Sale70 Sale70w Sale70m Hier klicken Jetzt informieren Bestseller 2016 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle PrimeMusic BundesligaLive longss17
Kundenrezension

362 von 412 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf die Interpretation kommt es an..., 5. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Vermessung der Welt (Taschenbuch)
Nachdem ich viele der über 300 Rezensionen zu diesem Buch gelesen habe, muss ich feststellen, dass das Buch von vielen Lesern offensichtlich falsch verstanden wurde. Natürlich ist es kein spannendes Buch mit einem klar definierten Plot, der in einem Höhepunkt kumuliert, denn das ist meines Erachtens nach auch nicht der Anspruch dieses Werkes. Vielmehr ist Kehlmanns Roman in erster Linie eine satirische, bisweilen karikierende Darstellung des "Deutschseins", und zwar in zeitlich ungebundenen Kategorien eingebettet. Auch wenn die Handlung bereits vor 200 Jahren stattfand, so sind die meisten Stereotypen doch bis heute erhalten. In zweiter Linie ist es wohl eine philosophische Abhandlung über das Altern, das Kehlmann wie kein Zweiter auf sehr subtile, würdevolle, aber auch lustige Art und Weise betrachtet.

Hervorzuheben ist meiner Meinung nach besonders sein Schreibstil. Als Vielleser von Gegenwartslitaratur (nicht nur deutschsprachiger zwar) war Kehlmanns Roman stilistisch gesehen für mich ein besonderer Genuss. Die oftmals kritisierte, immer anwesende indirekte Rede schafft eine ganz besondere und auch nötige Distanz zu der lange zurückliegenden Handlung, was ich (als Geschichtsstudent) ausschließlich positiv bewerten kann. Historische Romane, in denen die direkte Rede überwiegt, können per se nicht authentisch sein, denn wer will genau wissen können, was wirklich gesagt wurde?!

Über kleinere Ungenauigkeiten bei der biographischen Recherche zu Gauß und Humboldt kann man durchaus hinwegsehen, sie tun der Handlung bzw. vielmehr der Aussage des Buches keinen Abbruch. Auch den Titel des Buches empfinde ich im Gegensatz zu vielen anderen Lesern nicht als störend, da es eben genau die Vermessung der Welt ist, die die Leben der beiden Charaktere miteinander verbindet und im Übrigen auch eine sehr "deutsche" Wesensart darstellt. Auch die Doppeldeutigkeit des Wortes "vermessen" ist hier nicht zu vernachlässigen.

Insgesamt gelingt es Kehlmann also sehr gut, ein leicht zu lesendes, zumeist lustiges, inhaltlich interessantes, wenn auch nicht spannendes, Buch zu verfassen, das durch die Einbettung in die Biographien zweier großer deutscher Wissenschaftler einen hervorragenden Rahmen besitzt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
  [Abbrechen]

Kommentare

Kommentare per E-Mail verfolgen
Von 2 Kunden verfolgt

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-10 von 20 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.03.2009, 13:20:09 GMT+1
Paul Grass meint:
Eine sehr schöne Rezension!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.03.2009, 23:58:03 GMT+1
Vielen Dank!

Veröffentlicht am 15.05.2009, 08:02:45 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 15.05.2009, 08:08:01 GMT+2
Rene Clauss meint:
Hallo Alexander Schmidt, Ihre Rezension beweist mir wie unterschiedlich wir Menschen Dinge wahrnehmen. Auch ich habe das Buch so interpretiert wie Sie. So habe ich aus Ihrer Rezension gelernt achte auf das Urteil von anderen. Daraus kann ich durch den direkten Vergleich aus den Meinungen der anderen partizipieren! http://de.wikipedia.org/wiki/Partizipation

Meine Weiterführende Literatur, Hubert Mania- Gauß

Mit Gruß Rene Clauss

Veröffentlicht am 11.02.2010, 18:22:33 GMT+1
Birkholz meint:
Für meine Begriffe sind Gauß und Humboldt nicht tauglich für eine "karikierende Darstellung des Deutschseins". Ich sehe eher eine satirische Darstellung bestimmter Typen von Intellektuellen, von Elfenbeintürmern, von wissenschaftlichen Eigenbrötlern, die meinetwegen mit dem Altern wunderlich werden. Sicher eine Stereotyp, aber ich glaube nicht, dass das typisch deutsch war oder ist. Ansonsten finde ich den Titel etwas reißerisch, wenn auch Ihre Anmerkung zu einleuchtet. Einen deutlichen Einwand habe ich, was Kehlmanns Stil betrifft: Sicher leicht zu lesen und schnell, aber dabei dermaßen "abgrundet", dass man durch den Text nur so durchrutscht, ohne irgendeinen Widerstand, einen Moment des Innehaltens. Ich persönlich halte das für unterhaltungsliterarisch akzeptabel oder selbst gut, aber große Literatur ist es nicht.

Veröffentlicht am 11.02.2010, 18:24:58 GMT+1
Birkholz meint:
Für meine Begriffe sind Gauß und Humboldt nicht tauglich für eine "karikierende Darstellung des Deutschseins". Ich sehe eher eine satirische Darstellung bestimmter Typen von Intellektuellen, von Elfenbeintürmern, von wissenschaftlichen Eigenbrötlern, die meinetwegen mit dem Altern wunderlich werden. Sicher eine Stereotyp, aber ich glaube nicht, dass das typisch deutsch war oder ist. Ansonsten finde ich den Titel etwas reißerisch, wenn auch Ihre Anmerkung zu einleuchtet. Einen deutlichen Einwand habe ich, was Kehlmanns Stil betrifft: Sicher leicht zu lesen und schnell, aber dabei dermaßen "abgrundet", dass man durch den Text nur so durchrutscht, ohne irgendeinen Widerstand, einen Moment des Innehaltens. Ich persönlich halte das für unterhaltungsliterarisch akzeptabel oder selbst gut, aber große Literatur ist es nicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.03.2010, 15:29:53 GMT+1
Rohirrim meint:
Natürlich kann man sich das Buch auch »schön interpretieren« (Möglicherweise ist das auch so eine typische deutsche Eigenschaft ;). Ich finde es nur etwas gewagt, zu behaupten, dass alle denen das Buch nicht gefallen hat, es wohl nicht verstanden haben. Ich finde in diesem Buch leider keine Ihrer erwähnten Interpretationen wieder.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.06.2010, 13:32:21 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 10.06.2010, 13:33:54 GMT+2
Zu Rohirrim: Ich sehe ein, dass es gewagt ist zu behaupten, das Buch sei von vielen Lesern falsch verstanden worden. Es war auch nicht meine Absicht, hier jemandem zu nahe zu treten; womöglich habe ich mich einfach falsch ausgedrückt und es wäre besser gewesen zu schreiben, dass das Buch von vielen Lesern mit den falschen Erwartungen angegangen worden sei. Dennoch habe ich nicht gesagt, dass ich mich auf Leser beziehe, die das Buch nicht mochten; das Recht auf das Urteil über Gefallen und Nicht-Gefallen möchte ich niemandem nehmen. Und auch Interpretationen sind immer eine Sache für sich. Ich habe lediglich meine Sicht der Dinge (wohlgemerkt, nachdem ich mich über die Hintergründe des Buches informiert hatte) darstellen wollen.

Zu Birkholz: Möglicherweise wirkt das Buch deshalb wie eine Karikatur des Deutschseins auf mich, weil ich mich durch mein Studium zwingend im Umfeld von Wissenschaftlern aufhalte und ich bei diesen Personen einiges davon wiederfinde, was auch Kehlmann beschreibt. Ich kann Ihrer Anmerkung also vor dem Hintergrund meiner Perspektive durchaus einiges abgewinnen. Und noch einmal zum Stil: eben genau diese Rundheit, von der Sie sprechen, machte das Buch für mich so wertvoll, da es endlich mal eine Geschichte war, bei der man nicht bei jedem zweiten Absatz pausieren und den Kopf über das nächste unpassende Wort oder die nächste grammatische Schieflage schütteln musste. Dennoch: mit dem Stil ist es wie mit dem Gefallen. Das Urteil hierüber sei jedem selbst überlassen.

Veröffentlicht am 31.10.2010, 11:37:36 GMT+1
Travis Bickle meint:
Vielen Dank für die wunderbare Rezension!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.01.2011, 21:04:50 GMT+1
mbh53 meint:
...finde ich auch.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.01.2011, 21:04:52 GMT+1
mbh53 meint:
...finde ich auch.
‹ Zurück 1 2 Weiter ›

Details