liebe zwischen Jacinda und Will sowie die Auswirkungen, die diese auf Jacindas Leben hat. Sie ist hin und her gerissen und zwar in vielerlei Hinsicht: zwischen ihrer menschlichen Hälfte und ihrem inneren Draki, zwischen dem Pflichtgefühl gegenüber dem Rudel und ihrer Sehnsucht nach Freiheit, zwischen dem Wunsch zu helfen und dem sich von ihrem alten Leben zu lösen, und ein wenig ebenso zwischen Will und Cassian.
Obwohl sie Cassian durch die Zwangsheirat wesentlich näher gekommen ist und dadurch nun ein tieferes Verständnis für ihn sowie eine engere Bindung zu ihm hat, hat sie sich für Will entschieden und will ein neues Leben mit ihm beginnen. Diese Entscheidung in die Tat umzusetzen, fällt ihr jedoch, verständlicherweise, zunehmend schwerer und es scheint immer wieder einen neuen Grund zu geben, der ihr Zusammensein verhindert bzw. hinauszögert, was ihre Beziehung auf eine harte Probe stellt. Zuerst ist es Miram und danach sorgt eine schockierende Enthüllung nach der nächsten dafür, dass sie noch nicht bereit ist zu gehen.
Des Weiteren ist das Rudel nun einmal trotz aller Differenzen, wobei sie diese ja hauptsächlich mit dem Oberhaupt Severin hatte, ihre Familie, für die sie sich verantwortlich fühlt. Sie kann sich nicht von ihnen abwenden, solange sie sich in Gefahr befinden. Hinzu kommt, dass ein Leben mit Will inzwischen eine Trennung von einer anderen Person nach sich zieht, die nie ein Teil des Plans war.

Will ist trotz allem fast die ganze Zeit über an ihrer Seite und war bislang äußerst geduldig, doch selbst ihm kommen langsam Zweifel. Nicht an ihren Gefühlen, er weiß, dass Jacinda ihn liebt, aber er stellt sich mit der Zeit eine entscheidende Frage: Wird Jacinda sich jemals wirklich vom Rudel lösen können? Diese Unsicherheit kann man ihm auch nicht vorwerfen, denn jene Frage kann sie ja selbst erst zum Schluss beantworten.

Im Gegensatz zu der Problematik mit den Enkros lässt die Auflösung in Bezug auf die Konflikte mit dem Rudel sowie Jacindas innere Zerrissenheit kaum noch Wünsche offen. Es wird endlich gravierende Änderungen im Rudel geben, durch die man nun hoffnungsvoll in die Zukunft schauen kann. Eine Person, der man eher den Tod wünscht, kommt zwar mit dem Leben davon und Jacinda muss erkennen, das nicht immer die Gerechtigkeit siegt, was ein wenig ernüchternd, dafür allerdings sehr authentisch ist. Abgesehen von ein paar wenigen Verlusten - manche mehr, manche weniger schmerzhaft - bekommt aber ansonsten jeder das, was er verdient, was einen insbesondere für Tamra freut, oder kann sich nun zumindest auf die Suche danach begeben.

Auf Grund der romantischen Liebesgeschichte sowie der insgesamt äußerst fesselnden sowie temporeichen Handlung, die auch im späteren Verlauf nicht an Spannung verliert, weil sich die Ereignisse stets beinahe überschlagen, verzeiht man Sophie Jordan die kleinen Aufklärungsdefizite im Hinblick auf die Enkros daher gern.

*FAZIT*
Firelight - Leuchtendes Herz ist vielleicht kein perfekter, aber doch immerhin ein sehr gelungener Abschluss der Liebesgeschichte zwischen dem feuerspeienden Draki Jacinda und dem Jägerssohn Will. Sophie Jordan hat mit den Drakis nicht nur faszinierende, einzigartige Kreaturen erschaffen und mit der gesamten Reihe ihr erzählerisches Talent bewiesen, sie zeigt dem Leser darüber hinaus, dass Liebe die Macht hat alle Widrigkeiten zu überwinden und es sich lohnt dafür zu kämpfen.

Das nächste Werk dieser begabten Autorin wird man sich nach dieser fantastischen Reihe somit definitiv genauer ansehen!
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