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Kundenrezension

am 23. August 2008
"You only live twice" ist John Barrys vierter Beitrag zur Bond-Reihe. Er weicht diesmal etwas von seinem bisher stark bläserbetonten Ansatz ab und wertet die Streicher deutlich auf, was sich vor allem im häufig aufgegriffenen Titelthema bemerkbar macht. Paradoxerweise scheint mir jedoch gerade diese "Aufweichung" des bisherigen Bond-Sounds das größte Problem dieses Scores zu sein. Das Hinübergleiten ins Sentimentale (auch im "lyrischen" Ansatz des Regisseurs Lewis Gilbert mit seinem Hang zum Sonnenauf- bzw. Untergang verortbar) verkitscht die musikalische Begleitung an manchen Stellen doch arg. Auch die Auseinandersetzung mit traditioneller japanischer Musik (ein wieteres Leitmotiv) resultiert schließlich in einer recht flachen Adaption einer japanischen Pentatonik für ein 60er Pop-Arrangement. Dies muss allerdings im Kontext der Zeit gesehen werden, da die damaligen Konventionen (1967) wohl kaum mehr "Fremdartiges" in einer westlichen Mainstream-Produktion zugelassen hätten.
Trotz der gewohnten Qualität der rhythmischen Action-Parts, die dieses Werk doch erheblich aufwerten, ist letztlich das bereits erwähnte Titelthema ein Problem. Eine Ursache für die unglublich simple Komposition ("Goldfinger" und "Thunderball" waren da von anderem Schlage) ist sicherlich die Auswahl der Interpretin. Nancy Sinatra ist eine der schwächsten Sängerinnen, die jemals einen Bond-Song gesungen haben. Ihre Auswahl riecht stark nach Studiodiktatur, da sie kurz vorher mit "These Boots are made for walking" einen Hit gelandet hatte und man in ihrem frischen Ruhm auch einen Vortiel für die neue Bond-Produktion sah. Da sie jedoch über ein eher begrenztes sängerisches Talent verfügt, musste Barry in einem recht beschränkten musikalischen Rahmen arbeiten, so dass seine "lyrische", streicherdominierte Titelkomposition eher nach Kompromisslösung als nach Überzeugungstat aussieht. Die Produktion tat dann noch ihr Übriges um Miss Sinatra zu kaschieren und dem Titel durch "Weichzeichnung" den Rest zu geben. Trotzdem hat Barry aus der Not eine Tugend gemacht und seinen Titel mit einer solch markantne Eröffnungssequenz versehen, dass selbst dieser Titel ein Hit wurde (und von Robbie Williams in "Millennium" verwendet wurde).
Für mich insgesamt eher ein mäßiger Score, der zwar am Rand zu überzeugen weiß, aber gerade in seinem Kern viel zu leichtgewichtig daherkommt. Die filmische Grundlage, dominiert von einem Bond-müden, gelangweilten Connery und größtenteils farblosen Nebendarstellern hat aber auch nicht viel mehr zu bieten.
"Capsule in Space" ist als Barrys erster Space Track hervorzuheben (es folgte 1979 "Moonraker") und das wirklich hervorragende, in manchen Passagen gar an Herrmann erinnernde "Aki's Death" ist mein persönlicher Favorit.
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