etta baker, 1913 geboren, wuchs mit dem blues auf: ihr großvater spielte banjo, ihr vater gitarre, ihre mutter piano. ihr fingerpicking-stil erinnert an reverend gary davis, blind boy fuller oder elizabeth cotton - kommt aber präziser und mit mehr melodie-anteilen daher - was auch an dem späten aufnahme-datum und der somit weiter-entwickelten studiotechnik liegen dürfte: die aufzeichnung fand 1990 statt: da war etta 77 jahre alt - macht nichts - ihre vitalität, lebensfreude, aber auch ihre ernsthaftigkeit beim gitarre-spielen war ungebrochen vorhanden - dabei hatte sie seit ihrer hochzeit 1936 nie mehr öffentlich gespielt - ihr ehemann wollte sie abends zuhause haben - tags über arbeitete sie bei "SKYLAND TEXTILES" - um dabei mitzuhelfen, die neun (!) kinder durchzubringen. erst nachdem ihre kinder aus dem hause waren (ein sohn starb in vietnam) und ihr ehemann durch schlaganfall verschieden war, kündigte sie ihren job (1973, da war sie also 60) - und begann wieder gitarre zu spielen. sie trat auf verschiedenen folkfestivals auf, wurde immer häufiger besucht in ihrem häuschen in morganton von menschen, die von ihr ein paar kniffe auf der gitarre abgucken wollten: manches spielt sie im OPEN-D-tuning (das meiste allerdings schlicht in C-dur). nachdem mir die aufnahmen von mississippi john hurt oder doc watson, von robert johnson oder sister rosetta tharpe schon viel freude bereitet haben, war ich schier verblüfft, als ich diese CD von etta baker endlich (nach einer gewissen liefer-bedingten warte-zeit) im player laufen hatte: das warten hat sich tatsächlich gelohnt - und wird todsicher mein eigenes gitarre-spiel sehr beeinflussen ...