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Kundenrezension

HALL OF FAMEam 9. August 2011
Selten begegnet einem ein Film, in dem wirklich alles stimmt - die romantische Komödie "Ein gutes Jahr" mit Russell Crowe in der Hauptrolle, 2006 nach dem vier Jahr zuvor herausgekommenen Bestseller "Ein guter Jahrgang" von Peter Mayles entstanden, ist eine der löblichen Ausnahmen.

Wenn man erfährt, dass Ridley Scott Regie geführt hat, wundert einen das nicht mehr. Wenn man dann noch weiß, dass Scott seit 15 Jahren selbst in der Provence lebt und dass Peter Mayles ganz in der Nähe wohnt, versteht man, dass die Begegnung eines Engländers mit Frankreich für Scott nicht irgendein Film war, sondern auch ein Resumé seiner eigenen Erfahrungen darstellt.

INHALT & WÜRDIGUNG

Max (Russell Crowe, 42) verdient als Chef-Trader, sogar als Group-Head, in London ein Heidengeld, geht aber auch 100%ig in seinem Job auf - bis man ihn informiert, dass er von seinem Onkel Henry (Albert Finney, 70) das Weingut "La Siroque" bei Gordes, Vaucluse, erbt. Als Kind hatte er jeden Sommer auf dem Château seines Onkels verbracht und eine enge Beziehung zu ihm aufgebaut.

Der Antritt des Erbes gestaltet sich nicht so leicht, wie Max sich das vorgestellt hatte. Da ist das Ehepaar Ludivine und Francis Duflot, das sich das ganze Leben lang um das Gut gekümmert hatte. Aus den USA kommt die junge Frau Christie Roberts (Abbie Cornish, 24) angereist und behauptet, Onkel Henry sei ihr Vater gewesen. Zwischen Max und der schönen Fanny Chenal (Marion Cotillard, 31) beginnt es bald zu knistern. Vor allem aber kommen, je länger Max auf dem Gut aufgehalten wird, sukzessive und unwiderstehlich die Erinnerungen an die unbeschwerte Jugend und den Onkel aus den Tiefen des Gedächtnisses hoch.

Ridley Scott gilt als Perfektionist - und das merkt man diesem Film an jedem Detail an. Spontan wirken an sich geschätzte, bekannte Komödien vergleichsweise unbeholfen, flach und oberflächlich. Russel Crowe wird perfekt geführt und zaubert den vielschichtigen Max glaubwürdig und ohne die unvermeidlichen Klischees zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Der "alberne Freund" agiert ebenso zurückhaltend wie die durchaus reizvollen Damen, die den Mix angenehm bereichern, sich aber nie dominant zu werden drohen und somit die Harmonie des Kerngeschehens nicht stören.

Selbstverständlich wird man mit prachtvollen Bildern vom alten Schloss, der sonnendurchfluteten Landschaft und den lebensfrohen Menschen verwöhnt, wobei auch hier die Aufnahmen aus dem hypermodernen London interessante Kontraste dagegen stellen. Wer schon immer mal einen Bloomberg Trading Room von innen sehen wollte - hier kann er es. Natürlich sollen die Bilder "schön" sein, berühren und sentimental machen - das erwartet man in diesem Genre ja wohl. Aber es geht auch um die Frage, welcher Lebensstil einen Menschen wirklich befriedigt. Und vor allem geht es darum, ob der Wille, unbedingt zu gewinnen, die Aufgabe der Ehrlichkeit rechtfertigen kann.

Den absoluten Höhepunkt bildet aber das Buch, das sich scheinbar in berechenbaren Bahnen entwickelt, dabei aber die "Metamorphose" des Erfolgsmenschen zum Genussmenschen nachvollziehbar macht und schließlich einen - nach so vielen Komödien kaum zu erwartenden - gleichzeitig befriedigenden wie raffiniert aufgebauten, überraschenden Schluss entwickelt, der hier natürlich nicht verraten werden kann. Auch gelang Scott und Marc Klein, der das Drehbuch schrieb, ein wunderschöner Bogen mit den Rückblicken auf die Jugend des Helden.

Es wird wenige Filmfreunde geben, die Ridley Scott nicht zu den ganz Großen zählen - so wie es stets unzählige Kritiker gegeben hat, die zunächst kein gutes Haar an ihm lassen. Dieselben, die 20 Jahre brauchten, um Blade Runner zu begreifen, stehen jetzt da in ihrer angestaubten Verkrampftheit und erkennen wieder mal die Qualität nicht. Der Hauptgrund, warum es so schwer für Macher ist, das Genre zu wechseln, sind eben bornierte Kritiker.

Doch ein Künstler vom Format eines Ridley Scott braucht sich glücklicherweise nicht um Kritiker zu scheren. Dass Scott, der übrigens in unmittelbarer Nähe von Gordes seine Wahlheimat gefunden hat, mit so leichter Hand eine so feine, humorvolle und herzliche Komödie mit durchaus ernsthaftem Hintergrund zaubern könnte, dürfte dennoch viele überraschen. Was herausschaut, ist für alle, die sich fallen lassen können, Wohlbefinden - oder in Neudeutsch "feelgood" - pur, aber auch ein Stück Lebensweisheit zum Genießen.

Für diejenigen aber, die es nun mit der feinen Küche immer noch nicht haben, bietet das vorzügliche "Postkarten aus der Provence" eine großartige Einführung von gut zwei Stunden in die Hintergründe dieses großen Films. Wenn selbst das nicht hilft - manche sind ja selbst mit "Blade Runner" nie warm geworden - gilt eben die fatalistische Empfehlung: "MacDonalds ist in Avignon - Fish & Chips in Marseille!"

TECHNIK & AUSSTATTUNG

Im Original 118 Minuten, Format 2,35:1 auf 35 mm, 4K Intermediate, DTS|D (IMDB)

Man muss sich fragen, warum Scott immer noch auf 35 mm dreht. Nun, er setzt durchaus Digitalkameras ein, man sieht das in den "postcards". Vermutlich liegt die richtige Antwort zwischen einer gewissen Technologie-Übermüdung und dem Gefühl, dass zu einem "richtigen" Kino-Film in seinen Augen einfach ein bisschen Rauschen und Korn gehört. Jedenfalls kann man aus 35 mm heute sicher nicht mehr herausholen.

Warum es ausgerechnet von diesem Augenfilm der Sonderklasse noch keine BD gibt? Hier lag jedenfalls die DVD von 2009 vor. Neben dem schon erwähnten Top-Feature "postcards from provence" 2:17:39 h(!) gibt es einen 2:29 min. langen, lustig auf alt gemachten Werbefilm mit Scott und Russell Crowe, zwei Trailer und drei Musikvideos: "One Good Year", "Weight of a Man" und "Testify". Der Ton steht in Englisch und Deutsch zur Verfügung, Untertitel werden in Deutsche, Englisch und Türkisch angeboten.

FAZIT

"Ein gutes Jahr" entführt uns in eine glückliche Zeit an einem warmen Ort voller Schönheit - ähnlich, wie das auch "Dem Himmel so nah" vermag. Diesem voraus hat Scotts Werk aber den Tiefgang. Man kann sich den feinfühligen und intelligenten Betrachtungen zum "Sinn des Lebens" kaum entziehen. Handwerkliche Mängel und vor allem die Verweigerung einer zeitgemäßen Ausgabe auf Blu-ray zwingen zu einer Abwertung.

film-jury 3* A0696 9.8.2011eg Genre: Komödie | Drama | Romanze

Sir Ridley Scott (* 30. November 1937 in South Shields, England)
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1979 5* A0811 Alien Anthology [Blu-ray]
....... R: Ridley Scott (AA) D: Sigourney Weaver
1982 5* A0090 Blade Runner - Final Cut [Blu-ray]
....... R: Ridley Scott B: Philip K. Dick D: Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young
1989 5* A0000 Black Rain (limited Steelbook Edition) [Blu-ray]
....... R: Ridley Scott D: Michael Douglas, Andy Garcia, Ken Takakura
1991 5* A0000 Thelma & Louise [Blu-ray] B: Callie Khouri (AA)
....... R: Ridley Scott D: Susan Sarandon, Geena Davis, Harvey Keitel, Michael Madsen, Brad Pitt
2000 5* A0000 Gladiator [Blu-ray] (AA)(GG)
....... R: Ridley Scott D: Russell Crowe (AA), Joaquin Phoenix, Connie Nielsen, Oliver Reed
2006 5* A0696 Ein gutes Jahr
....... R: Ridley Scott D: Russell Crowe, Albert Finney, Marion Cotillard, Isabelle Candelier
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