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Kundenrezension

am 30. Oktober 2005
Tja, da ist es nun: das Album nach "Exciter". Das triste Cover hatte mich bereits während der Vorankündigungen bestürzt und ließ nichts Gutes ahnen. Und tatsächlich: meiner Ansicht nach ist "Playing the angel" keinerlei 'Verbesserung' gegenüber "Exciter", das mich bereits wenig begeisterte. Womöglich ist es sogar noch schlimmer...

Bereits der Opener "A pain that I'm used to" macht bereits klar, wohin die musikalische Reise geht: bemüht, depressiv, schlapp, etwas uninspiriert. Dieser Eindruck setzt sich beim Weiterhören fort - wobei die Betonung auf "bemüht" liegt. Denn die ganzen Retro-Sounds, Drumkit-Perkussion und irgendwie unmotiviert eingesprengselten, 'plürrenden' Elektro-Geräusche nerven, da dies nur als stilistische Garnitur auf mäßigen Songs dient. Hinzu kommen noch ein paar sehr spartanische Gitarren-Riffs, die den Eindruck erwecken, dass sie nur deshalb beigemischt wurden, damit Martin Gore auf der Tournee stolz und dramatisch die Gitarre auf der Bühne schwingen kann...

Zugegeben, das alles klingt durchaus nach Depeche Mode, aber mehr wie ein akustisches Selbst-Zitat. Nichts auf "Playing the Angel" hat mich als wirklich innovativ angetan oder inspiriert, das Album macht auf mich einen konstruierten Eindruck: gewollt, nicht gekonnt. Ich mußte beim Hören jedenfalls unweigerlich an Erasure oder das erste Front 242- Album "Geography" denken, aber beides war vor mehr als 20 Jahren up to date! Nachdem ich rausbekam, dass auch ehemalige Blur-Produzenten daran rumgefingert haben, ahne ich, warum mir das Ganze nicht gefällt. Der Sub-Titel "Pain and suffering in various tempos" wirkt wie eine müde Attitüde, die das schwache Gesamtwerk wohl rechtfertigen soll. Huah!

Inhaltlich kann die erste Hälfte des Albums zwar noch ganz gut überzeugen und unterhalten, dann wird es aber... langweilig. Das Album wirkt sehr lustlos, ich denke, dies ist sein größtes Manko. Ich kann in den Songs jedenfalls kaum Leidenschaft oder die gewisse Aggressivität und sehnsüchtige Melancholie zu erkennen, die die m. E. großen Alben der späten 80er ausgezeichnet haben. Vielleicht werden die Mannen auch einfach alt und fühlen sich wohl in ihrer Ecke? Das von Martin Gore intonierte "Damaged people" wirkt beispielsweise so harmlos und beliebig, als ob es das Demo einer Schulband sei. "Precious" war/ist die erste Single - zurecht, denn es ist der einzige Titel, der m.E melodiös etwas hermacht. Alles andere vom Album hätte als erste Single im Ansatz gefloppt, zumal das Thema Scheidung und Kinder eine gewisse Ernsthaftigkeit vorgaukelt (Oh, der Künstler verarbeitet Reales).
Weitere Single-Anwärter sind womöglich "A pain that I am used to" [ist passiert, Anm. d. Autors], "Nothing's impossible" und "Lilian". Diese Stücke heben sich gegenüber dem Rest des Album-Materials musikalisch noch halbwegs ab, echte Hin- und Gerne-Hörer sind es aber alle nicht.

Die 50 Minuten plätschern so vor sich hin, ab ins depressive Nirvana. Schade. Ich gebe dem Longplayer (wohlwollend!) zwei Sterne, einer wäre auch O.K. gewesen. Na ja. Der Wunsch nach "nochmal Hören" stellt sich bei mir beim ganzen Album nicht ein, auch nach nun einigen Wochen und mehrfachen Durchhören.

Mich persönlich enttäuscht die Platte eigentlich durchweg - nicht, dass ich nach "Exciter" mehr erwartet hätte. Doch "Playing the angel" ist trotz aller Hoffnung mein persönlicher Beweis, dass bei dieser Band, die einmal musikalische Meilensteine gesetzt hat und die mich einst begeisterte, kreativ kaum mehr was geht - insbesondere, seit Alan Wilder ausgestiegen ist und sein Produktions- und klassischer Input fehlt. Wer sich z. B. seine unter dem Projektnamen "Recoil" veröffentlichten Alben "Unsound methods" oder "Liquid" anhört, wird verstehen, was ich meine und was bei Depeche Mode seit 10 Jahren abhanden gekommen ist. Nur nette Songs von Martin Gore und nun die (etwas dünnen) Versuche von Dave Gahan als Songwriter reichen nicht aus, um Depeche Mode eine Seele einzuhauchen. Es geht um die Musik. Und hier flopt "Playing the Angel".

Tja. Es war einmal eine Band, die Geschichte schrieb... Adé.
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