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Kundenrezension

am 18. Februar 2009
Uwe Tellkamp spannt in seinem Roman einen weiten Bogen: vom gescheiterten Sohn aus gutem Hause über Vater-Sohn-Konflikte, Sinnfragen des Lebens, Sinn und Unsinn von Demokratie, Materialismus, Konsumismus, und Medienzeitalter, über Radikalismus und Terrorismus, Gewalt bis zur Liebesgeschichte.

Hier treffen zwei ganz unterschiedliche Personen aufeinander, die sich durch ihr Einzelgängertum vereint fühlen. Während Wiggo durch Sinnsuche, Depression und Faszination in die Arme von Mauritz getrieben wird, handelt es sich bei diesem um einen gewaltbereiten, intellektuellen Radikalen mit Macht- und Herrscherphantasien. So ist auch bald klar, daß die Trennung der beiden eine unausweichliche Sache ist.

In der ersten Hälfte findet der Roman überhaupt kein Konzept. Dem Leser ist schon irgendwie klar, daß es hier um ganz verschiedenartige Romanfiguren und deren Konflikte geht. Doch Tellkamp bringt hier recht wenig und verrennt sich in die überbordenden Schilderung von verbalen Stilleben. Das beherrscht er erstklassig, erscheint nur so, als hätte er das falsche Werkzeug für das dabei, was er bezweckt. Tellkamp ist ein Meister darin, mit ein paar Worten eine Atmosphäre zu gestalten. Er benutzt die Sprache als ein nach seinem Willen formbares Etwas und bereichert den Leser durch schöne Neologismen, die die Grenzen der einzelnen menschlichen Sinne zum Teil überschreiten. Das ist verbale Synästhesie! Als Anhänger der deutschen Sprache muß man einfach begeistert davon sein. Aber das erträgliche Maß wird mehr als ausgereizt. Die Figuren des Romans bleiben zunächst grau und platt. Sie haben mir zunächst einfach keine Geschichte erzählt. Alles ertrinkt in wild verschlungenen atmosphärischen Momentaufnahmen.

Warum kann Tellkamp nicht auf die Klischees verzichten, die er zeitweise so großflächig aufträgt? Vom bibliophilen Professor, den er zufällig erstmalig im Gewächshaus trifft bis zum blaublütigen Bankettgelage im Chateau und andere klischeehafte Details. Die magische Erzählkraft zerfällt in diesen Momenten recht schnell.

Ein Wirbel von ungeordneten Fragmenten des gehobenen Allgemeinwissens ergießt sich zeitweise über den Leser, wie um etwas zu beweisen, wie ein Einserschüler bei der Leistungskontrolle. Der Autor sollte sich bewußt machen, daß diese partielle Unergründbarkeit für den Leser erst einmal beeindruckend ist. Im Grunde jedoch kalkuliert er mit dem minderen Wissen des Lesers und verrät ihn damit ein stückweit.

Ab der Mitte des Romans scheint Uwe Tellkamp deutlich besser die Kurve zu bekommen. Die Protagonisten geraten aneinander, die verbalen Stilleben verlieren den Selbstzweck und dienen der Handlung. Die Dreiecksbeziehung Wiggo-Manuela-Mauritz fesselt und wird Wiggo und Manuela, den Mitläufern, zum Verhängnis. Die Szene in der Straßenbahn macht es dem Leser schwerer, Mauritz zu verurteilen, und hält so perfekt die Spannung. Der Kreis schließt sich beim Scheitern von Mauritz' Vorhaben, als alle ihm die Unterstützung versagen, und die ehemaligen Freunde einander mit gezogener Waffe gegenüberstehen.

Fazit: Ein zeitweise wirrer und ungeordneter Roman, etwas ärgerlich und nur mit Mühe verdaulich am Anfang, brillant und fesseln in der zweiten Hälfte.
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