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Kundenrezension

65 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schadstofffrei, unkritisch und (zum Glück) an der Realität vorbei, 2. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Habenwollen. Wie funktioniert die Konsumkultur? (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch enttäuscht, denn der Autor scheint geradezu fasziniert von den heutigen Marketingmethoden. Konsumkritik, die man in einem Werk wie diesem erwartet hätte, wischt er einfach vom Tisch.
Das Buch gliedert sich in vier Teile. Im Teil 1 wird die Entwicklung der Konsumkultur beschrieben. Wichtigster Punkt ist die zunehmende Entfernung vom Gebrauchswert des Produktes hin zur fiktionalen Überhöhung. Da die Fiktion nicht einklagbar sei, so der Autor, sei ,die standardmäßig vorgebrachte Kritik, daß nur Enttäuschungen ansammle, wer sich dem Konsum hingebe, ... daher ebenso trivial und an der Sache vorbei'. Etwas später deutet der Autor das Thema Zukunftsangst (Menschen geben weniger Geld aus) als Verlockung des Geldes auf Zukunft des Besitzers.
Im Teil 2 geht es um die Ästhetik der Konsumkultur. Dieser Teil ist reich gefüllt mit Produktbeispielen und zugehörigen Werbeversprechen. Kritikwürdig erscheint mir, die Lobpreisung der Verbilligung von Produkten. An dieser Stelle wäre ein Blick auf die Verlagerung von Produktionsstandorten aus (West)-Europa nach Asien und Osteuropa und auf die Ausbeutung von Arbeitskräften unter teilweise katatrophalen Produktsbedingungen nötig gewesen. Nicht so bei Wolfgang Ullrich. Für ihn sind die Grundbedürfnisse der heutigen Zeit 'so nebenbei' erfüllt. Zum Abschluss von Teil 2 wagt sich der Autor an ein Gleichnis von Werbung und Kunst. Auch hier schießt er wieder eine Breitseite gegen Kritiker der Konsumkultur. Diese würden übersehen, dass ,Kunst nur deshalb echter wirkt, weil sie schon etliche Generationen länger als Heilsinstanz fungiert'.
Teil 3 befasst sich mit wissenschaftlichen Grundlagen von Werbung und Markenkultur. Dies ist ein Exkurs durch Soziologie, Psychologie und Neurologie. Allerdings sind die zitierten Studien relativ dünn, was der Autor mit Betriebsgeheimnissen dieser firmennahen Forschungen begründet, um hier sofort öffentliche Forschung(sgelder) einzufordern.
Teil 4 hält noch einmal Fürsprache für hemmungsloses Habenwollen ohne schlechtes Gewissen. Nicht mehr 'arm und glücklich' wie im Märchen ist heute nach Ullrichs Meinung angesagt, sondern ausschweifendes Konsumieren. Zugleich bescheinigt er des Konsum- und Markenkultur eine gewisse Infantilität, die jedoch lediglich in der Kürze ihrer Existenz begründest liegt und deren Beschränkheit es zu überwinden gilt. Produktkritik möchte der Autor auf die Stufe von Literatur- und Theaterkritik heben. Er beklagt das Verbraucherportale im Internet lediglich den Gebrauchswert der Dinge wiedergeben. Offensichtlich spricht die Existenz dieser Portale jedoch entgegen der Meinung des Autors gerade dafür, dass die Kunden gerade diese Informationen suchen.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es in der Welt von Wolfgang Ullrich keine Armut, keine Müllberge, keinen Klimawandel und keine Ausbeutung gibt. Glücklich kann seiner Meinung nach nur sein, wer sich dem Shopping hingibt und freudig den 'fiktionalen Mehrwert' heutiger Produkte mitnimmt. Es mag sicher Menschen geben, die sich von Werbung vereinahmen lassen, doch die Realität sieht zum Glück anders aus als die Welt von Wolfgang Ullrich. Dieses Buch führt aber vor Augen, welchen Aufwand Unternehmen treiben, um diese Vereinahmung zu erreichen. Ein klares Argument dafür, warum man vielleicht seinen Fernsehen (als Transportmedium von Werbung) abschaffen sollte. Für die Aufklärung darüber den 2. Punkt.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.03.2010 12:44:26 GMT+01:00
....da haben wir wohl nicht ein und das gleiche Buch gelesen.....?!

Veröffentlicht am 27.09.2010 10:02:42 GMT+02:00
Selbstverständlich ist eine gewisse Faszination notwendig, um (so) ein Buch zu schreiben. Im Untertitel steht "Wie funktioniert die Konsumkultur?" und genau darum geht es in diesem Buch, welches glücklicherweise nicht vordergründig politisch geschrieben ist und dadurch, dass es keinen erhobenen moralischen Zeigefinger gibt, den Blick auf die Phänomene frei lässt. Es behauptet ja niemand, dass es keine Schattenseiten gibt, aber es darf auch mal nicht darum gehen. Dennoch ist das Buch konsumkritisch, denn es fordert den Gedanken an einen "selbstbewußten Konumenten" und richtet sich gegen das infantile kapitalistische "Habenwollen".
Ich glaube, der Rezensent hat das Buch missverstanden, bzw. gar nicht verstanden...

Veröffentlicht am 17.01.2011 02:14:48 GMT+01:00
TrapJaw meint:
"Konsumkritik, die man in einem Werk wie diesem erwartet hätte, wischt er einfach vom Tisch"
"Auch hier schießt er wieder eine Breitseite gegen Kritiker der Konsumkultur"

Wer sowas schreibt, hat das Buch nicht im Ansatz verstanden...

Veröffentlicht am 29.04.2011 22:59:37 GMT+02:00
L.Bueltemeier meint:
Gerade da es nicht vordergründig kritisiert, wird dem mündigen Leser ein guter Überblick zum Status Quo geliefert. Genau solch ein Buch ist interessant da es nicht wertend, sonder objektiver und sachlicher daher kommt, als manches andere zum Thema.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.10.2014 21:28:11 GMT+02:00
Aus meiner Sicht argumentiert der Autor ziemlich offensichtlich gegen Konsumkritiker. Die Zitate, die ich in meine Bewertung eingefügt habe, machen das, denke ich, deutlich.
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