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Kundenrezension

am 30. Mai 2014
Die großen Triple A Rollenspiele "The Witcher 3: Wild Hunt" oder "Dragon Age 3: Inquisition" lassen auf sich warten und das frische "Dark Souls II" ist gewiss kein Titel für Jedermann. Diese Lücke versucht Entwickler Spiders nun mit Bound by Flame zu schließen. Vorweg ist es schon einmal lobenswert, dass im Vollpreissegment ein ganz frisches Franchise ohne Millionen-Budget den Weg zum Spieler finden kann. In der Spielebranche, wo 80% der Titel eine Zahl im Titel haben, fast schon mutig.

=== GESCHICHTE ===

Der Spieler schlüpft in die Rolle von "Vulcan" (der trotz der Möglichkeiten zum Festlegen eines Namens im Charakter-Editor zu Beginn immer auch so genannt wird) und versucht zusammen mit seiner Fraktion, den "Freien Klingen", die Fantasy-Welt Vertiel vor dem Überlauf der Totwandlern zu schützen. Dabei ergreift bei einem Zwischenfall allerdings ein Dämon Besitz über den Körper des Helden, wodurch dieser zwar nun mächtige Feuer-Fähigkeiten erlernen kann - allerdings auch einen doppelten Charakter hat und Gefahr besteht, komplett vom Wesen übernommen zu werden. Seinen eigenen Leuten zweifeln fortan an, dass Vulcan tatsächlich im Interesse der Menschen handelt, während der Dämon selbst auch nicht begeistert darüber ist, dass sein Träger den vermeintlich schwachen sterblichen Wesen hilft.

Insgesamt präsentiert sich die Geschichte bemüht und weiß durch ein paar Wendungen durchaus zu überraschen. Die deutschen Synchronsprecher wirken etwas undurchsichtig und betonen manch einen Satz falsch, was darauf schließen lässt, dass eine günstige Lokalisierung in Auftrag gegeben wurde, bei denen einfach zugeschickte Textzeilen frei nach Ermessen eingesprochen werden mussten. Schade!

Weiterhin negativ finde ich die ellenlangen Gespräche. Für eine Kernaussage, die sich mit maximal drei Sätzen beschreiben lassen könnte, spricht Vulcan teils 50 Textfenster lang mit den überwiegend blassen Nebencharakteren um den heißen Brei. Zusammenaddiert ergeben unterdurchschnittliche Synchronsprecher, bemühte Storyhandlungen und zu lange Gespräche eben keine gute Geschichte.

=== SPIELWELT & QUESTS ===

Bound by Flame ist ein kurzes Rollenspiel, welches sich in maximal 12-15 Stunden durchspielen lässt. Eher schneller. Die Geschichte ist in vier Akte unterteilt, die jeweils wiederum in drei Kapitel gegliedert sind. Grob lässt sich sagen, dass zu jedem Akt ein Dorf bzw. Lager, ein kleines, weitläufiges aber auch schlauchiges Gebiet in der Wildnis sowie ein paar wenige angrenzende Höhlen, Ruinen usw. gehören. Dabei ist jeder Standort weitesgehend schlauchig. Der Spieler hat meistens die Wahl zwischen links und rechts, was vor allem die Illusion eines Waldes vollends zerstört. Dies ist schade, aber zu verkraften.

Die Aufgaben zeigen sich uninspiriert, sodass sich der Spieler nach einiger Zeit gar nicht mehr die Texte im Questlog durchliest, geschweige denn die viel zu langen Gespräche verfolgt. Vielmehr rennt man einfach zum gelben Punkt auf der Mini-Map und findet/tötet/sammelt irgendwas. Die Nebenaufgaben funktionieren nach dem gleichen Muster. Dank schnellen Levelaufstiegen (später mehr dazu) ist man dennoch motiviert, die schnell zu erreichenden Questschauplätze durchzustreifen.

=== KAMPFSYSTEM & CHARAKTERENTWICKLUNG ===

Zwar spielt man in Bound by Flame einen Söldner, dieser hat allerdings die Wahl zwischen zwei Kampfstilen - und zwar jederzeit und im fliegenden Wechsel. Der Krieger agiert mit Einhandkloppern wie Schwerter oder Äxte und tritt kraftvoll dem Gegner die Deckung kaputt, während man als agiler Schurke mit leichten Zweihandwaffen (Dolchen) agiert und seinen Feinden mit blitzschnellen Aktionen malträtiert. Dazu kann er eleganten nach hinten Springen und Aktionen so ausweichen. Abschließend gibt es auch noch die Feuermagie, mit welcher man seine Waffen in Flammen setzen oder Feuerbälle schleudern kann. Alle drei Kampfstile haben einen eigenen Talentbaum mit verschiedenen Skills. Jeder Skill lässt sich um drei Stufen aufwerten, wobei sich bei einer gewissen Menge an insgesamt verteilten Punkte eine neue "Ebene" im Baum freischalten lässt mit noch wuchtigeren Boni und Aktionen. Aufgrund der Tatsache, dass es noch einen Magie-Baum gibt, empfehle ich den Fokus auf einen Nahkampfstil zu legen, da sich sowieso nur ein Talentbaum ausmaximieren lässt und die anderen Punkte auf die Feuermagie gelegt werden sollten.

Ich muss sagen, dass das Kämpfen zwar leicht zu erlernen ist, aber schon sehr viel Spaß macht. Als Schurke sticht man blitzschnell auf den Gegner ein, weicht dabei mit getimten Aktionen aus und ist einfach schon sehr dynamisch unterwegs. Leider fehlt etwas die "Wucht" hinter den Aktionen. Das ist sehr schade, denn Bound by Flame legt den Fokus sehr aufs Kämpfen. Bei den Gegnern wurde anscheinend etwas nach Dark Souls geschiehlt, denn die Burschen sehen nicht nur relativ bedrohlich aus, sondern sind auch extrem tödlich. Nach maximal vier Treffern ist der Held tot. Die Gegner dafür halten locker dutzende Hits aus, selbst die kleinste Mücke im Wald ist jedes Mal wieder eine Herausforderung. Dies ist auf Dauer sehr öde und nervig. Zusammen mit der Tatsache, dass oft die gleichten Gebiete wieder durchkreuzt werden müssen, lässt sich darauf schließen, dass die Entwickler - die gewiss limitierte Mittel haben - die Spielzeit etwas strecken wollten. Die vier Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich nur etwas. Die Gegner halten immer viel aus und man selbst eben nicht. Fordernd ist es sicherlich, irgendwo aber auch einfach nur unfair. Bei mehreren Gegnern wird man, wenn man die eng bemessenen Ausweichzeitfenster beim Schurken nicht trifft, leicht zu Boden geworfen. In dieser Zeit ist man deckungsfrei, sodass Magier oder Bogenschützen leichtes Spiel haben und den wehrlosen Recken mit drei Schüssen ins Jenseits befördern. Hier ist Spiders etwas über das Ziel hinausgeschossen. Hier muss auch klar gesagt werden, dass die Kampfsituationen teils UNFAIR sind, während bei Dark Souls Tode immer auf eigenes Verschulden zurückzuführen sind.

Neben den Talentbäumen gibt es auch noch schlichte Perks, die dem Charakter Boni in verschiedenen Kategorien verleihen. So lassen sich z.B. die extrem wichtigen Sprengfallen, die jeden Kampf erleichtern und unbedingt immer dabei sein sollten, mit weniger Komponenten herstellen. Selbiges auch bei Heiltränken, die weiterhin zahlreich mitgenommen werden sollten - denn vor allem gegen Ende des Spiels sind die Gegner unfair hoch drei. Nach jedem Hit sollte ein Potion getrunken werden. Nervig, muss aber so sein. Dazu gibt es mehr Gesundheit, mehr Mana usw. Perks eben. Stufenaufstiege sind die größte Motivation an diesem Spiel, allerdings sind merkliche Fortschritte am Charakter kaum zu bemerken, da die Gegner ebenfalls immer von Gebiet zu Gebiet mächtiger werden. Den Schaden den man austeitl und nimmt bleibt trotz Stufe 22, die ich jetzt bin, quasi +/- Null.

=== CRAFTING & BEGLEITER ===

Bound by Flame wartet zwar nicht mit einem richtigen Crafting System aus, alle Waffen und Ausrüstungsteile - von welchen man relativ wenig findet - haben aber Sockel. Durch Bauteile wie Metalle, die man auf seinen Reisen findet, lassen sich so Boni wie Physischer Bonusschaden usw. auf das Equip legen. Unbrauchbare Klamotten lassen sich zerlegen, wobei ich allerdings empfehle alles zu verkaufen, um sich mit ausreichend Heiltränken ausstatten zu können. Gute Ausrüstung findet man ganz automatisch.

Auf seinen Reisen kann Vulcan immer einen Begleiter mitnehmen. Ob Krieger, Magier, Bogenschütze, Nekromane - da muss man abschätzen. Ich denke, dass Fernkämpfer eine schlaue Alternative sind, da man selbst überwiegend als Nahkämpfer unterwegs ist. Allerdings sind Begleiter nach spätestens zehn Sekunden im Kampf unbrauchbar. Zwar lassen sich Kampftaktiken im oberflächlichen Taktikmenü festlegen, die Begleiter verhalten sich aber immer gleich dumm. Fernkämpfer rennen trotz Anweisung, dass sie gefälligst aus der Ferne angreifen sollen, nicht nach hinten und ziehen die Aggro auf sich. Zwei Schläge - und sie sind bewusstlos. Dann muss es Vulcan mal wieder alleine richten. Und bei vier Gegner, von welchen einer richtig viel aushält, einer drei Pfeile hintereinander schießt, der anderen Eisschaden austeilt und mich verlangsamt und generell jeder verdammt viel Schaden austeilt, ist das sehr anstrengend.

=== GRAFIK & TECHNIK ===

Bei Bound by Flame handelt es sich trotz Veröffentlichung auf PS4 nicht um ein Next-Gen Titel. Das Spiel läuft auf meinem PC, der zugegeben über einen i7, eine GTX 670 und 8 GB 1600 RAM verfügt, butterweich. Auch die Texturen sind relativ scharf, die Beleuchtung gelungen und die Grafik ingesamt nett anzusehen. Dennoch handelt es sich um einen Konsolenport! Mit einem Controller lässt sich das Spiel präziser und besser steuern, vor allem im Kampf. Die Charaktermodelle sind nichts besonderes, ergänzen sich aber mit der Spielwelt. Würde ich diese mit einem Wort beschreiben müssen: Stimmig!

=== FAZIT ===

Bound by Flame ist ein nettes Action-Rollenspiel für Zwischendurch, das eigentlich in keiner Kategorie punkten kann, dafür aber auch nirgends richtig schlecht abschneidet. Zwar nerven die unfairen Kampfsituationen, die zu langen Gespräche, die nutzlosen Gefährten und das Angewiesensein auf Heiltränke - dafür macht das launige Kampfsystem und der nette Talentbaum samt Perks viel wieder wett. Es ist klar zu merken, dass die Entwickler ambitioniert an dieses Projekt gegangen sind und sich von Spiel zu Spiel steigern. Für Rollenspielfans, die jedes RPG verschlingen, bestimmt eine nette Wochenendbeschäftigung - länger dauert Bound by Flame aber auch nicht.
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