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Kundenrezension

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eitelkeit als Generalnenner?, 28. Oktober 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jahrmarkt der Eitelkeit: Oder Ein Roman ohne Held (Taschenbuch)
Thackeray behauptet implizit, die Eitelkeit sei die treibende Kraft in der Gesellschaft. Ein soziologischer Befund. Aber schon seine beiden Heroinen, Becky und Amelia, widerlegen den Befund insofern, als nur eine von ihnen durch die Eitelkeit getrieben ist, Rebekka, Becky Sharp nämlich. Eine wichtige Figur, Major Dobbin, ganz zuletzt noch Oberst Dobbin, ist ein ganz feine Persönlichkeit, Rawdon Crawley ist zumindest noch durch anderes getrieben und getragen, seine Kumpels nämlich, den Club, die Freunde und Joseph, Joe Sedley der Steuereinnehmer und der Bruder von Amelia, ist auch noch von der Kulinarik fasziniert, nicht nur vom gesellschaftlichen Aufstieg.

Der These entspricht ganz scharf nur Becky Sharp, verheiratete Crawley. Sie ist die flexible Zynikerin, die alle ihr zahlreichen Fähigkeiten skrupellos für den Aufstieg aus der Bohème-Herkunft in die adligen Zirkel einsetzt. Aber selbst sie hilft zuletzt bei gemeinnützigen Basaren mit.

Ganz nebenbei und wie es auch bei Dickens und der Austen zu finden ist, ist es ein Panoptikum der damaligen Gesellschaft, eine Geschichtsstunde, in der auch z.B. Napoleon vorkommt, das Bild der damaligen Engländer von Frankreich und Deutschland, denn als Aufführungsorte kommen auch Paris und das Rheinland in den Fokus und indirekt die englischen Kolonien, in deren Sumpfwinden Rawdon fern der Heimat stirbt. Die Exotik der distanten Zeit verbirgt aber nicht,inwiefern Thakeray auch zu uns redet und dass Vieles des "Jahrmarktes" weiterhin gilt.

Wie bei Henry James wird die Struktur z.B. mit den Gegenfiguren, die bei weitem nicht bei Becky und Amelia und ihren Söhnen endet und in der Heirat von Amelia mit Dobbin kulminiert, erst nach der Lektüre offensichtlich. Das ist ein Zeichen von guter Literatur.

Dazu zählt Thackeray wirklich und ich ziehe ihn Dickens vor, denn bei Thackeray fehlt es an diesen willkürlichen und kaum nachvollziehbaren Wendungen, die Dickens Geschichten durchsetzen. Bei Thackeray entwickelt sich alles langsam und authentisch, konsistent und nachvollziehbar.

Diese DTV-Ausgabe schliesst zahlreiche Zeichnungen des Autors ein, die die Geschichte neckisch illustrieren. Sehr reizvoll.

Aber reden wir noch davon, wie Thackeray zu lesen ist: Es ist eine exzellente Lektüre. Thackeray versteht es Witz und Ernst zu vermengen, nach einer fröhlichen eine traurige Bühne zu eröffnen und die Gesellschaftskritik läuft erhellend und locker nebenher. Er stellt trotz der Thesenhaftigkeit Menschen aus Fleisch und Blut vor uns, die er uns mit viel Ironie und Menschenkenntnis näher bringt. Der Auf- und Abstieg von Becky, die familiären Tragödien, der Auf- und Abstieg von Kaufleuten, das Schicksal aller Figuren hält die Erzählung auf Trab und uns bei der Stange, denn es ist 900 Seiten lang spannend und unterhaltsam, ohne Hänger whatsoever, was man z.B. vom ebenso grossen „Zauberberg“ nicht behaupten kann.

Prädikat: Sehr empfehlenswert
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 03.11.2009, 06:28:56 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 03.11.2009, 06:29:27 GMT+1
Morgenländer meint:
Die Thackeraysche "Eitelkeit" (vanity) meint keine Eigenschaft eines Individuums (etwa, sich allzugern selbst gern im Spiegel zu betrachten), sondern die Verfasstheit der Menschheit nach dem Sündenfall. Es ist die Eitelkeit (Nichtigkeit), die der Prediger Salomo beklagt. Wass Rebecca, Amelia, George und die anderen antreibt, ist denn auch keineswegs Eitelkeit in dem von Ihnen gemeinten Sinne, sondern Eigenliebe.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.02.2010, 18:38:27 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 25.02.2010, 18:39:22 GMT+1
H. J. Klaus meint:
Vielleicht stimmt, was sie schreiben. Stellt sich aber die Frage, warum Thackeray selbst dem Buch vor der Vorrede eine Illustration mitgegeben hat, auf der ein fahrender Händler oder eine Art Tagedieb am Boden sitzend sein Gesicht in einem Spiegel betrachtet.

Im Muret Sanders existiert Vanity nur und ausschliesslich als individuelles Missverhalten und übertriebene Eigenliebe ist die Substanz der Eitelkeit, der Vanity und der Vanitas, das Vanitas vanitatum leitet den letzten Absatz des Romans ein. Insofern habe ich den Verdacht, dass es vielleicht um eine Wortklauberei geht.

Vielleicht gibt es den biblischen Bezug, aber Thackeray selbst hat davon nichts erzählt. Er muss ergo aus der Sekundärliteratur kommen.

Es gibt also Argumente, die für mein Verständnis sprechen. Gibt es neben der Behauptung auch noch Argumente für ihr Verständnis?
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