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Customer Review

on February 17, 2014
Die blutige Feder auf dem Cover spiegelt sehr deutlich wieder, wie zerbrechlich das Leben eigentlich ist. Mein erster Gedanke war: Der neue Harry Hole trägt Trauer. Aber ist ein Roman ohne Harry Hole überhaupt ein echter Harry Hole? Nachdem „Die Larve“, die im Jahr 2012 mein absolutes Lesehighlight war, so desaströs geendet hat, war ich mir einfach nicht sicher, ob es überhaupt noch einen weiteren Band aus der Reihe geben wird. Diese Schüsse kann doch niemand überleben. Mit "Koma“ gibt es jedoch einen weiteren Roman. Zumindest diese Frage wurde mir gleich beantwortet. Was ist jedoch aus dem ruppigen, problembehafteten, eigensinnigen Ermittler geworden? Der Charakter, der den Büchern Leben einhaucht?! Der Titel des Buches macht Hoffnung und der Mann, der in einem Osloer Krankenhaus im Koma liegt und dessen Zimmer von der Polizei streng bewacht wird, ebenfalls. Jo Nesbø wäre jedoch nicht Jo Nesbø, wenn er es seinen Lesern so einfach machen würde. Ich konnte mir jedenfalls bis zur endgültigen Auflösung nie sicher sein, ob es sich bei dem Komapatienten auch tatsächlich um Harry Hole handelt. Gewünscht habe ich es mir jedoch ganz fest …

Während der geheimnisvolle "Fremde“ strengstens bewacht wird, führt das verbliebene ehemalige Team um Harry Hole ohne ihren Spitzenermittler einen erbitterten Kampf gegen einen grausamen Serienkiller. Die Mordserie richtet sich ausschließlich gegen Polizisten. Das Makabere daran: Alle Fundorte sind Schauplätze von ehemals ungeklärten Mordfällen. Für die Ermittler die einzig brauchbare Spur. Ihnen fehlt der scharfe Spürsinn Harry Holes, der immer den richtigen Riecher hatte und auch aus den kleinsten Hinweisen eine große und erfolgsversprechende Spur zauberte. Jetzt ist das Team jedoch komplett auf sich allein gestellt und ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich ins Gedächtnis zu rufen, was Harry in so einer Situation getan hätte. Und genau diese Gedanken und Rückblenden sind es, die Harry Hole für mich am Leben erhalten haben und einen Fall ohne ihn ebenso lesenswert gemacht hat, als wäre er anwesend. Und obwohl für das kleine Ermittlerteam, das quasi auf eigene Faust ermittelt, klar ist, dass es Harry für die Polizei nicht wieder geben wird, fassen sie einen Entschluss, der sämtliche Ermittlungen auf den Kopf stellt …

Um diese Rezension zu schreiben, musste ich den Roman erst eine gewisse Zeit verdauen. Wieder einmal hat Jo Nesbø es mit seinem Schreibstil geschafft, mein Innerstes so aufzuwühlen, dass mein Empfinden jenseits von Gut und Böse war. Keinem anderen Autor gelingt es, mich so fest an etwas glauben zu lassen, um mich ein paar Hundert Seiten später wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen und das mit einer Wucht, dass ich das Gefühl habe, aus 70 Metern Höhe ungebremst auf den Erdboden aufzuschlagen. Bei Nesbø kann man sich nur einer Sache sicher sein – dass er einen Bestseller abliefert. Aber wer glaubt, dass der Autor sich nicht von einem Protagonisten trennen kann, der irrt ganz gewaltig.

Auch dieser Band ist an Grausamkeit kaum zu übertreffen. Die detaillierten Schilderungen der Morde sind ganz bestimmt nichts für schwache Gemüter. Mehr als einmal habe ich schlucken müssen, ob der Brutalität, mit der der Mörder vorgeht. Ich habe zusammen mit den Ermittlern nach Spuren gesucht, nach Anhaltspunkten und Gründen, warum es ausgerechnet nur Polizisten trifft. Mehrmals war ich mir sicher, den Täter ausgemacht zu haben, nur um wenig später meine Meinung wieder revidieren zu müssen. Jo Nesbø hat mich auf so viele falsche Fährten geführt und ich bin ihm jedes Mal wieder auf den Leim gegangen. Der Roman ist an Spannung nicht zu überbieten und ein Cliffhanger jagt den nächsten. Bei jedem anderen Roman wäre mir das etwas zu viel des Guten gewesen und wäre ob der Unglaubwürdigkeit schon lange genervt gewesen – nicht so hier.

Das angehängte Personenverzeichnis ist auf alle Fälle hilfreich, doch den Quereinsteigern der Serie kann ich nur den Rat geben, zumindest vorher "Die Larve“ zu lesen, denn es gibt sehr viele Rückblenden oder Anspielungen auf den Vorgängerband und es dürfte etwas verwirrend sein, ohne dieses Vorwissen.

Im Nachhinein erscheint mir die Betitelung "Kriminalroman“ wieder viel zu harmlos und somit unpassend. Thrillerfans kommen hier voll auf ihre Kosten, Krimifans jedoch könnte der Schreibstil des Autors eventuell abschrecken. Für mich ist "Koma“ definitiv DAS Lesehighlight des Jahres 2013 gewesen. Ganz klare Empfehlung meinerseits.
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