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Kundenrezension

am 2. August 2007
Während seiner Recherchen für "Die Nächte der Cabiria" war Federico Fellini auf ein gesellschaftliches Phänomen gestoßen, das ihn mehr und mehr zu faszinieren begann: Die reiche Oberschicht des Landes führte gegen Ende der 50er Jahre ein Leben der Ausschweifungen und Dekadenz, deren Zentrum die römische Via Veneto mit ihren Bars und Straßencafes war. Diesem bunten Treiben nahmen sich der Regisseur und drei Drehbuchautoren an und entwarfen das ebenso faszinierende wie abstoßende Panorama einer Gesellschaft, die an ihrem eigenen Luxus und Wohlstand zu ersticken droht. Exemplarisch dafür ist der junge Reporter Marcello Rubini (Mastroianni), der für ein Skandalblatt schreibt, obwohl er insgeheim die Hoffnung hegt, eines Tages ein seriöser Schriftsteller zu sein. Vorerst lässt er sich jedoch von einer Party zur nächsten, von einem vermeintlichen gesellschaftlichen Höhepunkt zum anderen treiben und frönt den schnellen Vergnügungen der Menschen, über die er berichten soll. Innerhalb der episodenhaften Handlung hat er eine kurze Affäre mit einer reichen Erbin, macht mit einem Filmstar (Ekberg) die Nacht durch, berichtet über eine angebliche Marienerscheinung und nimmt an einer wilden Orgie teil. Zwischendurch muss er noch seine Geliebte, die aus Eifersucht einen Selbstmordversuch unternommen hat, ins Krankenhaus fahren und sich mit seinem Vater treffen, der vom Lebenswandel seines Sohnes schockiert ist.

Zu den bekanntesten Szenen dieses meisterlichen Werkes, das einen Meilenstein der Filmgeschichte darstellt, gehören mit Sicherheit die spektakuläre, symbolische Eröffnungseinstellung, in der eine riesige Christusstatue per Hubschrauber aus der Stadt geflogen wird, sowie das Bad von Anita Ekberg als Filmdiva Sylvia in Roms berühmtem Trevi-Brunnen. Die Dreharbeiten, für die man die Via Veneto teilweise nachgebaut hatte, dauerten ein halbes Jahr und brachten das Ergebnis von 92.000 Meter belichtetem Material, was einer Spieldauer von ungefähr 56 Stunden entspricht. Mit seiner Laufzeit von annähend drei Stunden stellte das fertige Produkt dann auch den ersten italienischen Spielfilm mit einer derart gewaltigen Überlänge dar. La dolce vita, ein Begriff, der mittlerweile in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen ist, schlug im wahrsten Sinne des Wortes wie eine Bombe ein: Bei der Mailänder Premiere wurde er ausgepfiffen und es kam zu tumultartigen Szenen, als mehrere Besucher Fellini beschimpften und sogar anspuckten. Später beschäftigte sich das römische Parlament mit der angeblichen Amoralität des Films, der nach Meinung nicht weniger ganz Italien in den Dreck ziehen würde, und der Vatikan hielt seine Schäfchen an, die Kinos zu meiden. Der Regisseur selbst bemerkte zu diesen Vorwürfen: "Mein Film ist keusch, er beschreibt das Böse, ohne sich darin zu gefallen." Der ganze Wirbel war natürlich kostenlose Publicity, und das Publikum stürmte die Kassen - zunächst in Italien, später auf der ganzen Welt. Ein wahrer Preis-Regen folgte, darunter die Goldene Palme in Cannes, der Preis der New Yorker Filmkritiker als Bester ausländischer Film sowie ein Oscar für die besten Kostüme.
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