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Kundenrezension

am 25. März 2014
“Use your brain to change your brain.” (S.8)

Zum Inhalt:
Das Buch teilt sich textuell in 4 große Kapitel:

Teil I Unser Gehirn verstehen
Wie wir die Angst in unserem Körper in den Griff bekommen
Wie wir unser Angstbewußtsein in den Griff bekommen
Die Veränderung des Angstverhaltens

Inhaltlich kann man den Text dritteln, wobei im ersten Teil die Hirnphysiologie und ihre ursächliche Wirkung im Bereich der Angstauslösung und -erzeugung beleuchtet wird. Auf diesen Grundlagen fußt auch der Denk- resp. Handlungsansatz des Buches, dass sich das Gehirn durch entsprechende Therapien, Verhaltensmassnahmen, sowie Einflussnahme des Menschen selbst verändern kann: “Wenn es uns um Angst und deren Kontrolle geht, ist es wichtig zu verstehen, dass das Nervensystem automatisch und ohne unsere Kontrolle agiert, dass man aber gleichwohl zielgerichtet eingreifen kann.” (S.31). Es ist dieser positive Ansatz, der sich durch das Gesamte Buch zieht und den Betroffenen Mut macht, ohne falsche Hoffnungen auf ein im Handumdrehen wirksames Allheilmittel zu versprechen.
Der zweite inhaltliche Bereich beschäftigt sich mit der Wirkweise, dem Potential und den Grenzen medikamentöser Behandlungen von Angststörungen. Hierbei vertritt die Autorin einen sehr neutralen Standpunkt, der keineswegs Medikamente als abzulehnen brandmarkt, sondern klar ihre vorhandenen positiven und negativen Implikationen in der Anwendung aufzeigt. Eine klare Aussage, welche immer wieder anklingt, ist jene, dass Psychotherapien, Verhaltensänderung, Arbeit an sich selbst einer Langzeitmedikation stets vorzuziehen sind; zum einen Aufgrund der nicht zu vernachlässigenden Nebenwirkungen verschiedenster Psychopharmaka, sowie der lebenslangen selbstwertfördernden Nachhaltigkeit therapeutischer Lösungsansätze – ohne die entsprechenden Nebenwirkungen.
Im dritten Teil werden Handreichungen gegeben, wie der angsterfüllte Mensch durch Verhaltensmassnahmen, – änderungen Einfluss auf seine Sicht der Welt und somit seine angstauslösenden Stressoren nehmen kann, was wiederum die Gehirnphysiologie und -chemie verändert (auch beschrieben im Buch “Die neue Medizin der Emotionen” von David Servan-Schreiber). Der Schwerpunkt liegt hierbei v.a. auf im Alltag anwendbare “Rezepte”, wobei immer wieder darauf hingewiesen wird, dass eine Änderung stets Zeit benötigt und mit Arbeit an sich selbst verbunden ist. “Die Kontrolle über das sorgenvolle Bewusstsein wird langsam, absichtsvoll und nachhaltig gewonnen. Die Umsetzung bedarf der bewussten Bereitschaft, die Mühe auf sich zu nehmen, aber der Lohn ist eine Verwandlung des überaktiven Gehirns in ein ruhigeres, weniger Angst produzierendes Gehirn – durch den bewussten Einsatz von Sorgenbewältigungs-Techniken.” (S.205)
Facetten der Angst, die in diesem Buch herausgearbeitet werden sind u.a. Panikstörungen, Sozialphobien, generalisierte Angststörungen (die Schwarzseher unter uns) und deren Verschränkungen. Ebenso wird ein Licht auf das oft belastende Zwangsverhalten von Perfektionisten geworfen, welches durchaus als Angstvermeidungsstrategie gesehen werden kann.
Über den Text verteilt – und das macht ihn nicht unbedingt einfacher lesbar – werden immer wieder Anleitungen, Tipps, Strategien präsentiert, die helfen können, sich zum einen der eigenen Situation und zum anderen der eigenen Möglichkeiten regulativ einzugreifen, bewußt zu werden. Dies reicht von Ernährung, über Schlafverhalten und -hygiene, bis hin zu psychologischen Techniken wie Affirmation, sowie Achtsamkeit und Fokussierung.

Fazit:
Meine anfängliche Skepsis eines jener Bücher in Händen zu halten, die v.a. im angelsächsischen resp. amerikansichen Umfeld wie Pilze aus dem Boden schießen und á la Dauerwerbesendung die Heilsversprechungen anbieten, wurde in diesem Text glücklicherweise nicht bestätigt. Das erste Drittel des Buches beschäftigt sich (fast etwas zu) ausgiebig mit der Biochemie und der Physiologie unseres Gehirns. Hilfreich ist dies jedoch in den weiteren 2 Dritteln auf jeden Fall, da hier auf die Wirkungsweise von Medikamenten und der durch Verhaltensstrategien bewirkbaren Veränderungen in der Hirnchemie und somit dem Gesamtbefinden eingegangen wird. Die klassischen Handlungsanweisung sind teilweise etwas weit über den Text verteilt, was ein sehr aufmerksames Lesen erfordert. Dass sich dies auf jeden Fall lohnt, wird sich dem Betroffenen schnell erschließen, zumal sich viele Archetypen wiederfinden lassen – nicht zuletzt auch wegen der griffigen Fallbeispiele, die die Autorin immer wieder einbaut. Dem Leser, der sich die “Mühe” macht, den Text aufmerksam zu perzipieren und auch vor den manchmal frappierenden Spiegelungen seiner selbst nicht zurückschreckt, erschließt sich ein reichhaltiger Fundus an Anleitungen, Einsichten und Strategien, die v.a. im Alltag helfen können angstreduzierter das Leben neu zu bewerten.

Zum Buch:
Die Verarbeitung des broschierten Bandes ist solide, die Verleimung stabil und die Papierqualität sehr gut. Der Fließtext ist in einer ansprechend großen Schrift gehalten, wobei die typografische Gestaltung des Buches etwas gewöhnungsbedürftig ist – es wurde offensichtlich nicht nach dem Motto “weniger ist mehr” gearbeitet ;-) . Aufgelockert werden die 292 Seiten immer wieder durch erklärende schwarz-weiß Grafiken, sowie Tabellen, die bei der Umsetzung der einzelnen Anleitungen und Strategien hilfreich sein können. In Summe ein sehr gut gearbeitetes Buch.
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