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Kundenrezension

am 13. Mai 2005
Die Erzählung „Die Wand" von Marlen Haushofer, erschien 1963, weit vor heutigen Horror-Kammerspielen wie z.B. „Panic Room" von David Fincher oder jüngst „Saw" und „Open Water". Allerdings war es auch nicht die Intension von Marlen Haushofer, Horror im heute landläufigen Begriff zu erzeugen.
1963, das Jahr in dem Kennedy in Dallas erschossen wurde, war die Furcht der Menschen vor einem drohenden Atomkrieg allgegenwärtig. Vielleicht können sich manche noch an die Zuspitzung des kalten Krieges im Oktober 1962 erinnern, als US-Präsident Kennedy damit drohte, Kuba anzugreifen, falls die damalige UdSSR nicht unverzüglich die auf Kuba stationierten Atomsprengköpfe entfernte. 13 bange Tage folgten, in denen der 3. Weltkrieg zum Greifen nahe war bis die UdSSR den Forderungen der USA nachgab.
Soviel geschichtliche Hintergründe und dies auch nur, um ein Gefühl für die damals herrschende Angst und, für die wenigsten von uns heute vorstellbar, die reale Gefahr eines Atomkrieges zu bekommen.
Eine Frau möchte mit Ihrer Cousine und deren Mann ein entspannendes Wochenende in den Bergen verbringen. Das Pärchen möchte sich vor dem Schlafengehen noch im nahe gelegenen Dorf umsehen. Die Frau bleibt gemeinsam mit Ihrem Hund, der auch mit von der Wochenendpartie ist, in der Berghütte zurück und geht früh ins Bett. Als Sie am nächsten Morgen erwacht, ist Sie immer noch allein. Sie will sich auf den Weg ins Dorf machen, um zu erfahren, warum Ihre Cousine nicht in die Hütte zurückgekommen ist. Doch dann stößt Sie auf ein unüberwindliches Hindernis - eine gläserne Wand zieht sich mit etwas Abstand rund um die Hütte. Es gibt kein Entkommen und, was fast noch schlimmer ist, keinerlei Regung von Leben außerhalb der Wand...
Die Frau bleibt die ganze Zeit der Geschichte namenlos und durch die fast fehlende Beschreibung körperlicher Attribute auch fast figur- und gesichtslos. Dies ermöglicht dem Leser, oder wie in diesem Falle, dem Hörer eine fast unbegrenzte Möglichkeit der Identifikation mit der Protagonisten. Fast körperlich spürbar werden für den Hörer die im Laufe des ruhigen Erzählflusses auftretenden physischen und psychischen Belastungen. Einen Spannungsbogen im herkömmlichen Sinne sollte man allerdings nicht erwarten. Viel mehr ist es gerade die ruhige, ja fast lakonische Erzählweise, die in uns den Horror erzeugt. Eines der zentralen Themen des Romans ist die Angst des Erwachsenen, und noch viel stärker ausgeprägt, des Kindes vor der Einsamkeit, Dunkelheit, dem „Im-Stich-gelassen-werden". Die völlig fehlende Möglichkeit der Kommunikation mit anderen Lebewesen ist vergleichbar mit einer über Jahre hinweg andauernden Einzelhaft wobei hier noch hinzukommt, dass die Titelheldin keinerlei Informationen darüber hat, woher die Wand kommt noch was mit den Menschen außerhalb dieser Grenze geschehen ist. Ist Ihr eine Buße auferlegt worden? Oder die Möglichkeit zur Meditation und Läuterung? Oder ist sie die unfreiwillige Teilnehmerin an einem medizinischen Experiment? Wie erhält man sich in Jahren der völligen Unwissenheit und Verzweiflung die geistige und körperliche Gesundheit?
Unaufhaltsam zieht uns die Geschichte in ihren Bann bis zur überraschenden Auflösung, die ich hier natürlich nicht verraten werde.
Das Hörbuch wird passend zu dem stillen und ruhigen Erzählstil unprätentiös von Elisabeth Schwarz vorgetragen.
Fazit: Ein Hörbuch, dass mich noch lange nach den letzten Worten beschäftigt hat und von dem Elke Heidenreich sagte: Wenn ich nur 10 Bücher mit auf eine einsame Insel nehmen dürfte, wäre dieses mit Sicherheit eines davon".
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