Sale70 Sale70w Sale70m Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Bestseller 2016 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ HI_PROJECT BundesligaLive Fire Tablet Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedEcho BundesligaLive longss17
Kundenrezension

35 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessanter Blickwinkel, 3. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Jesus, der Kapitalist: Das Christliche Herz Der Marktwirtschaft (Taschenbuch)
Wenn man die hierzulande von christlichen Organisationen zu Phänomenen wie Privateigentum, Zins und Profit abgegeben Stellungnahmen betrachtet, kann einen der Verdacht beschleichen, bei dem aus Nazareth stammenden Religionsstifter habe es sich um den ersten Sozialisten der Menschheitsgeschichte gehandelt.

Geradezu provokant mutet daher der Titel des vorliegenden Buches an. Der Autor, durchforstet sowohl Altes wie auch Neues Testament und kommt zum Schluß, dass die Bibel zu nichts weniger taugt, als zur Apologie des Sozialismus - also zur Legitimierung hoheitlich erzwungener Einkommens- und Vermögensumverteilung. An keiner Stelle des Bibeltextes werde explizit die Verfügung über Besitz und Eigentum (z. B. Geld) angegriffen - sofern dessen Erwerb auf redliche Art erfolgt sei. Nach Paulus wäre lediglich die Liebe zum Geld", nicht aber das Geld selbst die Wurzel allen Übels" (1 Timotheusbrief 6, 10).

An keiner Stelle der Heiligen Schrift würde die Verfügungsgewalt eines rechtmäßigen Herrn über sein Eigentum, das Erzielen von Profit, oder das Nehmen von Zins kritisiert. Das Gegenteil sei richtig, wie der Autor z. B. anhand des GleichnisŽ von den Arbeitern im Weinberg (Matthäus 20, 1-16) und des GleichnisŽ von den anvertrauten Talenten (Matthäus 25, 14-30) belegt. Unmißverständlicher könne die unumschränkte Verfügungsmacht des Eigentümers über seine Habe und die Rechtmäßigkeit und Vorteilhaftigkeit des Erzielens von Profit gar nicht gutgeheißen werden.

Die immer wieder gerne als Belege für die antikapitalistische Überzeugung des Gottessohnes ins Treffen geführten Textstellen (wie etwa die Vertreibung der Geldwechsler aus dem Tempel, oder das Gleichnis vom Nadelöhr, anlässlich der Bergpredigt) verlören augenblicklich die unterstellte, antimarktwirtschaftliche Bedeutung, wenn man den jeweiligen Kontext berücksichtigte, in dem sie stehen. Der Hinauswurf der Tempelhändler lässt sich nach Meinung Grötzingers so erklären, daß Jesus mit deren unlauteren Geschäftpraktiken nicht einverstanden war - nicht jedoch mit dem bloßen Umstand ihrer Anwesenheit im Tempel. Im Gleichnis vom Nadelöhr indes, sei die Person des Adressaten von entscheidender Bedeutung: Nach dem Evangelisten Lukas handle es sich dabei um einen Vorsteher" (im Original archon", d. h. Herrscher"). Der Mann habe sein Vermögen also offensichtlich nicht durch eigene Arbeit (durch wirtschaftliche Mittel") sondern durch Vorteilsnahme, Diebstahl oder Raub (also durch politische Mittel"), auf unlautere Weise und damit unter Bruch der Gebote Gottes erworben. Deshalb sei ihm der Eintritt ins Himmelreich verwehrt - nicht, weil er reich" ist.

Es ist gleichermaßen erhellend wie kurzweilig, zu lesen, wie Grötzinger die zitierten Bibelstellen unter marktwirtschaftlichen Blickwinkel interpretiert. Als gelernter Ökonom verfügt er auch über ein intellektuelles Rüstzeug, das der Mehrzahl der Kleriker leider vollständig fehlt - was erklärt, weshalb die Heilige Schrift mitunter auf haarsträubende Weise sinnentstellende Auslegungen erfährt, sobald die Sphäre des Wirtschaftens berührt wird.

Ob man dem Autor folgen möchte, wenn er zu der Erkenntnis kommt, dass Kapitalismus und Christentum einander gegenseitig bedingen würden, sei dahingestellt. Auch wird es wohl von der Beantwortung der Gretchenfrage" abhängen, wie der Leser das noch grundsätzlichere, seit der Aufklärung debattierte Problem, ob es in einer gottlosen" Welt überhaupt so etwas wie allgemein verbindliche, universale Werte geben kann, beurteilt.

Beachtung verdient die gegen Ende zitierte Aussage des Atheisten Walter Block, der meint: Der Hauptgrund, weshalb Religion den sekulären Führern gegen den Strich geht, ist, dass diese Institution moralische Autorität definiert, die nicht von ihrer Macht abhängt. (...) Wer sich den etatistischen Plünderungen widersetzen will, kann dies ohne Unterstützung der Religion nicht tun."

Da ist was dran!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
  [Abbrechen]

Kommentare

Kommentare per E-Mail verfolgen

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.09.2012, 18:20:34 GMT+2
Ishar21 meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 29.06.2013, 15:30:58 GMT+2
[Vom Autor gelöscht am 29.06.2013, 16:22:19 GMT+2]

Veröffentlicht am 29.06.2013, 19:57:19 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 29.06.2013, 23:16:27 GMT+2
Wie das Gleichnis vom Nadelöhr letztlich zu interpretieren ist, und auf wen oder welche literarische Tradition es überhaupt zurückgeht, darum geht es mir in dieser Replik nicht. Lassen wir deshalb die historisch-kritische Bibelwissenschaft ruhig einmal beiseite.

Glasklar ist aber doch wohl das Programm des gegenwärtigen Finanzkapitalismus: Weitgehende Steuerfreiheit für Reiche und Almosen für Arme, d.h. die Ersetzung des aus der großen Revolution von 1789, der Deklaration der Menschenrechte und den diversen nationalen Revolutionen des 19. Jahrhunderts hervorgegangenen Sozialstaates durch "Barmherzigkeit", die von den Superreichen nach "gusto" gewährt werden soll.

Indem der christlich-evangelikale Neokonservatismus resp. Neoliberalismus dieses Programm sanktioniert resp. biblisch legitimiert, macht er sich zum Spießgesellen einer satanischen Plutokratie, die selbst im extremen Hedonismus und in abgründiger Dekadenz lebt, den unteren Klassen jedoch zum Zwecke des eigenen Macht- und Privilegeienerhaltes religiöse Beschränkungen auferlegen will. Dem Historiker ist dieses Prinzip übrigens schon seit Konstantin d. Gr. bekannt. Dass die evangelikale Missionierung in aller Welt massiv von der Finanzoligarchie gesponsert wird, ist ein offenes Geheimnis.

Sie zitieren in Ihrer Rezension einen mir bislang unbekannten Atheisten mit Namen Walter Block: <Der Hauptgrund, weshalb Religion den säkularen Führern gegen den Strich geht, ist, dass diese Institution moralische Autorität definiert, die nicht von ihrer Macht abhängt. (...) Wer sich den etatistischen Plünderungen widersetzen will, kann dies ohne Unterstützung der Religion nicht tun.>

Dass ich nicht lache! Wer auch immer Walter Block gewesen sein soll, die Situation in "Gottes eigenem Land" bestätigt nicht ihn, sondern auf geradezu fulminante Weise den alten Sankt Karl, dessen berühmtes Diktum ich Ihnen hiermit noch einmal in's Stammbuch schreibe:

< ... die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik ... Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.>

Veröffentlicht am 20.08.2013, 00:02:24 GMT+2
Markus 12:1 Dann fing Jesus an, ihnen Gleichnisse zu erzählen. Er begann: "Ein Mann legte einen Weinberg an, zog eine Mauer darum, hob eine Grube aus, um den Wein darin zu keltern, und baute einen Wachtturm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste ab.
Markus 12:2 Als die Zeit gekommen war, schickte er einen seiner Sklaven zu den Pächtern, um seinen Anteil an der Ernte zu erhalten.
Markus 12:3 Doch die packten den Sklaven, verprügelten ihn und jagten ihn mit leeren Händen fort.
Markus 12:4 Da schickte der Besitzer einen zweiten Sklaven. Dem schlugen sie den Kopf blutig und beschimpften ihn.
Markus 12:5 Danach schickte er einen dritten; den töteten sie. Ähnlich ging es vielen anderen; die einen wurden verprügelt, die anderen umgebracht.
Markus 12:6 Schließlich blieb ihm nur noch einer, sein über alles geliebter Sohn. Den schickte er als Letzten zu ihnen, weil er dachte: 'Meinen Sohn werden sie sicher nicht antasten.'
Markus 12:7 Aber die Winzer sagten zueinander: 'Das ist der Erbe! Kommt, wir bringen ihn um und behalten das Land für uns!'
Markus 12:8 So fielen sie über ihn her, töteten ihn und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus.

Jak 2:5 Hört zu, meine lieben Brüder! Hat Gott nicht gerade die, die in den Augen der Welt arm sind, ausgewählt, reich im Glauben und Erben jenes Reiches zu sein, das er denen versprochen hat, die ihn lieben?
Jak 2:6 Aber ihr habt den Armen zurückgesetzt! Sind es nicht gerade die Reichen, die euch tyrannisieren? Ziehen nicht sie euch vor die Gerichte?
Jak 2:7 Sind nicht sie es, die den guten Namen dessen, dem ihr gehört , in Verruf bringen?
Jak 2:8 Wenn ihr wirklich das königliche Gesetz in der Schrift erfüllt: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!", dann tut ihr recht.
Jak 2:9 Wenn ihr aber bestimmte Menschen bevorzugt, dann begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter überführt.

Jak 5:1 Nun zu euch, ihr Reichen. Weint und klagt über das Elend, das mit dem Gericht Gottes über euch kommen wird!
Jak 5:2 Euer Reichtum wird dann verfault und eure Kleidung ein Fraß für die Motten geworden sein.
Jak 5:3 Euer Gold und Silber wird verrostet sein, und dieser Rost wird euch anklagen und euer Fleisch wie Feuer fressen. Selbst in diesen Tagen des Endes habt ihr Reichtümer gehortet.
Jak 5:4 Hört doch, wie der Lohn, um den ihr die Erntearbeiter betrogen habt, zum Himmel schreit. Das Geschrei der Arbeiter ist vor den Herrn, den Allmächtigen, gekommen.
Jak 5:5 Ihr habt allen Luxus auf der Erde genossen und euch noch am Tag eurer Schlachtung gemästet .
Jak 5:6 Ihr habt den Unschuldigen verurteilt und zu Tode gebracht. Er hat sich nicht gewehrt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.11.2013, 06:52:15 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 22.11.2013, 06:53:57 GMT+1
alaska meint:
@Cato Censorius
Wenn sich einige Wenige die Kontroll- und Unterdrückungsinstrumente des Staates zunutze machen um ihre Mitmenschen zu berauben und zu unterdrücken, dann gibt das keinem Sozialstaatler das Recht, Menschen zu enteignen oder zu zwingen, egal ob sie reich oder arm sind.
Die christliche Schlußfolgerung wäre die Entmachtung des unmenschlichen staatlichen Kontrollapparates um dessen Missbrauch zu unterbinden und die freiwillige, selbstverantwortliche und auf der Nächstenliebe basierende Fürsorge der Menschen füreinander.
Ein guter Mensch ist nur derjenige, der selber, aus freien Stücken und mit seinen eigenen Mitteln anderen hilft und nur aus dieser eigenverantwortlichen Handlung kann Heil entspringen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.11.2013, 20:12:36 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 22.11.2013, 20:16:00 GMT+1
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]
‹ Zurück 1 Weiter ›