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Kundenrezension

am 8. Januar 2011
Hatte Zander in seiner Studie zur Geschichte der Theosophie, die er dann jedoch mit der Geschichte der Anthroposophie auf haltlose Weise verwechselte, noch wissenschaftliche Absichten eines Theologen und Religionshistorikers vorschützen können, hinter denen sich doch nichts weiter als sein abgrundtiefer Hass auf alles Spirituelle verbarg, so kommt er mit seiner jetzt erschienenen Biographie über den Hauptgegenstand seiner Verachtung, nämlich Rudolf Steiner, vollends auf den Hund. Enttäuscht werden über dieses Elaborat auf dem Niveau einer Bild-Zeitungs-Kolportage vor allem jene sein, die zu Zander als einem wissenschaftlich ernst zu nehmenden Kritiker der Anthroposophie aufblickten.
Schon der Untertitel Die Biographie" gibt zu denken. Und man wundert sich dann jedoch auch wieder nicht, dass Zander im Nachwort eben diesen Untertitel als wissenschaftlich fragwürdig hinstellt. Warum er ihn dann doch gewählt hat? Das bleibt sein bzw. Verlagsgeheimnis, vermutlich schielt hier jemand auf mehr Umsatz.
Der wird, was das Niveau von Zanders Geschreibsel betriff, dieses Mal aber vermutlich ausbleiben, denn eine Biographie bzw. die Biographie" Rudolf Steiners ist zum Scheitern verurteilt, wenn von vorne herein bei jedem Wort, das der Biograph" schreibt, deutlich wird, wie sehr er Rudolf Steiner zutiefst verabscheut, ja geradezu hasst.
Wie sonst wäre zu erklären, das sei hier nur als eines von zahlreichen Beispielen erwähnt, dass Zander eine der dubiosesten Quellen, Gregor Schwartz-Bostunitsch, den er selbst als dubios, zudem noch als Nazi-Schreiber bezeichnet, dennoch seitenweise zu Wort kommen lässt?
Zander gefällt sich selbst darin, seinen Hass auf Steiner auf niederste Weise zum Ausdruck zu bringen und lässt deshalb auch die letzte Stufe der Kolportage nicht aus, die Frage nach der Todesursache. Auch hier ergötzt er sich geradezu daran, den Krankheits- und Sterbeprozess Steiners minutiös auf dem Niveau eines Hintertreppenschreibers zu enthüllen.
Nein, das ist keine Biographie, die Zander hier geschrieben hat, es ist nicht mal eine Satire, denn Humor, über den Steiner sehr wohl verfügte, hat der Schreiberling Zander ebenfalls nicht. Vielmehr zeigt sich der blasse Neid auf das von Steiner Geleistete, der sich aber niemals in Bewunderung, sondern eben nur in Form von Verachtung, Hohn und Spott äußert.
Man kann sich nur wundern, wie ein namhafter Verlag auf dieses Niveau eines Gossenjournalisten hereinfallen konnte. Denn anders als beispielsweise die jüngst von Heiner Ulrich erschienene Biographie zu Steiner im C.H.Beck-Verlag findet man nirgends auch nur ein sachliches Argument, mit dem man sich auseinandersetzen könnte. Inhaltlich lässt sich Zander auf Steiner an keiner Stelle wirklich ein. Stattdessen mühsame Versuche einer geschichtlichen Kontextualisierung, die sich meistens aber doch damit begnügt, seitenweise Rituale zu beschreiben, die er nicht verstanden hat, Kleidungs- und Schmuckstücke von theosophischen Damen aufzuzählen und Bettgeschichten zum Besten zu geben, die er seiner Nazi-Quelle entnommen hat.
Chapeau, aber so abgeschmackt und unter jeglichem diskussionswürdigen Niveau wie "der Biograph" hat schon lange kein Gegner Steiners mehr agiert! Damit kann man nur eines machen: zurückschicken ...
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