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Kundenrezension

am 6. Juni 2013
Bahauddins "Maarif", ein bunte Sammlung von Notizen, Vorträgen und Tagebuchaufzeichnungen, sind immer noch wenig bekannt. Verständlicherweise stehen sie im Schatten der weltberühmten Werke von Bahauddins Sohn. Eine vollständige Edition der Maarif wurde erst 1959 von dem persischen Gelehrten Furuzanfar veröffentlicht (zweibändig, nahezu tausend Seiten). Die Autoren des vorliegenden Buchs, Coleman Barks und John Moyne, nennen es einen «mystischen Komposthaufen» und haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese Sammlung für westliche Leser zu erschließen, und zwar mit einer Methode, die Coleman Barks schon bei seinen Rumi-Übersetzungen mit Erfolg angewandt hat: John Moyne hat Auszüge aus dem Maarif textgetreu vom Persischen ins Englische übertragen, die von Coleman Barks (der des Persischen nicht mächtig ist) poetisch überarbeitet wurden. Er nennt das «Vergrößerung, Interpretation und spontane Kontemplation über das, was Bahauddin geschrieben hat». Folgerichtig erscheinen Barks und Moyne als Autoren des vorliegenden Buchs und nicht Bahauddin selbst. Die im Buch angeführten Beispiele für diese zweistufige «Komposition» hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck: Der Rezensent wäre mit Moynes einfacher Übertragung bereits zufrieden gewesen. Da Coleman Barks schon seinen Rumi-Übersetzungen einen sehr persönlichen Stil aufgeprägt hat, begegnen eben diese Eigenheiten dem Leser auch hier, so dass es fast den Anschein hat, als hätte der Sohn den Vater beeinflusst! Dankenswerterweise hat sich Peter Finckh bei seiner präzisen Übersetzung ins Deutsche jeder «Nachdichtung» enthalten. Authentische Teilübersetzungen der Maarif unmittelbar ins Deutsche finden sich beim Schweizer Orientalisten Fritz Meier in seiner leider schwer erhältlichen Monografie über Bahauddin ACTA Iranica: Encyclopedie Permanente Des Etudes Iraniennes: (Textes Et Memoires, 14).
Den Inhalt der Maarif hat John Moyne treffend zusammengefasst: ein «intimer, spiritueller Reiseführer, schrullig, vielfältig und leidenschaftlich». Neben autobiografischen Notizen ist vieles in Form von kurzen Ansprachen verfasst, die sich wohl an Schüler Bahauddins richten, tiefsinnige Meditationen über Koranverse z.B. Manches mutet wie ein innerer Dialog mit der Gottheit selbst an. Der Autor empfängt regelrechte «Offenbarungen», worunter es auch einige selbstkritische Reflexionen gibt. Doch falsche Bescheidenheit kann man Bahauddin nicht vorwerfen: Den ihm «von vielen guten und edlen Leuten» während eines Kollektivtraums verliehenen Ehrentitel «König der Gnosis» nimmt er bereitwillig an. Am erstaunlichsten ist wohl seine kraftvoll-sinnliche Schau des Lebens, das er mit all seinen Facetten dankbar annimmt: «Mitten im Gebet dachte ich wieder an die Nymphen im Paradies …». An einer anderen Stelle, wohl einem Tagebucheintrag, beschreibt er sehr anmutig den gleichzeitig erlebten Orgasmus mit einer Frau, erinnert sich an Sure 52:20 und schließt daraus, dass «das Zurücklehnen in den Sex auch der Seele Freiheit gibt». Der Lob der Frauen auch an anderen Stellen unterscheidet Bahauddin sehr von seinem Sohn, der bekanntlich etwas andere Präferenzen hatte…
Ein faszinierender Eintrag zu dem Thema, wie eine rote Rose auf eine weiße Pappel zu pfropfen sei, liest sich zunächst wie die nüchternen Ratschläge eines Landschaftsgärtners und lässt doch eine metaphorische Ebene durchschimmern, die ganz eindeutig auf Rumi vorausweist: «Hier und jetzt ist, wo dir das Wunder gezeigt werden kann, das Wunder von dem, was andauernd geschieht.»
Ein wertvolles, inspirierendes und unterhaltsames Buch.
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