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Kundenrezension

am 30. Januar 2011
Mit "Eden" von Tony Monchinski halte ich ein mit fast 500 Seiten durchschnittlich langes Werk über Zombies in den Händen. Zombies! Seit Jahrzehnten "verzaubert" der Untote die Leser und vor allem Cineasten gleichermaßen. Umso erstaunlicher, dass es so relativ wenig wirklich gute Literatur mit dieser Thematik gibt. Während der Zombie zum Graus mancher Nostalgiker im Kino ein aufgepepptes Revival erlebt hat, fristet er in der Belletristik ein eher tristes Dasein.
Es gibt zwar Versuche, dem Zombie neues Leben einzuhauchen (hoho...), sei es durch freakige Entwicklungen wie Psychokräfte oder durch neue Sichtweisen (Wie Max Brooks Werke es vormachen). Aber richtig gute Bücher sind rar gesät.
Es sei gesagt: Eden ist ein eher "klassischer" Zombieroman, der ohne viel Hokus Pokus auskommt. Der Großteil der Zombies schlurft stöhnend umher und nur die Minderzahl ist (wohl zu Spannungszwecken) ein bißchen intelligenter oder sprintet sogar in 28-Days-later-Manier.

Die Handlung um den Protagonisten Harris stellt sich wie folgt dar:

Aus einem nicht näher bezeichneten Grund erheben sich die Toten und dezimieren die panische Bevölkerung. Das Militär ist wie gewohnt machtlos und schon bald haben die Untoten die Kontrolle übernommen. In New York gibt es noch einige "Bastionen" der Menschheit, darunter auch die Festung "Eden", die essentiell aus einem eingemauerten Häuserblock besteht.
Eines Nachts wird der Bewohner Harris auf ziemlich unsanfte Weise aus dem Schlaf gerissen: Die Untoten strömen durch sein Haus und bevor Harris sie zurückschlagen kann, kriegt er leider einen Biss ab. Da man sich hier nach einem Biss - wie sich das in Zombieromanen gehört - bald selbst in einen lebenden Toten verwandelt, tickt Harris' Uhr. Bevor er sich allerdings seinem Schicksal ergibt, will Harris noch aufklären wer die Untoten denn in die Festung gelassen hat - und Rache nehmen. Und so beginnt "Eden".

Das klingt erstmal wie ein abgefahren-interessantes Krimiszenario inmitten der Zombie-Apokalypse. Das ist es leider nicht. Ein Großteil der Handlung beschäftigt sich mit dem "alltäglichen" Leben in dieser Welt, den ersten Tagen nach dem Ausbruch etc.. Ziemlich gewöhnlich eigentlich, was das Buch aber doch ungewöhnlich macht, ist der episodenhafte Erzählstil:

Man kennt zwar von anderen "apokalyptischen" Werken (zB Stephen Kings "The Stand"), dass mal die Perspektiven häufiger wechseln. Aber Monchinski springt zwischen den einzelnen Kapiteln wild durch Raum und (!) Zeit, und zwar ohne entsprechende Klarstellung. So wird man gerade zu Beginn der Lektüre ordentlich verwirrt, bis man mal gemerkt hat, dass das derzeitige Kapitel ja ein paar Wochen früher oder später spielt. Oft muss man mühsam rekonstruieren, in welcher "Zeit" man sich gerade bewegt. Die doch ähnliche Benennung der Hauptfiguren ("Bobby - Buddy - Hä?") sorgt anfangs für zusätzliche Verwirrung.
Nach einiger Zeit hat man dann allerdings den Dreh raus und setzt wie in einem Puzzle die Geschichte Stück für Stück zusammen. Dabei gibt es einige interessente Aha-Effekte, die aber leider insgesamt zu selten sind.
Das Buch liefert nämlich hauptsächlich zwei Dinge: Action und Zombies. Schon fast comichaft werden Massen an Zombies erschossen, zerstückelt, verbrannt etc.. Der Ablauf an sich ist dabei meistens immer gleich, die Sprache ziemlich... bildhaft. Es wird auf Organen rumgekaut, verstümmelt und geschnetzelt, Gorehounds kommen auf ihre Kosten. Mir persönlich ist das alles ein bißchen zu viel. Denn auf Kosten dieser Sequenzen gibt es leider kaum überraschende oder tiefgründige Ereignisse. Wenn man so will, dient die Handlung ein Stück weit als Vorwand, um Menschen auf Zombies oder umgekehrt zu hetzen. Eine Bindung zu den Charakteren entsteht ohnehin kaum.
Das ist schade. Denn so ergibt sich eher die Atmosphäre eines Videospiels und nicht eines düsteren, postapokalyptischen Survivalthrillers.

Fazitär stecke ich in einem Dilemma. Wie im Titel der Rezension angekündigt, bekommt man ordentlich Zombies für sein Geld, solide dargestellt und ohne viel Hokus Pokus. Allerdings schlagen die mangelnde Tiefe und der verwirrende Erzählstil negativ zu Buche. Wie eine "Vier von Fünf" fühlt sich das Buch für mich daher nicht an, obwohl ich als "Zombie-Fan" fast dazu verführt bin.

Also fasse ich zusammen: Leider "nur" 3 Sterne für das Buch, allerdings auch eine klare Differenzierung: Für Fans der Genres "Endzeit" und "Zombies" ist "Eden" sicherlich ein willkommener Appetithappen in einer ansonsten eher dünn besiedelten Literaturecke. Das Buch geht leicht von der Hand, es gibt reichlich Zombies und Konfrontationen, also kann man bedenkenlos zugreifen.
Wer eher einen "Roman" im eigentlichen Sinne des Wortes sucht - dh. Tiefe, sorgfältige Charakterentwicklung, pfiffige Story, Atmosphäre etc. - und für den es nicht unbedingt Zombies sein müssen, wird vermutlich mit anderen Büchern glücklicher.
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