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Kundenrezension

am 7. Juli 2012
9 lange Jahre sind vergangen seit dem grandiosen letzten ZZ Top Studioalbum "Mescalero" (2003). Seither heißt es in regelmäßigen Abständen, Billy Gibbons (Gitarre und Gesang), Dusty Hill (Bass und Gesang) und Frank Beard (Schlagzeug) befänden sich im Studio, um neues Material aufzunehmen. Doch statt eines Studiowerkes liefern sie 2008 das wenig inspirierte Live-Album "Live from Texas" ab. Als 2012 auch noch der Mitschnitt des legendären 1980er Konzertes aus der Essener Grugahalle mit dem Titel "Live in Germany" erscheint, schwinden die Hoffnungen auf die 15. LP des Trios beträchtlich. Doch dann, wie aus dem Nichts, veröffentlichen sie Ende Juni die mit Starproduzent Rick Rubin aufgenommene EP "Texicali". Sie enthält vier neue Tracks und soll als Teaser für das kommende Album fungieren. ZZ Top gehen mit der Zeit: die neuen Songs sind ausschließlich als Download verfügbar.

Eines vorneweg: Trotz angekündigter Soundveränderungen sind ZZ Top immer noch ZZ Top. Die Gitarre brät, der Bass rollt und das Schlagzeug knallt. Dazu Billy's tiefe Reibeisenstimme - genau das lieben die Fans seit 1969. Dennoch ist Rick Rubin's Einfluss hörbar. Der Sound der EP ist rau, klingt an manchen Stellen eher nach besserem Demo denn nach Hochglanzproduktion. Wieso der einstige Soundkönig Rubin in den letzten Jahren dermaßen an Qualität verloren hat, bleibt rätselhaft. Seine Produktionen klingen zunehmend steriler und weniger voluminös. Hoffentlich wird das kommende Album diesbezüglich besser.

"I gotsta get paid" ist der Referenzsong von "Texicali". Er ist eine groovende Hard Rock-Coverversion des Hip Hop Klassikers "25 Lighters", was man jedoch nicht merkt. Die Lil' ol Band from Texas spielt die Nummer so, als habe sie sie selbst geschrieben. Billy Gibbons hält musikalisch ständig die Ohren offen und lässt neue Einflüsse in seiner Musik zu, ohne sich stilmäßig zu verraten. Das erste Stück geht voll in Ordnung. Lustig ist auch das zugehörige kurze Promo-Video, das ZZ Top als Werbefiguren für eine Biermarke zeigt. Sie stehen in einem begehbaren Kühlschrank an einer Tankstelle und jedesmal wenn sich ein Kunde ein Bier herausholen will, spielen sie "I gotsta get paid". Amüsante Idee. Ein komplettes Video, das erste seit 1996, wäre mir aber wesentlich lieber.

Der zweite Song "Chartreuse" (was soviel heißt wie grün-gelb) ist ein Bastard aus über 40 Jahren Bandgeschichte. Das Anfangsriff kopiert "Tush", das Solo zitiert mehr als offensichtlich "Sharp dressed man" und bei genauerem Hinhören lassen sich bestimmt noch andere Referenzen erkennen. Für eine EP ist sowas vertretbar, zumal die Nummer wirklich ins Ohr geht. Ein satter Boogie-Rocker. Frisch und spritzig.

"Consumption" ist nicht wirklich schlecht, klingt aber "Chartreuse" zu ähnlich. Es gibt hier zwar keine Zitate aus alten Songs, aber das Stück rumpelt sich etwas zu routiniert durch die Gegend. Positiv festzuhalten ist der knackige Schlagzeugsound von Frank Beard. Live klingt er mittlerweile furchtbar langweilig. Auf "Texicali" hingegen rummst er ganz schön. So muss das sein.

Der Höhepunkt des kurzen Texas-Snacks ist ganz klar die melancholische Blues-Ballade "Over you". Die Atmosphäre eines warmen, sich dem Ende neigenden Sommertags in Verbindung mit Liebeskummer ist perfekt eingefangen. Zudem spielt Billy Gibbons eines seiner besten Soli seit vielen Jahren. Echt eine herausragende Nummer, die der EP die 4 Sterne einbringt.

Ansonsten ist die Angelegenheit nämlich recht mittelmäßig. Die Freude über das neue Studiomaterial ist groß und so neigt man als Fan dazu, kleinere Schwächen zu übersehen. Nüchtern betrachtet muss man sagen, dass "Texicali" bei weitem nicht schlecht ist. ZZ Top haben aber auch schon deutlich kreativer und unberechenbarer geklungen. Noch wirkt das ganze bis auf eine Ausnahme etwas uninspiriert. Zumindest hätte es keine 9 Jahre gebraucht, um solche Songs zu schreiben.

Nichts desto trotz sollte nicht vergessen werden, dass es sich hierbei lediglich um einen Vorboten des Albums handeln soll. Die besten Songs können also noch kommen. Ein schlechtes Album haben die drei Texaner noch nie veröffentlicht. Nach der feurigen letzten Platte "Mescalero" kann auch dieses Mal wieder einiges erwartet werden. Das Vorab-Demo des Songs "Flyin' high" bei youtube machte bereits Appetit. Billy, Dusty und Frank werden ihre Fans auch diesmal nicht enttäuschen. Mit "Texicali" ist ein erster großer Schritt getan. Das Warten auf das neue Album wird so noch schwerer.
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