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Kundenrezension

am 16. November 2012
Wer von diesem Buch eine Beschreibung bizarrer Rituale oder archaischen Blut-und-Boden-Mystizismus erwartet, wird den Text nach kurzer Zeit enttäuscht aus der Hand legen. Das Anliegen des Werkes besteht darin, eine Religionsform darzustellen, die mit einem naturwissenschaftlichen, genauer: mit einem naturalistischem Weltbild zu vereinbaren ist. Jedem, der an dieser Frage Interesse hat, kann man dieses Buch empfehlen. Man muss nicht selbst Naturalist sein, um von der Argumentation des Autors zu profitieren. Und man liest den Text auch dann mit Gewinn, wenn man sich für altes oder modernes Heidentum ansonsten nicht weiter interessiert. Gleichwohl muss man sich bewusst sein, dass die Darstellung im Wesentlichen auf einer Abgrenzung zu monotheistischen Religionen, konkret: zum Christentum basiert. Der pointierte, nie geschwätzige Stil des Autors bringt es mit sich, dass die in Maßen auch polemische Zuspitzung durchgängig den Vorzug erhält gegenüber vorsichtiger Abwägung des Für und Wider. Das ist für das beschriebene Anliegen auch völlig ok, zumal es dem Anschluss eigener Gedanken und Kritik eher förderlich ist. Hilfreich ist auch, dass der Autor die Stellen deutlich markiert, an denen er seine betont subjektive Sichtweise formuliert. Ein Manko besteht mindestens für solche Leser, für die Heidentum bisher eher unbekanntes Gelände ist. Überlegungen zum modernen Heidentum als gewissermaßen soziologisches Phänomen fehlen fast vollständig. Wer praktiziert das? Für wen ist Heidentum eigentlich heute attraktiv und warum? (Hierzu bekommt man die persönlichen Motive des Autors genannt) Was hat es mit der Präsenz heidnischer Symbole und Götter in der Popkultur auf sich? (Mir sind Thor und Loki zuletzt im Kino begegnet) Was ist mit den Esoterikern? Gewiss, derartige Fragen zu beantworten ist nicht das zentrale Anliegen des Textes. Aber für den Leser ohne besondere Vorkenntnisse bleibt das "aufgeklärte Heidentum" diesseits seiner hier präsentierten philosophischen Grundlagen ein amorphes, kaum zu fassendes Phänomen. Eine solche "soziologische" Perspektive hätte auch dem letzten Kapitel noch zusätzliche Schubkraft verliehen. Dort diskutiert der Autor den oft erhobenen Vorwurf, das Heidentum habe eine quasi natürliche Affinität zu rechtsextremer Ideologie und weist dies zurück. Wer an einer Diskussion auf hohem Niveau über die Vereinbarkeit religiöser Konzepte mit einem naturwissenschaftlichen Weltbild interessiert ist, wird hier fündig.
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