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Kundenrezension

am 22. Dezember 2009
Vieles ist dieser Film, manches nicht, ganz bestimmt aber streitbar. Ist "There Will Be Blood" langweilig? Ich glaube kaum; der Film, der nicht nur mit betörend kargen Bildern und grandiosen schauspielerischen Leistungen aufwartet, ist ein durchaus fesselndes Porträt eines Besessenen und seines fanatischen Gegenspielers. Darüber hinaus ist der oscardekorierte Streifen von Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia") aber auch anstrengend, aufreibend, verstörend und gelegentlich auch ziemlich nervtötend.

"There Will Be Blood" erzählt die Geschichte des Daniel Plainview, der zu Beginn des 19. Jh. vom Silbersucher zum "Ölmann" wird. Dieser Daniel Plainview, zu Beginn ein ebenso willensstarker wie menschlicher Charakter, wandelt sich im Laufe des Films zum Menschen-Hasser. Opfer und Ereignisse auf seinem Weg sind letztlich nicht mehr als Erfüllungsgehilfen dieses Films, dessen Botschaft ebenso einfach wie eindeutig ist. Schonungslos zeigt "There Will Be Blood" die Abgründe des menschlichen Geistes auf, führt dem Zuschauer den Wahnsinn des Fanatismus - sei er nun religiös, kapitalistisch oder sonst wie geartet - hautnah vor Augen.

Gnadenlos gut spielt Daniel Day-Lewis, der für seine Rolle als fast schon krankhafter Machtmensch zurecht den Oscar erhielt. Dennoch habe ich 150 lange Minuten vergeblich versucht diesen Daniel Plainview zu verstehen - am Ende blieb höchstens Bedauern. Seine rücksichtslose unmenschliche Art macht den Film zu dem sperrigen Werk, dass es geworden ist. Man muss bereit sein sich zweieinhalb Stunden dem irgendwie leeren auszuliefern, dem höhepunktslosen Leiden eines zu letzt doch etwas überstilisierten Charakters, der mir trotz seines gefühlslosen Erfolgsstrebens nie das Gefühl vermittelte ein Machtmensch zu sein, sondern vielmehr ein von der Welt enttäuschter, der den anderen lediglich ihren Ruhm, ihre Macht neidete, wie ein Kind das ein Spielzeug nur haben will, weil ein anderes es auch hat. Und doch ist es dieser Charakter, der den Film zu einem guten Stück ausmacht, der fesselt, der nicht mehr loslässt - auch wenn zeitweise nervt.

Darüber hinaus sind es vor allem die Bildsprache und der, nun ja, etwas skurrile, jedenfalls ungewöhnliche Soundtrack, die den Film (zumindest für mich) so unvergesslich machen. Die Bilder schlagen ständig von gleißend hell zu verwischt dunkel um, sind öde und prächtig, weit und beengt, kurzum beeindruckend. Untermalt wird all das von einem ungewöhnlichen Soundtrack (übrigens nur mit damals existierenden Instrumenten produziert), den ich als durchaus gelungen, wenn auch etwas befremdlich empfand, der aber bestimmt auch stören kann.

Fazit:

Unvorbereitet - also in Erwartung eines ganz "normalen" Filmes - sollte man sich diesem epochalen Drama jedenfalls nicht stellen, denn "There Will Be Blood" ist trotz des genialen Hauptdarstellers, trotz der tollen Bilder ein zäher, ein anstrengender und ein verdammt langer Film - 3,5 Sterne.
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