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Kundenrezension

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichte Englands, detailreich und spannend wiedergegeben, 4. August 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Hüterin der Krone: Historischer Roman (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch vor allem deswegen gekauft, weil ich erst vor kurzem meine Abschlussarbeit an der Universität über Mathilde von England und ihren Kampf um den englischen Thron geschrieben habe, und sehen wollte, wie dieses Thema nun in einem Roman umgesetzt wird. Wenn an an Mathilde von England, die Enkelin Wilhelms des Eroberers denkt, dann fällt einem zu ihr ein, dass sie die erste Frau war, die als eigenständige Herrscherin über England hätte herrschen können, jedoch von ihrem Cousin Stephan von Blois übertrumpft und verdrängt wurde und sich nur mithilfe kriegerischer Auseinandersetzungen ihr Recht auf den Thron durchsetzen konnte - auch wenn sie noch vor der Krönung scheiterte und danach niemals wieder eine zweite Chance bekam. Erst ihr Sohn Heinrich II. trat ihr Erbe als König von England an. Mathilde ist eine extrem wichtige Persönlichkeit für die englische Geschichte - betrachtet man den Stammbaum der englischen Könige, so sieht man, dass alles, bis hin zu Elisabeth II., von ihr abhängt. Wäre Mathilde nicht gewesen, so wäre die englische Geschichte anders verlaufen.

Da ich mich während meiner Abschlussarbeit ausgiebig mit den Quellen für diese Zeit beschäftigt habe (etwa Wilhelm von Malmesbury, Ordericus Vitalis und die Gesta Stephani), konnte ich das, was Frau Chadwick schildert, sehr gut nachvollziehen, und alle Ereignisse waren wirklich 1:1 aus den zeitgenössischen Quellen übernommen und in die Geschichte eingebettet worden.Frau Chadwick muss sich also sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, sodass auch kleine Details, etwa die Verletzung Gottfrieds von Anjou am Fuß bei der Belagerung von Le Sap, hier Eingang fanden. In den Quellen wird Mathilde, zumindest von gegnerischer Seite, als extrem unfreundliche, rachsüchtige, hochmütige und grausame Frau beschrieben, die sich jeden zum Feind machte, nachdem sie Stephan 1141 gefangen nehmen konnte und in London einzog, um ihre Krönung vorzubereiten. Dies wird als Grund dafür angeführt, dass sie letztendlich scheiterte und die Krone nie erlangte. Frau Chadwick versucht an diesem Image zu kratzen und stellt Mathilde im Gegensatz zu diesen Schilderungen als möglichst "normale" Frau dar, die zwar natürlich alle Mittel und Wege suchte, um an den ihr zugesprochenen Thron gelangte, aber dennoch nicht so grausam war, wie man sie darstellt. Mich selbst hat ein wenig gestört, dass Chadwick Mathildes barsche Ablehnung, Stephans Sohn Eustach Ländereien seines Vaters zuzusprechen, darauf zurückzuführen ist, dass sie zu dem Zeitpunkt ihre Tage hatte - eine etwas merkwürdige Begründung. Zudem schien mir die Schilderung der Schlacht von Lincoln, die die Machtverhältnisse in England 1141 entscheidend veränderte, etwas knapp. Auch die angedeutete Romanze zwischen Mathilde und Brian fitzCount fand ich etwas befremdlich, zumal ich diese Behauptung auch schon in einer älteren Biographie über Mathilde gefunden habe und sie damals schon merkwürdig fand. Zudem glaube ich nicht, dass Gottfried von Anjou seine Ehefrau zu Beginn der Ehe fast zu Tode geprügelt hat. Die beiden hatten Probleme, weswegen sie sich trennten, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas der Grund dafür war.

Wegen diesen, und auch noch anderen Details, die mir aufgefallen sind, aber vor allem aus meiner wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Thema resultieren, vergebe ich nur 4 von 5 Sternen. Ich hätte mir zudem gewünscht, dass die Geschichte bis 1154, als Heinrich II. den Thron besteigt, zu Ende geführt wird und Mathilde seine Krönung noch miterlebt - das wäre für mich ein, im wahrsten Sinne des Wortes, krönender Abschluss der Geschichte gewesen. Dennoch muss ich sagen, das Frau Chadwick die Geschichte um Mathilde sehr detailreich, spannend und unterhaltsam erzählt, zudem lernt man aus diesem Roman, auch ohne Geschichtsbücher und Quellen zu wälzen, viel über die englische Geschichte des 12. Jahrhunderts.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.08.2013 15:39:12 GMT+02:00
Rotoma meint:
Matilda verliess England 1148 und kehrte nie mehr dorthin zurück, nahm also an der Krönung ihres Sohnes 1154 gar nicht teil.
Wahrscheinlich hat die Autorin deshalb auf diesen "krönenden Abschluss der Geschichte" verzichtet, weil er eben nicht stattgefunden hat.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.08.2013 10:53:39 GMT+02:00
M.G. meint:
Naja, man hätte es aber zumindest in einer Art Epilog einbauen können, sie wird auch sicherlich in der Normandie von der Krönung ihres Sohnes mitbekommen haben, und kaltgelassen hat sie das bestimmt nicht.
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