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Kundenrezension

am 1. Juni 2014
Einen Blick jenseits der "Tyrannei der Gegenwart" will Oliver Stones zehnteilige Serie vermitteln, die Geschichte der USA "wie niemals zuvor erzählen" und dabei Fragen aufwerfen sowie Bewusstsein schaffen. Diesen Anspruch erhebt Stone als Produzent und Originalsprecher in der Einleitung zu seiner "Untold History of the United States".

Zum besseren Verständnis einer Gesellschaft trägt ihre Geschichte bei, und die jüngere der Vereinigten Staaten von Amerika umreißt Oliver Stone in seiner Dokumentation. Die Produktionszeit betrug mit vier Jahren doppelt so lange wie vorgesehen. Dabei entstand insbesondere ein umfassender Abriss der Kriege des 20. Jahrhunderts, in die die USA verwickelt waren. Die Erzählung beginnt mit "Trinity", dem ersten Nuklearwaffentest, und kurz danach zum Dritten Reich und Zweiten Weltkrieg. Aus unserer Sicht unbefangen tauchen neben vertrauten Informationen auch das Horst Wessel-Lied und Bilder aus Leni Riefenstahls "Olympia" auf. Warum führt Oliver Stone zunächst in das Europa der dreißiger und vierziger Jahre? Weil auch der zweite Weltkrieg, der für die USA nicht wie für Deutschland im Mai 1945 beendet war, die Geschicke der Bevölkerung über Jahrzehnte prägte. Die folgenden Konflikte in Südost-Asien, die Kubakrise: Stone zeigt die Akteure und ihre Verwicklungen, und am Beispiel der Kubakrise, wie auch Zufälle sowie die Entscheidungen einzelner Menschen das Schicksal der ganzen Welt bestimmen können. Der historische Bogen, den Stone zeichnet, spannt sich bis zum Beginn der Obama-Administration.

Neben seiner Rolle als Chronist geht Stone weiter und hinterfragt kritisch: wie in seinem Film "JFK" stellt Stone auch hier in Frage, ob John F. Kennedy tatsächlich von einem Einzelgänger ermordet wurde, oder ob nicht größere Interessen hinter dem Attentat stehen. Und er regt zum Nachdenken an: Harry Truman hatte seinen Amtsvorgänger Roosevelt lediglich zweimal persönlich getroffen. Während ihm bei der Amtseinführung das junge Nuklearprogramm unbekannt war, autorisierte er vier Monate später die Bombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki. Die Geschichte hätte einen anderen Lauf nehmen könne, wenn statt Truman Henry Wallace das Amt erhalten hätte, sagt Stone. Und bringt uns den in der Geschichte weniger verankerten Wallace nah, der, so Stone, einen anderen Impuls hätte geben können.

Die Serie ist niemals glorifizierend und sie ist regelmäßig kritisch gegenüber den Entscheidern, die den Geschichtsverlauf der USA und damit von großen Teilen der Welt geprägt haben. Dabei fragt sie auch nach den Motiven deren Handelns. Die Reportagen verengen den Blick nicht auf das innere Geschehen innerhalb der USA, sie zeichnen auch das Gesamtbild, das weltweit entsteht und sich entwickelt.

Oliver Stone liegt diese Dokumentation am Herzen, er ist auch der Sprecher aller Episoden. Sein Englisch ist auch für Deutsche gut verständlich, ich habe mir alle Folgen in der Originalsprache angesehen.

Das Bild- und Tonmaterial spiegelt die jeweilige Zeit wider, und so ist natürlich die Qualität unterschiedlich. Im Kern dieser Serie steht jedoch die Information und Reflektion, nicht die Unterhaltung. Damit sind authentische Filmdokumente auch auf einer BluRay-Disc niemals fehlpaziert.

In der Einleitung berichtet Stone von seiner Geschichtsausbildung und die Lehren seiner Biografie, unter anderem als Infanterist im Vietnamkrieg. Er wolle seinen Kindern mehr erzählen, als sie nach seiner Beobachtung in der Schule lernen, und dies soll die "Untold History of the United States" leisten.

Gelingt ihr das? Ich meine ja. Neben umfassenden Informationen gibt Stone zahlreiche Impulse, die zum Nachdenken anregen, und er leistet in seiner Reihe mehr als ein reiner Chronist.

Sollte man sich die Medien zulegen, nachdem n-tv die Serie im Free-TV zeigt? Für Geschichtsinteressierte ein eindeutiges ja, denn die umfassende Serie umfasst eine hohe Informationsdichte, die sich bei einmaligem Ansehen nicht vollständig erschließt. Das enthaltene Bonusmaterial erleichtert diese Entscheidung.
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