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Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom Brett auf die Konsole, 28. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Monopoly Streets (Videospiel)
Monopoly ist eines der erfolgreichtsten Brettspiele auf der ganzen Welt und dürfte so ziemlich jedem ein Begriff sein. Auch auf Grund seiner Beliebtheit, gibt es das Spiel mittlerweile in verschiedenen Variationen: die klassische Variante, eine Ausgabe mit 3D-Gebäuden oder mit Kreditkarten anstatt Papiergeld, um hier nur einige zu nennen und auch die Simpsons oder SpongeBob Schwammkopf haben ihr eigenes Spiel, genauso wie viele Städte, deren Straßennamen auf den jeweiligen Spielbrettern auftauchen. Wenn also schon ein Stück Pappe und Plastik für so großen Spaß sorgen, dann muss doch dasselbe Prinzip in einem Videospiel verpackt, mindestens mal genauso viel Freude bereiten, oder?

Los!

Wer mit den Regeln von Monopoly vertraut ist, der kann hier direkt loslegen: Einfach eine Figur aussuchen, entscheiden, ob man gegen menschliche oder computergesteuerte Gegner spielen will, zum Abschluss ein Spielbrett auswählen und schon kann die Jagd nach Häusern und Hotels beginnen.

Bei Monopoly Streets tritt man, sofern man es nicht online spielt, immer zu viert gegeneinander an. Plätze, die nicht durch menschliche Spieler besetzt werden, werden mit Computergegnern aufgefüllt. Ein Offline-Spiel nur unter Freunden – wenn es nicht gerade vier sind -, ist somit nicht möglich. Das ist deswegen merkwürdig, da man online die Spieleranzahl auch auf zwei begrenzen und dann gegen eben nur einen anderen spielen kann. Zudem braucht jeder Mitspieler einen Controller, das heißt, selbst wenn ihr mal vier Leute vor euren Fernseher bekommt, braucht ihr auch entsprechend vier Steuerungen. Das rührt wohl daher, dass Grundstücke, die die Spieler nicht kaufen, zur Auktion freigegeben werden und dort logischerweise jeder einen Controller braucht um mitbieten zu können.

KI = Keine Intelligenz?!

Während des Spiels habe ich manchmal gedacht, KI stehe für “Keine Intelligenz”. Man kann zwar zwischen leichter, mittlerer und schwerer KI wählen, jedoch konnten Unterschiede kaum ausgemacht werden. Da bei Monopoly viel vom Würfelglück abhängt, sollte sich der Schwierigkeitsgrad darauf schon mal nicht auswirken. Das Verhalten beim Handel oder den Auktionen hingegen, ist bei schwerer KI manchmal genauso nicht nachvollziehbar wie bei schwacher: So werden euch zum Teil Handel vorgeschlagen, die weit weg von jeglichem Sinn und Verstand liegen. Entweder wollen sie euch – übertrieben gesagt – für eure Schlossallee gerade mal die Badstraße geben oder wollen im Gegenzug für selbige, Unmengen an Geld oder Straßen von euch bekommen.

Auch wird schon mal ein Grundstück von einem Computergegner nicht gekauft, sondern zur Auktion freigegeben, nur damit er es dann in dieser doch für fast das doppelte kauft, obwohl die anderen weit unter diesem Gebot, das für alle sichtbar ist, liegen. Die Gebote der KIs folgen dabei ganz oft einem bestimmten Muster und meistens steht das endgültige Gebot dieser Gegner zwei Sekunden vor Ablauf fest, so dass man hier noch die Möglichkeit hat, entsprechend zu reagieren.

Wer, wie, was?

Die Übersichtlichkeit in diesem Spiel, lässt viel zu wünschen übrig… zu viel! Zwar wird, nachdem man Häuser oder Hotels gebaut oder Grundtsücke belastet hat, das jeweilige Ereignis entsprechend in einer Sequenz angezeigt, jedoch bekommt man es nur schwer mit, wenn die Computergegner dies tun, da es hier diese Sequenzen nicht gibt. Es wird zwar in Textform angezeigt, dass die Gegner was getan haben aber wo genau bekommt man auf die Schnelle nicht mit. Sicher ist es irgendwo auch fast egal, wo sie was gebaut haben, weil der Weg ja vorgegeben ist und entweder lande ich auf dem Feld, wo der Gegner ein Hotel gebaut hat oder nicht, trotzdem wäre es für ein besseres Spielgefühl schon netter, zu wissen, wo der Gegner welche Veränderungen vorgenommen hat. Hier bleibt nur die Möglichkeit, sich vor seinem eigenen Zug das Spielbrett anzeigen zu lassen, um dann eine bessere, obwohl “bessere” in diesem Fall nicht unbedingt mit “gute” gleichzusetzen ist, Übersicht zu bekommen.

Was die Männchen (und Frauchen), die eure Spielfigur über das Brett bewegen, angeht, so waren diese wohl bei den Sims zum Sprachunterricht, denn auch diese geben die mit der Zeit (und so eine Runde Monopoly kann sich schon mal etwas ziehen) immer nerviger werdenden Geräusche, wie “jaaaaahuuuu”, “okeee” oder “uuuhhuuuhuuu” von sich.

Gute Abwechslung

Monopoly Streets bietet den Spielern viel mehr als nur die offizielen Monopoly-Regeln.

Neben den festgelegten Varianten wie Jackpot, bei der ihr schon auf einem Grundstück bauen könnt und derjenige gewinnt, der als erster sein Vermögen verdoppelt hat oder Bullenmarkt, bei dem vor Beginn des eigentlichen Spiels alle Grundstücke in Autkionen versteigert werden, habt ihr sehr viele Möglichkeiten, das Spiel euren eigenen Vorstellungen anzupassen. So könnt ihr zum Beispiel Bedingungen für den Start, den Sieg oder die benötigte Anzahl an Häusern für ein Hotel festlegen und darüber hinaus viele weitere Einstellungen vornehmen.

Besonders interessant ist hierbei ein dritter Würfel, der so genannte Tempowürfel. Wenn ihr mit diesem spielt, habt ihr zusätzlich die Möglichkeit entweder Mr. Monoply zu erwürfeln, der euch nach eurem eigentlichen Zug zusätzlich auf das nächste noch nicht gekaufte Grundstück oder – sofern alle Grundstücke bereits verkauft worden sind – auf das nächste Grundstücke, das nicht euer eigenes ist, führt oder einen Bus zu würfeln, der euch die Möglichkeit bietet entweder auf das Feld, das der Augenzahl des ersten, des zweiten oder der Summe aus den beiden Auganezahlen entspricht, zu ziehen.

Spielen könnt ihr dabei auf verschiedenen Spielbrettern, die aber außer was fürs Auge und dem Thema des Spielbretts entsprechende Grundstücksnamen, keine spielbrettspezifischen Besonderheiten mit sich bringen. Das Geld zum Kauf von neuen Brettern – und einigen wenigen Spielfiguren – erspielt ihr euch dabei während der einzelnen Partien. Insgesamt passt die Grafik zum Spiel; sie ist nicht überragend aber das erwartet ja auch keiner bei so einem Spiel.

Fazit

Monopoly Streets ist eine gelungene Umsetzung des beliebten Brettspielklassikers. Ob auf einem Pappbrett oder auf dem Bildschirm: Das Spielprinzip ist dasselbe und macht daher genauso viel Freude. Jedoch macht es erst richtig Spaß, wenn man es gegen menschliche Gegner spielt. Wie schön ist es doch, sich darüber zu amüsieren, wenn man seine beste Freundin, seinen Vater oder Schwester gerade in den Bankrott getrieben hat. Diese Freude hat man nicht, wenn man irgendeinen computergesteuerten Gegner aus dem Rennen wirft, zumindest nicht in so hohem Maße. Sollten eure Freunde gerade mal nicht in der Nähe sein oder sich noch immer über ihre letzte Niederlage ärgern und nicht gegen euch spielen wollen, so werdet ihr bestimmt im Onlinemodus fündig und könnt die Zocker auf der ganzen Welt zu einer Runde herausfordern. Auch gegen die Computergegner ist Monopoly Streets ein netter Zeitvertreib für zwischendurch, dann aber bitte nur auf schwerer Stufe.
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