An Board der Raumfähre Voyager rast seit deren Start nunmehr unaufhaltsam ein Song von Blind Willie Johnson durchs Weltall - neben anderen Zeugnissen ein Versuch, irgendwelchen anderen Wesen zu erklären, was die Menschheit sei. Vorerst sollte vielleicht aber erst einmal den Menschen auf der Erde ausreichend Gelegenheit gegeben werden, sich ein Bild von diesem Sänger zu machen - und von der Gesellschaft, die ihn umgab (unsere allseits bewunderte USA). Der Titel seines unstoppbar durch den Weltraum rasenden Grummel-Liedes: DARK WAS THE NIGHT AND COLD THE GROUND; es bezieht sich auf die Grablegung Jesu - passt aber nach allem, was wir wissen, leider auch, als habe er es vorausgeschaut, exakt auf sein eigenes, trauriges Ende: er erfror in den Ruinen seines angezündeten Hauses, ein Krankenhaus hatte die Aufnahme des an einer akuten Lungen-Entzündung Leidenden abgelehnt. Es ist nicht typisch für das Gebettet-Sein aller Teile der Menschheit - aber für bestimmte Landstriche und sogar auch solche in der USA leider schon. Somit kann es nicht falsch sein, die Geschichte dieses Blind Willie Johnson in alle Welten hinaus zu verbreiten; man hofft, dass die NASA dies auch genauso (US-selbstkritisch) im Sinne gehabt hat und nicht nur oberflächlich kleinen grünen Marsmenschen etwas aus der Bibel erzählen wollte, damit sie sich beim nächsten Anflug alle taufen lassen und als Kolonie der USA fühlen, God's own country ja immerhin. Es ist sicherlich nicht von ungefähr, dass das Film-Projekt zum Thema BLUES von Martin Scorsese und Wim Wenders sich sehr ausgiebig mit Blind Willie Johnson beschäftigt, einen Versuch also unternimmt, der Seele eines Mannes, THE SOUL OF A MAN, auf die Spur zu kommen. Die CD zum gerade anlaufenden Film könnte unsere Seelen dabei unterstützen, diesen Mann (nachträglich) einmal genauestens wahrzunehmen ...