find Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Hier Klicken Storyteller Unlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17

Kundenrezension

TOP 500 REZENSENTam 9. März 2012
Fast noch interessanter als die Platte selbst sind hier eher die Nebengeräusche. Da veröffentlichen zwei der bekanntesten Köpfe des Synthiepops der 80er Jahre, Vince Clarke und Martin Gore, unter dem schlichten Kürzel VCMG ein Technoalbum, das, will man den beiden glauben, ausschließlich unter Zuhilfenahme neuzeitlicher Kommunikationsmittel, also Mailverkehr und Filesharing, geboren, konzipiert und entwickelt worden ist - kein Proberaum, kein nächtelanges Abhängen und Jammen. Clarke, Gründungsmitglied von Depeche Mode und schon nach einem Jahr und einem Album wieder verabschiedet, in der Folge tätig bei Yazoo, The Assembly und seit einiger Zeit maßgeblicher Schöpfer der plüschigen Klänge von Erasure - nach eigener Auskunft in Sachen Techno ein blutiger Anfänger, schickt also seine ersten Ideen an Gore. Anderthalb Wochen später dessen Zusage, an dem Projekt mitzuarbeiten. Gore, seit dem Abgang von Clarke der kreative Genius bei Depeche Mode und wohl auch deren Lebensversicherung, wiederum seit Jahren vertraut mit Techno und all seinen Spielarten ("has been in my blood for ages"), gibt dem Ganzen in kürzester Zeit die nötigen Impulse, Entwürfe wandern hin und her, Feinschliff, Labelsegen, ein komplettes Album ohne Sichtkontakt - reife Leistung.

Genaugenommen haben die beiden Herren bis zu ihrer neuerlichen Zusammenarbeit nicht viel mehr als die zehn Stücke des Debütalbums "Speak & Spell" gemeinsam zu verantworten, ein einziger Instrumentaltitel ist mit "Any Second Now", der B-Seite zum Dauerbrenner "Just Can't Get Enough", aus dieser Zeit überliefert. Danach: Funkstille, man ging getrennte Wege, dauerhafte Jugendfreundschaft Fehlanzeige. Dass dieses Album hier nun trotzdem so klingt, als hätten sich Clarke und Gore über Jahre nicht aus den Augen verloren, spricht zum einen für die unleugbaren Wurzeln und Gemeinsamkeiten der beiden, nicht weniger aber für Professionalität und unprätentiösen Umgangsstil - es passte offenbar, auch nach drei Jahrzehnten, der Topf noch zum Deckel.

Natürlich bleibt "Ssss" trotzdem ein Nischenprodukt, ein Technoalbum mit knapp sechzig Minuten Laufzeit am Stück zu hören, wird jedermanns Sache nicht werden. Was man bekommt: durchgängig temporeichen Beat ohne Trancegeschwurbel, punktierte Drumsets, synthetische Melodien, die von Meistern ihres Fachs komponiert wurden, vertraut und doch weit entfernt von den jeweiligen Betätigungsfeldern der beiden. Der Verzicht auf jeglichen Gesang, in dieser Sparte durchaus üblich und abgesehen von der winzigen Andeutung verfremdeter Stimmen bei "Skip This Track" konsequent, wirkt keinesfalls störend und hat auch bei Clarke zu neuer Erkenntnis geführt: "I realised that the way you make the music emotional is not by having a torrid lyric or anything like that, the way you get emotion is by pure sound..." Streitbar, keine Frage, auf den Sound dieses Albums aber trifft der Satz zweifellos zu.

Hier wirkt alles wie aus einem Guß, die bekannteren Stücke "Spock", "Single Blip" und "Bendy Bass" sind perfekt austarierte Dancetracks, der Einstieg mit "Lowly" könnte nicht besser gelingen und selbst das faserige "Aftermath" fügt sich stimmig ins Konzept. Und wenn jemand aus dem einen oder anderen Song Bezüge zu den Frühwerken des Synthiepops erkennen will, so sei ihm dies unbenommen, für das Verständnis des Ganzen ist es unerheblich. Viele Worte also um eine Platte ohne Worte - es geht auch kürzer: Feinkost. mapambulo:blog
22 Kommentare| 24 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.

Bitte geben Sie mindestens ein Wort ein
Sie müssen mindestens einen Artikel von Amazon kaufen, um eine Rezension zu verfassen
Beim Absenden Ihres Kommentars ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Derzeit tritt ein Problem beim Laden der Kommentare auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.


Produktdetails

3,9 von 5 Sternen
45
3,9 von 5 Sternen
11,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime