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Kundenrezension

85 von 119 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das schwächste Glied der "Avengers"-Kette, 30. Mai 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Captain America: The First Avenger (DVD)
Die Marvel-Bande - genannt auch die "Avengers" - brechen derweil einen Blockbuster-Rekord nach dem anderen, bisher haben sich schöne 1,3 Milliarden Dollar angesammelt, Tendenz weiter steigend. Starke Leistung ! Keine Comichelden-Adaption ist aktuell erfolgreicher. Versierte Seher wissen natürlich, dass zuvor eine Einleitung über einzelne Abenteuer dieser Heroen vonstatten ging. Angefangen mit dem köstlichen "Iron Man", einem unglaublich(en) (schlechten) "Hulk", weiter mit dem (beinah) göttlichen "Thor", bis sich nur noch der Mann im US-Flaggen-Anzug dem Weltpublikum vorstellen musste. Dem Volksmund nach hebt man sich ja eigentlich das Beste zum Schluss auf, doch "Captain America" verdreht diese Weisheit ins Entgegengekehrte. Von allen Avengers hinterlässt er auf Solo-Pfaden den einfältigsten, spannungsärmsten und angestaubtesten Eindruck.

Der Titelheld mit dem bürgerlichen Namen Steve Rogers ist ein Musterknabe von einem Amerikaner. Seinem Vaterland ewig treu, kampfbereit für die amerikanischen Freiheitswerte, geradezu heiss darauf sein eigenes Leben im Kriegsscharmützel zu verschenken. Dass diese spindeldürre Fischgräte selbstredend der Auserwählte sein muss, um auf experimentellem Wege zur breitschultrigen Kampfmaschine zu mutieren, war ja abzusehen...
Oh Captain, mein Captain!!! Es gibt ja steinalte Superhelden, die auch nach vielen Jahrzehnten und mit geringen Anpassungen noch ins heutige Zeitalter hineinpassen - weil zeitlos -, doch beim Mann, der sogar seine Unterwäsche in Stars and Stripes tragen würde, hätte es eine ganze Wagenladung an Modifikationen gebraucht. Trotz der Versuche, die Patriotismus-Keule durch Parodie-Versuche ein wenig aufzuweichen, ist der gute Mann so ur-amerikanisch wie zu Weltkriegszeiten, in denen er erfunden wurde. Es hätte dem Film und der Figur gut getan, wenn man auf selbstironische Weise mit der eigenen Comic-Vergangenheit abgerechnet hätte. Aber nein, man blieb bei arg plakativen Story-Routinen und Charakterzeichnungen, die in der heutigen Kino-Ära einfach nicht mehr zeitgemäß sind.
Rogers ist anfangs ein gutherzig-treudoofer, aus Überzeugung jungfräulicher (!) Soldat, er bleibt es auch am Ende - nur die Muskelmasse macht den nennenswerten Unterschied aus. Seine Kameraden, seine Freunde, die womögliche Liaison mit der einzigen Dame mit Sprechrolle im gesamten Film - lieblos eingeworfene und danach in die Tonne gepfefferte Nebenfiguren; ein Wiedersehen mit selbigen nicht eingeplant, da der aktuelle "Avengers"-Film bekanntlich in der Jetzt-Zeit spielt und der Captain ja unbedingt rein musste. Über Kollateralschäden wie diese macht sich der Regisseur scheinbar keinen Kopf...
Und da wäre noch der Schurke: Red Skull !
Im Nachhinein müsste ich mich glatt dafür entschuldigen, dass ich Dr. Doom aus "Fantastic Four" als einen der eindimensionalsten Comic-Antagonisten bezeichnet habe. Diesen Titel dürfte klar nach Punkten nun der Typ mit der roten Rübe tragen. Der renommierte Hugo Weaving verschwendet sich selbst an dieser Rolle. Wenn es nicht Geld war, weiss ich ehrlich gesagt nicht was ihn daran so gereizt hat. Die rote Maske war an ihm gerade noch das Beste, schauspielerisch wird er gar nicht gefordert. Wer ihn nur einmal in "Matrix" gesehen hat, der weiss dass er unglaublich gut auf fies machen kann wenn er die Chance dazu bekommt.

Das Einzige was in "Captain America" ansatzweise gefällt sind u.a. die visuellen Effekte (die Verwandlung Rogers vom Hungerhaken zum Steroid-Bolzen ist ohne Frage gelungen), größere Verweise auf den Vater von Tony Stark alias "Iron Man" sowie das Messegelände "Stark Expo" (bereits in "Iron Man 2" gesehen) und ein zunehmend actionbetontes Finale, wo doch die ersten 2/3 des Films fast einschläfernd wirkten.

Fazit:
"Captain Amerika" ist in meinen Augen mehr Kriegsfilm mit leichten Comic-Zutaten, dem es an Witz, Selbstironie und unterschwelliger Kritik mangelt. Genau das, was man sonst vom Besten des Genres her kennt und erwartet. Mir bleibt die Resthoffung dass aus Steve Rogers im erfolgreichen "Avengers"-Hit endlich ein hintergründiger Protagonist wird (noch hab ich diesen Film nicht gesehen), denn in seinem eigenen Film ragt er durch seine Austauschbarkeit kaum heraus.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.08.2012, 00:47:13 GMT+2
SergeantKlotz meint:
Vielen Dank für diese Rezension!
Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen,
ohne den ganzen Film aufrollen zu wollen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.01.2013, 20:25:52 GMT+1
[Vom Autor gelöscht am 05.01.2013, 20:26:57 GMT+1]

Veröffentlicht am 21.06.2013, 14:15:03 GMT+2
Ich kann der Bewertung nur absolut beipflichten. Ich bin ein absoluter Fan von Comicverfilmungen und schaue Filme immer unvoreingenommen (soweit das möglich ist) an. Ich habe von diesem Film nur erwartet unterhalten zu werden und das hat teilweise überhaupt nicht funktioniert. Irgendwie ist die Story farblos ohne wirklich Neues bis teilweise sogar langweilig. Der "böse" Gegenspieler ist auch nur Schema F und irgendwie hat man da viel liegen lassen. Man hätte diesen viel geheimnisvoller gestalten können und auch die Maske hätte man später lüften sollen. So dümpelt der Film irgendwie vor sich hin.

Insgesamt ist der Film OK, ich hätte 3 Sterne gegeben aber mehr leider auch nicht. Viel verschenktes Potenzial!

Veröffentlicht am 17.03.2014, 13:34:03 GMT+1
ein Mensch meint:
danke, sie sprechen mir aus der seele! ich bin auch ein fan der avengers, aber der film war schwach.
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