Kundenrezension

Rezension aus Deutschland vom 8. Juli 2016
Design Thinking ist allerorten in aller Munde aller Kreativen – und das wahrscheinlich auch zu Recht. Sehr oft wird Design Thinking als Begriff verwendet, ohne dass man zwingend den Eindruck gewinnen muss, dass der Verwender des Begriffs auch wirklich weiß, was damit gemeint ist. Auch das ist nicht überraschend – denn Design Thinking ist tatsächlich auch nichts völlig Neues. Die Bestandteile sind in der Regel bekannt und so drängt sich sehr oft der Eindruck auf, dass hier einfach ein neuer Begriff über etwas schon seit langem Bekanntem gestülpt wurde. Das Buch „Wo ist das Problem?“ der beiden Herausgeber Emmanuel Sauvonnet und Markus Blatt greift genau dieses Verständnis-Dilemma auf. Wenn auch nicht beabsichtigt, so könnte der Buchtitel sogar für dieses Dilemma bezeichnend sein. Man kennt das: Die neue, eigentlich alte Sau im Dorf. Aber: Wenn Design Thinking so altbekannt ist, warum sorgt es dann so für Furore?

Das vorliegende Buch greift zum einen diese Thematik auf und erläutert ohne Spektakel, in einfacher und damit nachvollziehbarer Sprache, um was es eigentlich geht: nämlich um den Gesamtzusammenhang mit einer neuen oder bestimmten Fokussierung. Die Texte in dem Buch, die durchaus unabhängig voneinander gelesen werden können – wobei anzuraten ist, dass Einsteiger zumindest die ersten Kapitel zu Beginn lesen – beleuchten in anschaulicher Form die Funktionsweise dieses vernetzten methodenübergreifenden und facettenreichen (bis hin zu infrastrukturellen Ressourcen und Voraussetzungen) Denkens. Und hier wird dann auch durch die Inhalte schnell klar, dass es um eine neue Zusammensetzung von bestehenden – eben bekannten – Aspekten geht. Das schafft dieses Buch aus meiner Sicht in einer hervorragenden Art und Weise; nicht zuletzt auch in aller Kürze.

Die weiteren Kapitel beleuchten allgemeine Vorgehensweisen, Bestandteile, aber auch den Stand der Dinge in der Gegenwart, was Design Thinking betrifft, z.B. wie wurde und wie wird Design Thinking an Hochschulen gelehrt und auch praktisch in Kooperationen angewandt. Das macht dieses Buch zusätzlich interessant.

Ganz im Sinne einer ansprechenden Visualisierung – auch eine Forderung im Design Thinking, aber auch nicht neu – ist das Buch passend illustriert, mit vielen inhaltlichen und zusammenfassenden Grafiken versehen, mit herausgehobenen Zitaten angereichert … es macht Laune, dieses Buch zu lesen, aber auch es in die Hand zu nehmen und darin einfach zu blättern, um sich inspirieren zu lassen.
Im Anhang findet sich dann noch ein „Crash Kurs“ Design Thinking, um einfach mal exemplarisch diesen Prozess an einem einfachen Beispiel „durchzuspielen“. Auch das finde ich eine gute Idee.

Was dieses Buch zusammenfassend aus meiner Sicht leistet:
1. Es zeigt auf, um was es bei Design Thinking geht – ohne dabei zu mystifizieren. Es ist, was es ist.
2. Es zeigt auf, dass Design Thinking ein Gesamtkonstrukt und nicht einfach eine neue Methode darstellt – eben ein Paradigma.
3. Es ist unterhaltsam, einfach zu lesen und bringt doch viele Dinge schnell auf den Punkt.
4. Es ist praxisorientiert: Nach der Lektüre stellt sich nicht die Frage, wie man das denn nun in die Praxis umsetzen könnte.

Aus diesem Grund gebe ich für „Wo ist das Problem?“ sehr gerne meine Kaufempfehlung! Ich habe es genossen – obwohl viel „Altes“ enthalten ist… ;-)
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