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Kundenrezension

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein leises Buch, welches laut schreit. Buch und Film sind grandios!, 18. Juli 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Zementgarten (Taschenbuch)
Der Zementgarten. Dieser Buchtitel des Autors Ian McEwan klingt zunächst kühl und trocken, vielleicht sogar tot und ausgestorben. Der Inhalt des Buches ist es jedoch keinesfalls. Ich kannte die ganz bewegende Verfilmung des Buches von 1993, und wollte nun endlich auch den Roman lesen, da mir allein der Film sehr lange in Erinnerung geblieben ist. Und eines kann ich sagen, auch dieses Buch werde ich so schnell nicht vergessen.

Klapptext / Inhalt:
"Ein Kindertraum wird Wirklichkeit: Papa ist tot, Mama stirbt und wird, damit keiner was merkt, einzementiert, und die vier Kinder - zwei Mädchen und zwei Jungen zwischen 6 und 16 – haben das große Haus in den großen Ferien für sich. Im Laufe des drückend heißen, unwirklichen Sommers kapselt sich die Gemeinschaft der Kinder mehr und mehr gegen die Außenwelt ab, und keiner merkt, dass etwas faul ist."

Handlung:
Eine sechsköpfige Familie in einem großen Haus mit Garten, welches von Nachbarn schon lange verlassen wurde. Eine Familie für sich in der eigenen kleinen Welt. Der Vater ein Tyrann, stirbt nach einem Herzanfall, nachdem er sein Vorhaben, den Hausgarten in eine Betonwüste zu verwandeln nicht ganz beendet hat. Die Mutter bleibt allein zurück mit ihren vier Kindern, wo jedes der vier sein eigenes spezielles Wesen hat, und auch die Geschwister untereinander einen ganz sonderbar speziellen Umgang hegen. Bis Jack sich nicht mehr pflegt und sich gehen lässt. Dieser Ekel lässt die Geschwister etwas auseinander driften. Die Mutter wird kränker und kränker. Dann ist sie tot. Die Geschwister finden eine Lösung, um nicht von der Behörde getrennt und aus dem Haus gebracht zu werden... Die Lösung aller Probleme? Was zieht diese Handlung nach sich? Wie geht das Leben allein unter Geschwistern weiter?
Ein Buch, was in die tiefen Facetten der verstörten Seelen blickt, was Wege zeigt, die niemand gehen möchte, ein Buch was bewegt, abstößt und erschreckt, dennoch sehr das Herz berührt und mit leisen Tönen sehr laut schreit.

Zum Schreibstil:
Autor Ian McEwans versteht sein Können. Dieses Buch ist der erste Roman, der fast eins zu eins verfilmt wurde. Hier wurde kaum etwas verändert, denn der Autor schreibt unheimlich bildhaft, hat ausgesprochen intelligente Dialoge und ein Gespür für den passenden Moment.
Autor Ian McEwans hat eine Thematik gewählt, die sehr nah und erschütternd geschrieben ist, jedoch auch für ungeahnten Witz und Sarkasmus sorgt. Er beweist Mut mit seiner Handlung, wirft hier und da immer wieder ein Kopfschütteln auf, schockt wohl dosiert und bewegt den Leser sehr zum Sinnieren und Nachdenken. Unweigerlich zieht McEwans den Leser in das Geschehen, und lässt die knapp 205 Seiten viel zu schnell gelesen sein. Was genau mich an seinem Stil so fesselt und begeistert kann ich kaum in Worte fassen. Es wirkt einfach! Der Autor versteht es, für Spannung, Entsetzen und Nervenkitzel zu sorgen. Dies schafft er zum Einen durch seinem besonderen Schreibstil. Er präsentiert seine Geschichte der Ich-Erzählung des ältesten Bruders Jack, der mit seiner älteren Schwester Julie, der jüngeren Sue und dem jüngsten Bruder Tom im Hause der Eltern lebt.
Der Autor blickt in das gestörte Seelenleben der Charaktere und vermittelt dem Leser das Gefühl Teil der Handlung zu sein, jedoch nicht eingreifen zu können.
Autor Ian McEwans hat mich bereits in den ersten Seiten als Leserin gewonnen. Er besitzt einen ganz besonders tollen, authentischen, mutigen, gewagten und ungefilterten Stil, die Emotionen, Gedanken und Probleme der nicht alltäglichen und hier ausnahmslosen Teeniewelt an den Leser zu bringen. Zu all dem paart er Gewissensbisse, das Selbstvertrauen, die Beziehung zum anderen Geschlecht, das eigene Ansehen und den Wunsch nach Rebellion. Ich mag diese Art des Schreibens und konnte somit ganz nah mit den Charakteren miterleben, was in diesem bewegenden Buch auf mich wartete. Eine gelungene Gratwanderung, der dem Wunsch Jugendlicher aber auch Erwachsener gerecht wird.
Das Schriftbild ist angenehm und die Kapitel nicht allzu lang. Die Dialoge sind knackig, emotional und sehr authentisch dargelegt.

Schauplätze:
Hier gibt es kaum andere Orte, als der heimische Zementgarten und das Haus der Familie. Aber hier schafft der Autor durch teils nichtige Details ein sehr rundes und komplettes Bild der Schauplätze. Für die Verfilmung durfte die Romanvorlage hier absolut ausgereicht haben. Das Haus dieser verstörten Familie, gebettet in einer Wüste aus Schutt, Zement und Beton. Eine Grabstätte für einen bitteren Untergang. Ein Ort für eine verwaiste Familie. Schon allein durch die Wahl des Handlungsortes hat mich der Autor mit seinem Roman überzeugt und konnte begeistern. Zudem gibt er die entstandenen Eindrücke absolut stimmig an seine Leser weiter.
Dem Autor McEwans gelingt es durch seine reale Darstellung der Schauplätze eine Welt des jugendlichen Alltags zu schaffen, die in einem Ort des Grauens und des Todes funktionieren muss. Sehr genau hat er die Eindrücke eingefangen und gibt diese im Buch an die Leser weiter. Auch wenn sein Fokus auf viele Details und Umschreibungen liegt, so wirkt es nicht überladen oder aufgesetzt, nein, er hat im trefflichen Momenten immer ein sehr genaues Bild der Umgebung geschaffen.

Charaktere:
Auch bei der Wahl der Charaktere punktet der Autor. Hier ist nun wirklich jeder Protagonist der morbiden Familie mit einem sehr speziellen Psychogramm gezeichnet. Gerade Jack, allein durch seine Erzählperspektive, wird hier eine zentrale Rolle einnehmen. Wer in Jacks gestörte Psyche blickt, wird den Titel neu interpretieren. Jack, der seinen Körper entdeckt und in seiner jugendlichen Blüte steckt, der seine ältere Schwester beäugt, der die Doktorspiele der Geschwister von einst vermisst, der den Tod seiner Mutter nachtrauert, aber dem des Vaters nicht, der seine Pupertät nicht ausleben kann, der seine Mutter begraben muss, der onaniert, der sich nicht pflegt und dann schlußendlich doch mit seiner Schwester Julie schläft... Und das sind nur die Dinge, die Jack formen. Auch all die anderen drei Geschwister zeichnen ein sehr verstörtes Bild im Buch ab. Hier hat der Autor aus den Vollen geschöpft und Charaktere und Probleme der schon fast erwachsenen Jugend geschaffen, die hoffentlich ein absoluter Einzelfall sind. Eine sehr runde und feine Mischung aus Hauptprotagonisten und wenigen Nebenrollen, verletzten Psychen, gebrochenen Seelen und geschundene Verhältnisse. Gleich zu Beginn ermöglicht der Autor seinen Lesern ein klares Bild der einzelnen Persönlichkeiten.
Gerade das Seelenleben und die Gedankenwelt von Jack und der Familie kristallisieren sich schnell heraus und lassen den Leser nicht mehr los. Tief und eindringlich werden hier diese Charaktere vorgestellt. Gekoppelt mit einer tragischen Entscheidung und einer dramatischen Tragödie, wirken alle Personen sehr gut geschildert und verkörpern ihren Part im Roman gekonnt.

Meinung:
Zu erst möchte ich die vielen versteckten dennoch offensichtlichen Botschaften loben, die der Autor in diesem Buch sehr gewissenhaft bedacht hat. Hier ist einmal der Umgang mit Gewalt, die Gefahr der Vereinsamung, der Weg durch die Pupertät, der Umgang mit Sexualität, der Umgang und die Verarbeitung von Tod, die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit, Offenheit, der Wunsch den Körper zu erleben und Sehnsüchte offen auszutragen, Inzest und Geschlechtsverkehr unter Geschwistern...,
Hier hat der Autor ein ganzen Portfolio an diskutablem Themen verwoben und für Unverständnis und aber auch für Tiefe gesorgt. Er hat hier sehr genau auf das Ausmass geachtet und ich finde es ist ihm sehr galant gelungen.
Manches wirkte auf mich im Geschehen sehr beklemmend und ich musste beim Lesen häufig meinen Blickwinkel verstellen, das hat mir wirklich gut gefallen. Ein grandioser, aber sehr spezieller Roman. Das Ende kam so, wie es kommen musste. Zwar sehr knapp, aber lässt dem Leser auch Raum für eigene Mutmaßungen.

Der Autor:
"Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt in London. 1998 erhielt er für ›Amsterdam‹ den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman ›Abbitte‹ wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Er ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences."

Zum Cover:
Das Cover passt sehr zum Verlagsprogramm. Meinen Geschmack hat es nicht getroffen, dennoch zeigt es die Note des Verlags und ist daher stimmig zum Programm. Bezug zum Inhalt des Buches hat es kaum. Schade.

Fazit:
Das Buch lässt mich zurück, mit einem wirklich bewegenden Gefühl im Bauch. Es polarisiert mit leisen Tönen, die laut nachhallen und sehr erschüttern. Buch wie Film absolutes MUSS!
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